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Bei aller Liebe

In die Jahre gekommen Bei aller Liebe

Von einer Orgel ist im Normalfall wenig zu sehen. Sie bleibt den Blicken des Kirchenbesuchers weitestgehend verborgen. Entsprechend groß war das Interesse an Führungen, die im Rahmen der „1. Schaumburger Orgelwoche“ in der Obernkirchener Stiftskirche stattgefunden haben.

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Kantorin Regina Ackmann führt die Orgel in der Stiftskirche vor.

Quelle: mig

„Schön kalt hier.“ Das ist wohl der erste Eindruck, den Besucher an diesem Tag in der Stiftskirche haben – der zweite ist ein musikalischer. Regina Ackmann improvisiert auf der Orgel, lässt die Töne aufblühen und zieht dann alle 33 Register. Zu Demonstrationszwecken und weil es ihr Spaß macht, wie sie sagt. „Man kann sich da richtig in einen Rausch hineinspielen“, schildert die Kantorin am Beispiel des Weihnachtsliedes „O du fröhliche“.

„Die Orgel“, so Ackmann weiter, „ist ein mächtiges Instrument, das den Hörer direkt anspricht.“ Eine Besucherin hat das genauso erlebt: „Da muss ich manchmal weinen, wenn ich die Orgel höre“, sagt sie leise. Ein anderer Gast gibt zu, dass er den betörenden Klang einer Orgel mehr liebe als alles andere: „Das ist unvergleichlich.“

Hinter der "Tür" sitzen Pfeifen

Wie ein Ton im Innern der Orgel entsteht? Ackmann erzählt vom Spieltisch, an dem der Organist sitzt, und von den Registern, die einzeln zugeschaltet werden können. Nur wenige wissen von einer über dem Tisch befindlichen „Tür“, die die Organistin während des Spiels öffnen und schließen kann. „Auf diese Weise kann ich beispielsweise ein Crescendo erzeugen“, erläutert Ackmann. Denn direkt hinter der „Tür“ sitzen Pfeifen, die dann besser zu hören sind.

Ein anderes „Geheimnis“ führt die Besucher direkt in die Eingeweide der Orgel. Dort, im Bauch des Instruments, dürfen sie an einem Holzsteg ziehen und so eine der Pfeifen zum Klingen bringen. „Erstaunlich, wie viel Mechanik auch heute noch in einer Orgel steckt“, meint ein Gast verwundert. Dennoch braucht auch die Orgel in der Stiftskirche ein wenig Elektronik, wie Ackmann ausführt. „Wenn der Strom ausfällt, kann ich nicht spielen“, sagt die Organistin. Das sei früher anders gewesen. „Da wurde der Wind mit den Füßen erzeugt.“

Bei aller Liebe zur alten, 1959 gebauten Orgel – intern wird längst überlegt, ob ein neueres Modell angeschafft werden soll. „Man hat damals sehr preiswerte Materialien verwendet, das macht sich heute an vielen Stellen bemerkbar“, erläutert Ackmann das Problem. Hinzu kämen die Bauarbeiten der vergangenen Monate, die diesen Zustand noch verschärft hätten, so Ackmann weiter.

Eine wunderbare Akustik

„Die Abdeckung hat zwar weitestgehend geholfen, aber es muss wohl doch etwas reingekommen sein, denn der Klang ist noch schlechter geworden.“ Dass diese Klangfehler nicht von jedem Gemeindemitglied gehört werden, liege an der „wunderbaren Akustik, mit der unser Kirchenraum gesegnet ist“. Wer einmal einen Gottesdienst in Bückeburg oder Stadthagen erleben dürfe, der bemerke recht schnell, „wie sich die Orgeln klanglich voneinander unterscheiden“.

Reparatur oder Neuanschaffung – mit dieser Frage wird sich der Kirchenvorstand in der nächsten Zeit sicher beschäftigen müssen. „Es ist mir peinlich, wie verstimmt manche Pfeifen sind“, macht die Kantorin deutlich. Schon jetzt habe sie „ein bisschen Angst“, vor dem nächsten Konzert. „Hier oben höre ich ein ständiges Pfeifen, dass da nicht sein dürfte.“ Und tatsächlich war an diesem Abend ein ständiges Zischen wahrzunehmen – auch im Ruhezustand. Ob sie selbst mehr zu einer Reparatur oder einer Neuanschaffung tendiert, dazu äußert sich Ackmann nicht. Nur so viel: „Das müssen die zuständigen Gremien entscheiden.“ Die alles entscheidende Frage sei, „ob es sich lohnt, marode Pfeifen zu übernehmen und sie mit viel Geld zu restaurieren“. mig

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