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Obernkirchen Stadt Besucherzahlen sind spürbar zurückgegangen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Besucherzahlen sind spürbar zurückgegangen
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11:01 07.03.2018
Ausgeleuchtet haben die Dino-Spuren für eine ganz besondere Atmosphäre gesorgt Quelle: Archiv
Obernkirchen

Und viele habe es ja auch gedacht und noch mehr gehofft: Jetzt würde ein Touristenstrom einsetzen. „Daran habe ich so recht nie geglaubt“, sagt Schäfer ein Jahrzehnt später zu den damaligen Hoffnungen.

Die heutige Lösung, die Spaziergängern und Interessierten angeboten wird, mit schönen offenen Wegen und einem gesicherten Plateau, auf dem die Fährten besichtigt werden können, findet Schäfer gut, „das ist schön gelöst“.

Bergstadt war in aller Munde

Immerhin: Durch die Funde selbst und das spätere Fachsymposium war die Bergstadt in aller Munde, weitere Impulse, sagt Schäfer, habe er angesichts des Freizeitverhaltens auch nicht unbedingt erwartet.

Der Bürgermeister verweist auf den Gesamtkontext und kommt auf die Industriegeschichte, auf den Bergbau zu sprechen, für die der Bückeberg ja auch ein gutes Beispiel sei: „Was vorhanden ist, hätte man vielleicht verbinden sollen.“

Scouts sind noch ausgelastet

Schäfer plädiert für einen Mix, der nicht nur die Dino-Fährten umfasst, sondern auch „möglichst viele andere Dinge“, die über das eigentliche Fachgebiet hinausgehen würden. Zum Premiumprodukt, das der Landkreis hier den Besuchern anbieten wollte, sollten auch zehn ausgebildete Dino-Scouts beitragen, die die Besucher fachkundig führen sollen. Einer von ihnen ist Uwe Stratmann, den man getrost als Initiator der gesamten Aufregung um die Echsenfresser und ihre Spuren bezeichnen kann, weil er vor über zehn Jahren die Spuren entdeckte und – ebenso wichtig – ihre Bedeutung einzuschätzen wusste.

Sieben der zehn damals ausgebildeten Dino-Scouts werden heut noch eingesetzt, erzählt Stratmann, „wir sind noch gut ausgelastet“, aber natürlich sei der Strom der Besucher und Gäste deutlich zurückgegangen, „aber das war uns am Anfang auch schon klar.“ Anfangs sei man besser ausgebucht gewesen, sagt Stratmann, „der Hype ist weg“.

Waren es zunächst Tausende, die gekommen sind, waren es später nur noch Hunderte, erinnert sich Stratmann, und wenn man den Besucherradius über Minden oder Hameln schlage, dann habe er oft festgestellt, dann man über diesen Radius noch nie von den Spuren gehört habe. Soll heißen: „Wir können als Dino-Scouts vor Ort klappern, so viel und so laut wir wollen, aber wir brauchen auch die Unterstützung vom Landkreis.“ Und die fehle, sagt Stratmann ganz offen, „wir wurden alleingelassen, das haben wir so empfunden.“

Auf den sanften Tourismus setzen

Natürlich müsse man auf einen sanften Tourismus setzen, so Stratmann, ein Angebot für Familien mit Kindern schaffen, bei dem man nicht mit dem Auto bis vor die Tür fahren könne, aber im Laufe der Jahre habe man die Zahl der Führungen doch deutlich nach unten reduzieren müssen.

Aber, sagt Stratmann, es gibt sie natürlich noch, die Führungen, und für das laufende Jahr liegen die ersten Anmeldungen bereits vor.

Erfahrung mit Tourismus auf dem Berg

Eine Rückmeldung gab es zum Auftaktartikel. Der Landkreis hatte von einem großen Entwicklungspotenzial für das Projekt gesprochen, aber auch als Problem benannt, dass bei größeren Touristenströmen keine Möglichkeit für Kaffee und Kuchen bestünden. Stephan Walter aus Apelern schreibt gerade an einem Bückeberg-Buch und findet es „recht amüsant“, wenn der Hochbauamtsleiter des Landkreises davon spreche, dass es Probleme geben werde, wenn so viele Busse anreisen würden und dies Konflikte mit anderen Interessen auf dem Berg hervorrufe. Walter: „Nun, 130 Jahre gab es dort ein Gasthaus mit recht viel Publikumsverkehr, auch mit allerhand Bussen.“

Und auch zum jbf-Centrum auf dem Bückberg würden beinahe täglich Busse fahren, schreibt Walter: „Es gibt also schon reichlich Erfahrungen mit Tourismus auf dem Berg.“ Und: „Die Tierchen im Wald haben es bislang überstanden.“