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Backpulver aus der „Geheimbutze“

Dr. Oetker starb vor 100 Jahren Backpulver aus der „Geheimbutze“

Er findet in Obernkirchen eher wenig Beachtung, dafür ist das Pulver, das der berühmte Sohn der Stadt weiterentwickelt hat, in aller Munde: Zweifellos hat Dr. August Oetker (1862–1918) das Backen revolutioniert. Was viele nicht wissen: Der Gründer des weltbekannten Unternehmens wurde am 6. Januar 1862 in Obernkirchen geboren.

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Das „Oetker-Haus“: In diesem Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße wurde der Erfinder des Backpulvers, Dr. August Oetker, 1862 geboren.

Quelle: leo

Obernkirchen. Er war das älteste Kind des Bäckermeisters August Adolph Oetker und seiner Ehefrau Bertha Oetker. Das sogenannte Oetker-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße zeugt davon.

 Zum 100. Mal hat sich am Mittwoch (10. Januar) der Todestag einer der bekanntesten deutschen Unternehmer-Persönlichkeiten gejährt. Mit Tatkraft und Erfindungsreichtum habe der Familienunternehmer bewiesen, wie wichtig eine fundierte Ausbildung, innovative Ideen und ein ausgeprägter Wille zum Erfolg sind, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Vor 125 Jahren entwickelte Dr. Oetker die Rezeptur des Backpulvers maßgeblich.

Dr. Oetker in der „Geheimbutze“

Im Jahr 1878 absolviert der ehrgeizige junge Mann das Gymnasium in Bückeburg und legt erfolgreich das Abitur ab. 1887 beginnt er in Stadthagen eine dreieinhalbjährige Apothekerlehre, die er 1881 abschließt.

 Unmittelbar nach der Übernahme der Apotheke entwickelte Dr. August Oetker in seiner „Geheimbutze“, wie er das Laboratorium liebevoll nannte, verschiedene Arzneimittel. Dort wandte er sich immer intensiver der Erforschung des Backpulvers zu. In einer benachbarten Bäckerei in der Obernstraße in Bielefeld unternahm er seine ersten Backversuche.

Dr. August Oetker – hier ein Porträt des Erfinders aus dem Unternehmensarchiv der Dr. August Oetker KG, aufgenommen 1910. Foto: pr.

 „Eines Tages“, so erinnerte sich der Bäckermeister Eduard Müller, „war Dr. August Oetker zu meinem Vater in die Backstube gekommen. In seiner Tasche hatte er mehrere Papiertüten mit einem geheimnisvollen Pulver mitgebracht. Was das für ein Pulver war, wurde mir nicht gesagt.

Aber ich fand bald heraus, dass es ein neuartiges Triebmittel sein musste, das den Kuchenteig besser auflockern sollte, als es bis dahin mit Hefe oder Hirschhornsalz möglich war.“ Es dauerte mehrere Wochen, bis die Proben zur Zufriedenheit von Dr. August Oetker ausfielen.

 Müller: „Ich kann mich noch gut daran erinnern, mit welcher Zielstrebigkeit er sich um eine optimale Zusammensetzung seines Backpulvers bemühte. Er ließ sich weder durch anfängliche Fehlschläge entmutigen noch durch die Skepsis, mit der mein Vater und auch ich zunächst seine Versuche in unserer Bäckerei verfolgten.“

 Ein ganz besonderer Wunsch

Oetker promovierte in Freiburg im Breisgau über ein botanisches Thema und bestand 1888 seine Doktorprüfung. Am 20. März 1889 heiratete er Caroline Jacobi, die er während seiner Zeit als Apothekergehilfe in Hanau kennengelernt hatte. Das Ehepaar zog zunächst nach Charlottenburg, wo am 17. November 1889 ihr Sohn Rudolf zur Welt kam. Dort beteiligte sich Dr. August Oetker an einer Firma, die Einrichtungen für chemische Fabriken und Apotheken herstellte.

Der gelernte Apotheker hatte jedoch ein besonderes Ziel – den Erwerb einer eigenen Apotheke. So ergriff er Ende des Jahres 1890 die Chance, eine Apotheke im ostwestfälischen Bielefeld zu erwerben. Die Übernahme der Aschoff’schen Apotheke am 1. Januar 1891 gilt heute als Gründungsdatum des Nahrungsmittelunternehmens Dr. Oetker.

Schon bald sollte sich auch der zweite Wunsch von Dr. August Oetker verwirklichen: die Schaffung eines ganz besonderen Produkts.  „Ehrenbürger der Stadt Obernkirchen ist Dr. Oetker nicht geworden“, sagt Stadtführerin Renate Ernst. „Warum auch?“, fragt sie. „Zwar ist er berühmt, aber für seine Geburtsstadt hat er nicht viel getan.“

Geschichte im Schaufensterkasten

Das Obernkirchener Heimatmuseum hat Dr. Oetker eine Ausstellung gewidmet. Viele Exponate gibt es aber nicht. „Alles, was das Museum über den Fabrikanten gesammelt hat, passt in einen Schaufensterkasten“, sagt Ernst. In dem Schaukasten bekommen Besucher Informationen zum Leben von Dr. Oetker und können sich historische Kochbücher und Küchengeräte anschauen, mit denen Oetker gearbeitet hat.

An das Geburtshaus erinnert eine Gedenktafel. Dort steht geschrieben, dass hier einst der Erfinder des Backpulvers geboren wurde. Das „Oetker-Haus“ ist verkauft worden, hat einen neuen Besitzer. Eine Anwaltskanzlei nutzt heute die Räume des Hauses. leo

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