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Obernkirchen Stadt Besuche beim Onkel sind uncool
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Besuche beim Onkel sind uncool
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00:28 28.11.2014
Schulterschluss der Vorleser: Angela Stiepermann, Gerd Kujath und Sybille Schlusche in der Roten Schule.  Quelle: tla
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Obernkirchen

Gerd Kujath, Sybille Schlusche, Angela Stiepermann und Julia Schönbeck haben dafür ihre eigenen Bücher mitgebracht und eine abwechslungsreiche Auswahl getroffen.

 „Kinder genießen es, wenn ihnen etwas vorgelesen wird, das kennen viele schon gar nicht mehr“, sagt Gerd Kujath, der Erzieher im Haus des Kindes in Bückeburg ist. Nachdem Julia Schönbeck den Anfang in gemütlicher Atmosphäre bei Kerzenschein gemacht hat und aus „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erzählte – dabei handelte es sich um einen betagten Herren, der vor seiner eigenen Geburtstagsfeier aufbricht, um noch einmal richtig zu verreisen, eine typische skandinavische Geschichte mit entsprechendem Humor – stellt Gerd Kujath seine Auswahl vor.

 „Ich habe hier einmal ,Der träumende Delphin’, der eine magische Reise zu sich selbst macht, dann einen Roman, indem ein Dämon von einem Zauberlehrling gerufen wird, um einige Abenteuer zu überstehen und schließlich noch die schrecklichsten Mütter der Welt“, so der Erzieher. Dieses Buch fand schließlich den meisten Zuspruch: „Ihr habt eine gute Wahl getroffen“, sagt er und beginnt mit Bruno, der einfach lieber Boxen als Klavierspielen lernen will, – doch natürlich ist seine Mutter ganz anderer Meinung.

 Emily hat ihrer Mutter einen elektronischen Schlüsselsucher geschenkt, damit sie nicht lange suchen muss. Doch wie das so ist, meldet sich dieses Gerät ausgerechnet bei einem Vorstellungsgespräch – und ihre Mutter beginnt wild in ihrer Handtasche danach zu suchen und entrümpelt diese. Zum Vorschein kommt Borki, ein nicht ganz vollständiges Schweinchen, welches ihre Tochter genäht hat. Den Job als Buchhalterin bekommt die Mutter nicht. Diese Passagen aus dem Buch kommen beim Publikum besonders gut an.

 Sybille Schlusche kann jedoch mit „Things to do before you crash and burn“ noch einen draufsetzen. Dieser Roman ist komisch, skurril und abgefahren zugleich. Bereits der Einstieg verrät den extravaganten Stil. Darin wird beschrieben, dass die Hauptfigur „Herkules“ seinen Namen einem Gurkenglas zu verdanken hat. „Herk“, so wird er irgendwann einfach nur noch genannt, sitzt im Zug auf dem Weg zum Besuch bei seinem Onkel, den er überhaupt nicht leiden kann. Er verliebt sich in seine Sitznachbarin, die er auf dem Bahnhof erneut trifft, bevor er zielstrebig und unhöflich von seinem Onkel abgeholt wird.

 Gespannt und aufmerksam hören die Zuhörer Sybille Schlusche zu, die gekonnt den tollpatschigen Romanhelden gibt, der von seinem Onkel auch noch eine lange Aufgabenliste bekommt, die er in zwei Wochen erledigen soll. Auch die Organisatoren sind begeistert – und gespannt, ob „Herk“ seine Unbekannte kennenlernt. tla

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