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Obernkirchen Stadt DRK: Tafel und Kleiderladen passen nicht in Ex-Aldi-Filiale
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt DRK: Tafel und Kleiderladen passen nicht in Ex-Aldi-Filiale
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00:16 26.06.2016
Für die Obernkirchener Tafel des DRK-Kreisverbandes Schaumburg suchen Thomas Hoffmann und Michaela Hinse einen mehr Platz bietenden Standort, an dem auch der Kleiderladen betrieben werden kann. Quelle: wk
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OBERNKIRCHEN

Die mehr als 800 Quadratmeter große, im Eigentum der Obernkirchener Stadtentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH (OSB) stehende Immobilie, will das städtische Tochterunternehmen zu einem Mehrzweckgebäude umbauen lassen.

 Derzeit ist die Tafel im Erdgeschoss des Gebäudes Bornemannstraße 1, in dem auch der DRK-Kreisverband selbst seinen Sitz hat, zu finden. Allerdings stehen dort – den Warteraum, den Ausgaberaum für die gespendeten Lebensmittel und den Sozialraum für die Mitarbeiter zusammengerechnet – gerade einmal rund 50 Quadratmeter für die Tafel zur Verfügung, so Michaela Hinse, die Koordinatorin der regionalen DRK-Tafeln.

 Viel zu wenig angesichts von aktuell knapp 230 bedürftigen Erwachsenen plus zirka 150 bedürftigen Kindern, die dort zweimal wöchentlich kostenlos mit Lebensmitteln versorgt werden. Deshalb müssen viele Kunden bei Wind und Wetter vor dem Gebäude auf dem Bürgersteig warten, bis sie endlich an der Reihe sind und ihre Waren in Empfang nehmen können.

 Viel zu beengt sind auch die Räumlichkeiten an der Neumarktstraße 23, in denen der Kleiderladen des DRK betrieben wird, ergänzt Martina Marino-Gruson, die für die Koordination der Schaumburger DRK-Kleiderläden zuständig ist. Hinzu komme, dass sich die dortige Verkaufsfläche (50 Quadratmeter) über mehrere Ebenen des Gebäudes erstrecke und somit keine Barrierefreiheit gegeben sei.

 Insofern wäre es ideal gewesen, wenn man sowohl mit der Tafel als auch mit dem Kleiderladen in einigen Monaten in den zu einem Mehrzweckgebäude umgebauten ehemaligen Aldi-Markt hätte umziehen können, wobei man für beide Einrichtungen insgesamt 150 Quadratmeter an Fläche benötigt hätte, sagt Thomas Hoffmann, der Kreisgeschäftsführer des DRK. Denn wenn man – so wie in Rinteln und Stadthagen – die beiden sozialen Einrichtungen unter einem Dach hätte, würde dieses Konzept den Tafel-Kunden ein bisschen mehr Anonymität bescheren, indem es für Außenstehende nicht so offensichtlich sei, dass die Bedürftigen die Tafel aufsuchen.

Nach den ersten Gesprächen mit dem OSB-Geschäftsführer Andreas Jasper, mit Bürgermeister Oliver Schäfer und dem mit den Planungen befassten Architekten Oliver Harmening (Krainhagen) sei er selbst davon ausgegangen, dass das Rote Kreuz nach erfolgtem Umbau einen Teil des Mehrzweckgebäudes anmieten könne, führt Hoffmann weiter aus. „Doch dann kam die Kehrtwende.“ So sei ihm plötzlich mitgeteilt worden, dass ein Anbau erforderlich wäre, um auch die Tafel und den Kleiderladen in dem Mehrzweckgebäude unterbringen zu können. Dies wiederum würde jedoch „erhöhte Brandschutzauflagen“ mit sich bringen, die zu unverhältnismäßig hohen Mehrkosten führen würden, weshalb dieses Vorhaben nicht infrage komme.

 Aufgrund dieser Absage sei man schon „sehr enttäuscht“, verrät der DRK-Kreisgeschäftsführer. „Aber nachdem wir das jetzt langsam verdaut haben, müssen wir schauen, ob wir das Konzept wie geplant umsetzen können.“ Seitens der Stadtverwaltung sei zwar signalisiert worden, dass diese das DRK unterstützen wolle, eine konkrete Lösung habe diese jedoch nicht. wk

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