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Barde ohne Betroffenheitslyrik und Gesellschaftskritik

Obernkirchen / Konzerte Barde ohne Betroffenheitslyrik und Gesellschaftskritik

Zwei kleine, aber feine Konzerte sind am vergangenen Wochenende in der Kundenhalle der Sparkassen-Geschäftsstelle über die Bühne gegangen. Auf dem Programm: der „Fährmann“, ein virtuoser Singer/Songwriter aus Berlin. Im Gepäck: Eine akustische Gitarre, ein „Stomp Board“ genanntes percussives Rhythmusinstrument, diverse Mundharmonikas und jede Menge deutschsprachige Lieder über die Liebe, Sehnsüchte, Enttäuschungen sowie über viele andere selbst und fremd erlebte Dinge, die das Leben mitunter bereithält. Und obendrauf: eine warm-temperierte und angenehm klare Stimme, eine geballte Ladung Spielfreude und eine zweiköpfige Begleitband (Kathrin Wemmer: Violine, Gesang, Percussion / Janek Wemmer: Piano, Akkordeon, Percussion).

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Mit seinen Liedern begeistern der „Fährmann“ und seine Begleitung das Publikum in der zum kleinen Konzertsaal umfunktionierten Sparkassen-Kundenhalle.

Quelle: Foto: wk

Obernkirchen (wk). Angesichts dieser seiner, Eckdaten könnte man „Fährmann“ – um Anglizismen in einer deutschsprachigen Tageszeitung zu vermeiden – an sich auch als Liedermacher bezeichnen, denn die Übersetzung des Begriffs „Singer/Songwriter“ bedeutet ja nichts anderes als „Sänger/Liedermacher“.

Erlebt man jedoch ein Konzert wie etwa das vom Freitagabend, kann man recht schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass die Formulierung „Liedermacher“ dem 48-jährigen Künstler irgendwie nicht ganz gerecht wird. Klingt „Liedermacher“ doch immer auch ein bisschen nach einem Barden mit Wandergitarre, nach Betroffenheitslyrik und nach Gesellschaftskritik mit dem mahnenden Zeigefinger der 68er-Bewegung, wenngleich freilich nicht alle Liedermacher diese Klischees erfüllen.

Zum Nachdenken anregende eigene Lieder hatte „Fährmann“ zwar reichlich im Repertoire, aber allein schon dessen grandioses, nicht selten auch druckvolles Gitarren- und Mundharmonikaspiel, oftmals noch kombiniert mit dem durch rhythmisches Fußstampfen bearbeiteten „Stomp Board“, verlangt nach einer differenzierteren Definition, die dieses Gesamtpaket besser erfasst. Und die in der Musikszene alternativ gehandelte Formulierung „Singer/Songwriter“ passt insofern – rein gefühlsmäßig – einfach besser zum „Fährmann“, wobei es halt keine Legaldefinition gibt, mit der man die Frage der Genre-Einstufung allgemein verbindlich klären könnte.

So oder so, das nicht minder begeisterte Publikum honorierte die Darbietungen des Vollblutmusikers und dessen Begleitband verdientermaßen immer wieder mit kräftigen Beifallsbekundungen.

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