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Betrunkener greift zum Küchenmesser

Obernkirchen/Bückeburg / Urteil Betrunkener greift zum Küchenmesser

Ein 60 Jahre alter Mann versetzt offenbar etliche Obernkirchener in Sorge. „Er ist unbelehrbar und muss erst einsitzen, damit die Bevölkerung vor ihm geschützt wird“, sagt Staatsanwalt Günter Wilkening.

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Obernkirchen/Bückeburg (ly). Wegen Bedrohung und Beleidigung hat das Bückeburger Amtsgericht den Arbeitslosen kürzlich zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

 Mit einem Küchenmesser in seiner Hand hatte der 60-Jährige im Juli eine Frau eingeschüchtert, die ihm nur helfen wollte, nachdem er betrunken über die Eilsener Straße getorkelt war. Einen Arbeiter (43), der ihm daraufhin in Richtung Sportplatz folgte, beschimpfte der Obernkirchener unter anderem als „Nazischwein“ und drohte: „Ich schneide Dir die Kehle durch.“ Später ergab eine Blutprobe 1,32 Promille.

 Vor dem jüngsten Prozess hatte das Amtsgericht den Angeklagten zuletzt wegen mehrerer Delikte rechtskräftig zu elf Monaten Haft verurteilt. Einmal war er hinter Kindern hergelaufen. Als sich ein Radfahrer dazwischen stellte, schlug der 60-Jährige erst nach dem Radler, konnte anschließend aber von diesem am Boden fixiert werden. In einem anderen Fall hatte der erwachsene Mann 13-jährigen Schülern Schnaps angeboten und Schläge angedroht.

 Seit drei Jahren geht es mit dem Obernkirchener, der zwischenzeitlich unter Betreuung steht, steil bergab. Im November 2009 hatte ihn das Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er ins Luhdener Pfarrhaus eingebrochen war (wir berichteten). Strafrechtlich war der Angeklagte 56 Jahre lang nicht in Erscheinung getreten.

 Das hat sich geändert: Acht Einträge umfasst das Vorstrafenregister des 60-Jährigen inzwischen. „Straftaten begeht er so schnell, dass wir die Verfahren kaum abarbeiten können“, sagt Richter Armin Böhm. „Es macht mir Sorgen, wie es mit ihm bergab geht.“ Bewährung war kein Thema. Böhm findet „nichts, was für den Angeklagten spricht“. Das „Manko“ des Obernkircheners sieht Staatsanwalt Wilkening darin, dass dieser „ständig unter Strom“ stehe. „Sie können saufen, bis Sie umfallen“, sprach Wilkening den Arbeitslosen im Prozess direkt an. „Aber Sie dürfen keine anderen Leute bedrohen.“

 Auf offener Straße hatte der 60-Jährige an jenem Abend des 9. Juli ein Küchenmesser aus einer Plastiktüte gezogen. Die Obernkirchenerin, die sich Sorgen um den offenbar Betrunkenen machte, der ihr auf der Fahnbahn schwankend entgegen gekommen war, stieg schockiert wieder in ihr Auto ein. „Freundlich, wie sie ist, war meine Frau ausgestiegen, um ihm zu helfen“, erinnert sich deren Ehemann (69).

 Aus sicherer Entfernung hatte eine andere Zeugin (43) diese Szene und auch den Abgang zum Sportplatz beobachtet, „wo ebenfalls Leute waren“. Ihr Eindruck: „Für mich eine bedrohliche Situation.“ Beim Prozess war der 60-Jährige noch auf freiem Fuß.

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