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Obernkirchen Stadt Bildhauer gehen an die Arbeit
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Bildhauer gehen an die Arbeit
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19:50 31.07.2018
Antonella Tiozzo beginnt ihr Schmetterlingswerk. Quelle: tol
Obernkirchen

Zwei Wochen lang schaffen sie unter den Augen der Öffentlichkeit Kunst. Untergebracht sind sie im Westflügel des Stiftes, einer Tagungsstätte des jbf-Centrums direkt am Kirchplatz.

Am Montag begannen die Künstler aus Deutschland, Italien, Litauen und Taiwan gleich mit der Arbeit. Zunächst ging es darum, die noch unbehauenen Steinbrocken auf dem Kirchplatz zu verteilen. Einen Kubikmeter feinsten Obernkirchener Sandsteins bekommt jeder Künstler zur Gestaltung hingestellt. Die meisten Steine hatte die Firma Wesling, die die Obernkirchener Sandsteinbrüche bewirtschaftet, nach den Vorstellungen der Künstler schon auf die passende Größe gebracht. Volker Wybranietz vom IOBS-Verein hievte die Brocken mit einem Unimog an und bugsierte sie an die gewünschten Stellen. Bald danach erklang auf dem Kirchplatz das helle Klöppeln der Hämmer und Meißel.

Am Abend begrüßte Bürgermeister Oliver Schäfer die Bildhauer dann offiziell in der Bergstadt. Er habe den Eindruck gewonnen, dass „die Gruppe schon sehr gut miteinander harmoniert“, leitete Schäfer den Empfang im Rathaus ein. Er werte das als „gutes Omen“ für das gesamte Symposium. Schäfer verwies auf die jahrzehntelange Historie des Bildhauer-Symposiums und ergänzte: „Hier ist offensichtlich etwas Nachhaltiges entstanden.“ Er freue sich auf die kommenden zwei Wochen: „Die Besucher lassen sich gern in den Bann der Werke ziehen, die sich jeden mit jedem Tag ein Stück verändern.“ Schäfer dankte dem ausrichtenden IOBS-Verein und dem „Kulturfenster“, das das Rahmenprogramm gestrickt hat und das Trafohaus unterhält. „Hier arbeiten Hauptamt und Ehrenamt gut miteinander“, sagte Bürgermeister Schäfer.

Charlotte Köster, Vorsitzende des IOBS-Vereins, verwies darauf, dass „in diesem Jahr wieder vieles neu“ sei. Sie spielte mit der Bemerkung darauf an, dass die zehnte Ausgabe des Symposiums vor drei Jahren davon geprägt gewesen war, „alte Lieblinge“ aus früheren Symposien noch einmal in die Bergstadt zu holen. Starken Beifall löste Köster mit der Auskunft aus, bei ihr seien Freikarten für das Freibad zu bekommen; angesichts der tropischen Temperaturen im Saal, unter dem Dach des Rathauses, war die Reaktion nur allzu verständlich.

Die acht Bildhauer trugen sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Obernkirchen ein. Eine besondere Einlage bot Andrea, Freundin des litauische Symposiums-Teilnehmers Valius Remeika. Sie sang der Gesellschaft kurzerhand ein litauisches Volkslied vor, während ihr Freund, der Bildhauer, Gläser mit litauischem Honig verteilte. Fast überflüssig zu erwähnen: Beide waren in litauischer Volkstracht zu dem städtischen Empfang erschienen.