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Begräbnisfläche für „Sternenkinder“

Obernkirchen / Friedhof Begräbnisfläche für „Sternenkinder“

Viel Überzeugungsarbeit musste Doris Essmann nicht leisten, als sie mit der Bitte an die Stadt Oberkirchen herangetreten war, auf dem Friedhof an der Rintelner Straße eine Begräbnisfläche für „Sternenkinder“ anzulegen.

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Doris Essmann und Bürgermeister Oliver Schäfer (links) enthüllen die vom Steinbildhauermeister Frederik Meier gestaltete Doppel-Stele.

Quelle: wk

Obernkirchen. Für Kinder also, die mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt gestorben sind. Dennoch sollte rund ein Jahr ins Land gehen, bevor das von ihr angeregte Vorhaben verwirklicht werden konnte.

 Denn zunächst mussten ein Konzept ausgearbeitet, Sponsoren gefunden und eine Ausschreibung hinsichtlich der Gedenksteine durchgeführt werden. Am Sonnabend war es so weit: Im Beisein von über 50 Unterstützern wurde die „Sternenkinder“-Erinnerungsstätte feierlich eingeweiht.

 „Heute ist für mich ein ganz besonderer Tag – ein Tag der Freude und Dankbarkeit, dass meine Idee umgesetzt worden ist“, sagte Essmann, die sich als ehrenamtliche Trauerbegleiterin engagiert. Dabei dankte sie insbesondere all jenen, die mit Geld- und Sachspenden „die finanzielle Grundlage“ für diese Erinnerungsstätte geschaffen haben. Zudem hob sie die „große Symbolkraft“ der von dem Steinbildhauermeister Frederik Meier (Meier Natursteinbetrieb GmbH, Obernkirchen) gestalteten Gedenksteine hervor.

 Meier hat eine zwei Meter hohe Stele gefertigt, die das Leben der „Sternenkinder“-Eltern darstellen soll, wobei eine in den Sandstein eingearbeitete Kerbe den Verlust des Kindes symbolisiert. Daneben ist eine kleinere Stele mit einem aufgesetzten Stern platziert, dessen eine Spitze in die Kerbe reicht – als Zeichen der zwischen den Eltern und dem Kind bestehenden Verbindung. Auf der großen Stele sind überdies die Worte „Fern bei den Sternen und doch ganz nah in den Herzen“ zu lesen.

 Die Begräbnisfläche für die „Sternenkinder“ sei „ein Ort der Erinnerung an die ganz Kleinen, der die Eltern mit den anderen Trauernden auf dem Friedhof verbindet“, unterstrich Nora Haarmann, Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Obernkirchen. Pastor Günter Fischer (Vehlen) pflichtete bei: „Es ist unsagbar wichtig, dass man solche Orte hat.“

 Im Alltag eines Klinikums komme es leider öfter vor, „dass Eltern ihr Kind gehen lassen müssen“, resümierte Susanne Sorban, Pflegedirektorin beim Bückeburger Krankenhaus. „Tiefe Trauer und Leere“ würden dann zurückbleiben, „wo vorher Freude und Glück ihren Platz gefunden hatten“. Eine Erinnerungsstätte wie die nun eingeweihte sei daher „ein wichtiger Beitrag im Bereich der Trauerbewältigung“.

 „Wir wollen zwar nicht hinter Trends hinterherlaufen, aber das Menschsein an dieser Stelle erweitert sehen“, hatte Bürgermeister Oliver Schäfer zum Auftakt erklärt, warum die Verwaltung die Begräbnisfläche befürwortet hat.

 Mitgestaltet wurde die Einweihungsfeier auch vom katholischen Pfarrer Bogdan Dabrowski. wk

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