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Bornemann liebäugelt mit Flächen für baldige Expansion

Gelldorf / Gewerbegebiet Bornemann liebäugelt mit Flächen für baldige Expansion

Bei „Bornemann pumps“ an der Industriestraße stehen die Signale offenbar auf weiteres Wachstum: Mit Blick auf die „Betriebssicherung und Erweiterungsabsichten“ der Firma will der Ortsrat Gelldorf im Vorgriff auf eine „konkrete Bauleitplanung“ den Weg für ein Ausweiten des Industriegebiets freimachen – und dafür den Flächennutzungsplan „Südlich der Industriestraße“ ändern lassen.

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Die Firma Bornemann will sich am Standort Gelldorf/Obernkirchen Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre sichern.

Quelle: Archiv

Gelldorf (tw). Ein entsprechender Beschussvorschlag hat bei der jüngsten Zusammenkunft im Feuerwehrgerätehaus unter Regie von Andreas Hofmann den einhelligen Beifall der Fraktionen von Team Gelldorf und SPD gefunden. Bornemann war Mitte Oktober von dem US-Unternehmen ITT-Corporation gekauft worden. Geschäftsführer Gero von der Wense hatte sich von dem Deal ein „noch stärkeres Wachstum des Unternehmens und nachhaltige Sicherheiten für die Belegschaft am Standort Obernkirchen“ versprochen (wir berichteten).

 Der fragliche Raum, der für Bornemann oder andere Gewerbeansiedlungen mit Blick auf eine Bebauung bereitgestellt werden soll, besteht aus einer großen und einer kleineren Fläche, die beide direkt an die Hallen des Pumpenherstellers jenseits der Straße angrenzen. Damit eine künftige Bebauung die Gelldorfer nicht stört, soll sich ein breiter Grünstreifen anschließen. Die Gesamtgröße der Erweiterungsfläche inklusive Grün beträgt laut Fachbereichsleiter Bernhard Watermann 85805 Quadratmeter. Behörden und Bürger werden schon jetzt am Ändern des Flächennutzungsplanes beteiligt.

 „Wir wollen weiter wachsen, haben aber momentan nicht die räumlichen Möglichkeiten dazu“, bestätigt Axel Weinert auf Anfrage der Redaktion. Konkreteres weiß der Bornemann-Betriebsratschef noch nicht, aber: Es gibt Überlegungen, nach denen Bornemann ein Vorkaufsrecht für die fraglichen Flächen wahrnehmen wird. Bürgermeister Oliver Schäfer, von der Redaktion gleichfalls befragt: „Die Firma Bornemann möchte zum einen ihre Produktion erweitern und zum anderen die bisherigen Produktions- und Verwaltungsabläufe optimieren.“ Das werde auch mit einem Aufstocken der Anzahl der Mitarbeiter einhergehen. Es gehe darum, sich am Standort Gelldorf/Obernkirchen Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre zu sichern.

 Wie Weinert weiter berichtet, sollte gestern eine große Delegation leitender Mitarbeiter aus allen Bereichen von ITT-Corporation bei Bornemann eintreffen und an der Industriestraße Gespräche mit den hiesigen Abteilungs- und Bereichleitern führen. Die US-Amerikaner wollen zwei Tage bleiben und im Laufe des heutigen Freitags wieder zurück fliegen. Im Laufe dieser Gespräche erwarten von der Wense, Weinert und die Belegschaft auch, Details zum jüngsten Kaufkontrakt zu erfahren – zumindest, soweit es die Arbeitsplätze und -verträge betrifft.

 Konkreteres über eine in naher Zukunft bevorstehende Expansion Bornemanns kommt auch im Ortsrat Gelldorf nicht zur Sprache. Dort gibt es dafür aber Solidaritätsbekundungen aller Fraktionen: „Ich sehe ein Erweitern des Gewerbegebiets ,Südliche Industriestraße‘ als sinnvoll an – sowohl für den Ort als auch für Obernkirchen“, kommentiert Burckhard Molthahn. Der Vizefraktionschef vom Team Gelldorf: „Die dafür nötigen Straßen sind vorhanden, müssen eventuell nur noch weiter ausgebaut werden.“ Eine Lärmbelästigung sei „weitestgehend ausgeschlossen“. Gelldorf sei beim Schallschutz mit Blick aufs Gewerbegebiet bislang auf der sicheren Seite gewesen und werde es auch nach der Erweiterung des Areals bleiben.

 Natürlich kollidiere jede Erweiterung mit irgendwelchen Interessen. „Aber“, so Molthahn, „wir leben nicht auf dem Mond. Wenn wir wollen, dass sich unser Gemeinwesen weiter entwickelt, müssen wir Kompromisse machen. Dieses ist ein Guter.“

 Fraktionskollege Dirk Rodenbeck sieht das ebenso: „Wichtig ist nur, dass wir eine klare Trennung zwischen Gewerbegebiet und Ortschaft behalten.“ Aktuell gebe es mit Bornemann keinen Lärmkonflikt. Das bestätigt auch Kirsten Battaglia. Die SPD-Fraktionschefin: „Dort wo ich wohne, gibt’s keinen Lärm. Das Einzige, was ich höre, sind Hubschrauber – und die kommen bekanntlich nicht von Bornemann.“

 Bleibt nachzutragen: Abgesehen von mehr Raum für Firmen à la Bornemann geht es dem Ortsrat Gelldorf darum, mit dem Ändern des Plans auch die Entwicklung der angrenzenden Kläranlage Vehlen zu sichern. „In der Vergangenheit hat es im Bereich der Kläranlage Änderungen beim Flächeneigentum gegeben, die es erfordern, dass der Plan angepasst wird“, heißt es in der Begründung von Watermann. Dabei soll die im Süden angrenzende Fläche dem Erweitern der Kläranlage dienen, eine weitere Fläche im Westen aus der Vorsorgeplanung für die Kläranlage herausgenommen werden und künftig als Landwirtschaftsareal fungieren.

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