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Chaos auf der Baustelle

Bagger versperren den Weg Chaos auf der Baustelle

Die Kunden empfängt Monika Obendorf lächelnd, danach ist ihr aber nicht zumute: Am Freitagmorgen hat sie an der Rintelner Straße in Obernkirchen ihren Kiosk „Mein & Dein Kiosk“ eröffnet, vor der Tür hat sie überraschenderweise eine Riesenbaustelle der Stadtwerke Schaumburg-Lippe vorgefunden.

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Quelle: rnk

Obernkirchen. Als sie ihr Gewerbe bei der Stadt anmeldete, habe ihr niemand gesagt, dass pünktlich zur Neuöffnung eine Baustelle mit Baggern direkt vor dem Eingang auf sie warten würde, die wahrscheinlich einen Monat andauern wird. „Sonst hätte ich wohl erst am 1. Oktober eröffnet.“

 Noch ist das Sortiment ein bisschen überschaubar. Rauchwaren, Getränke mit und ohne Alkohol, Snacks, Zeitungen und Zeitschriften gibt es erst Mitte nächster Woche, aber Obendorf gibt sich kämpferisch: „Ich fange heute an und ziehe das durch.“ Wenn auch nur auf Sparflamme, fügt sie noch an, Coffee-to-go und Bockwurst. Das Werbeschild für den Kaffee steht übrigens mitten auf der abgesperrten Fahrbahn, hinter ein paar Baken.

 Die Info über die Baustelle hatte Bürgermeister Oliver Schäfer am Dienstag über das Ordnungsamt erhalten und am Mittwoch im Rat darüber berichtet. Und man glaubt es kaum: Donnerstagnachmittag gab es endlich eine Info-Mail von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe, und zwar auf Anforderung der Stadt, nachdem man im Rathaus den Auftraggeber recherchiert hatte. Erneuert werden Gas- und Wasserleitungen an der L442 – genauer: an der Rintelner Straße ab der Einmündung Eilsener Straße auf einer Länge von rund 80 Meter mit zwei Kreuzungen.

Gespräch mit Bauarbeitern gesucht

 „Der behindertengerechte Zugang zur Bergapotheke wurde heute mit der Eigentümerin und der Apothekenbetreiberin abgestimmt“, hat Torsten Schwarze von den Stadtwerken, die dort am Buddeln sind, Schäfer mitgeteilt.

 Und würde man diese Zeilen Sybille Schlusche vorlesen, dann würde die gemeinhin schlagfertige Besitzerin der Berg-Apotheke wohl etwas länger nach einer passenden Antwort suchen. Denn die Berg-Apotheke an der Ecke Rintelner und Eilser Straße ist von der Baustelle natürlich auch betroffen. Und Schlusche erzählt, wie das am Donnerstagmorgen so war, als sie zur Apotheke kam und die Baustelle sah. Zunächst, sagt sie, habe sie ja angenommen, die Absperrungen auf der Eilser Straße hätten vielleicht mit den Bauarbeiten am Sülbecker Weg zu tun, eine großzügige Umleitung etwa, dann habe sie den Rest gesehen. Es hat ihr nicht gefallen, natürlich nicht.

 Dazu muss man wissen, dass die Apotheke für Menschen mit Rollatoren oder generell mit Gehbehinderungen über den Fußweg zu erreichen ist, der dann in einen kleinen ebenen Weg bis zur Apothekentür mündet. „Und der Fußweg war abgesperrt“, erklärt sie, obwohl der Weg selbst offenkundig mit den Bauarbeiten nicht in Verbindung steht. Somit wäre den Kunden nur die lange Treppe geblieben. Sie hat das Gespräch mit den Bauarbeitern gesucht. Und weil Schlusche sehr energisch sein kann, wurde der Fußweg wieder freigegeben – und, einmal dabei, der unnötig abgesperrte halbe Fußgängerweg auch.

 Eine Frage hat Schlusche an diesem Freitagmorgen auch: Es gebe an der Baustelle nur einen Anlieger, nämlich die Apotheke: „Warum hat vorher nicht mal jemand angerufen und Bescheid gesagt?“

Mehr Zeit einplanen

Autofahrer sollten also Zeit einplanen, denn die beiden Ampeln, die auf der halbseitig gesperrten Rintelner Straße den Verkehr regeln, gönnen sich lange Pausen. Dazu kommt der nach oben drängende und per Ampel geregelte Verkehr aus der ebenfalls halbseitig gesperrten Eilsener Straße. Und wer aus Richtung Innenstadt auf die Rintelner Straße kommt, sollte vorsichtig fahren: Die Ampel hängt direkt hinter einem Baum, ab dem dritten Auto in der Schlange ist sie nicht mehr sichtbar. Der Bürgermeister hat seinem Bauhof einen Auftrag erteilt: Schneidet Montag den Baum herunter. Gestern Mittag wurde er dann ganz entfernt.

 Schäfer also wurde spät über die Baustelle informiert. Sie fällt nicht in die Zuständigkeit der Stadt, sondern des Landkreises Schaumburg. Und natürlich, sagt er, hätte man sich eine Information vorab vonseiten der Stadtwerke Schamburg-Lippe gewünscht; schon allein, um mal mit den Anliegern im Vorfeld zu sprechen. Seine Einschätzung: Man habe die Baustelle bei den Stadtwerken vielleicht unterschätzt.

 Schäfer ist mit der Baustelle nicht recht glücklich, gerade auch mit Blick auf die Bergamtstraße. Halten die Autos vor der Ampel in Richtung Rinteln, wird die Zufahrt komplett versperrt. Das ist ärgerlich für Autofahrer, die von oben kommen und abbiegen wollen, aber keine Lücke vorfinden und den restlichen Verkehr stauen. Sein Vorschlag daher: „Die Ampel weiter nach unten rücken, damit die Zufahrt frei bleibt.“ Und frei bleiben sollte sie auch für Autofahrer, also Besucher und Anwohner, die aus der Bergamtstraße auf die Rintelner Straße abbiegen wollen.

 Bei den Stadtwerken wollte sich Schwarze nicht äußern und verwies auf die Pressestelle. Sie war nicht mehr besetzt.  rnk

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