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Obernkirchen Stadt Damit zum Fest nichts anbrennt
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Damit zum Fest nichts anbrennt
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15:39 24.11.2014
Neuer Schwibbogen: Er trägt den Bahnhof Obernkirchen, den Wasserturm Rinteln, einen Triebwagen und eine Lokomotive. Quelle: tw
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Obernkirchen

„Der mit LEDs beleuchtete Bogen zeigt den Bahnhof Obernkirchen, einen Triebwagen und eine Dampflokomotive sowie den Wassertrum in Rinteln“, sagt der Kunsthandwerker. Seine neueste Schöpfung ist eine von vielen, die Wolfgang Claus zusammen mit seiner Ehefrau Rosemarie derzeit in der Stadtsparkasse am Marktplatz ausstellt.

 „Es wird immer schwerer wenn nicht gar unmöglich, noch neue Obernkirchen-Motive zu finden“, erzählt Claus bei der Eröffnung der nunmehr bereits sechsten Ausstellung dieser Art im von Joachim Gotthardt geleiteten Geldhaus. Der – Rintelner – Wasserturm ist vielleicht ein erster Hinweis auf diese Problematik. Eventuell will der Bergstädter über kurz oder lang Vorlagen aus der Weserstadt aufgreifen. Lohnen könnte sich das: „Beim jüngsten Basar im Sonnenhof, bei dem wir ebenfalls ausgestellt haben, kamen Angehörige aus Rinteln und haben das eine oder andere gekauft“, freut sich Wolfagang Claus.

In dieser Pyramide von Wolfgang und Rosemarie Claus werkelt ein flüsterleiser Elektromotor; die Kerzen sind in erster Linie Zierde. Quelle: tw

Doch wie auch immer: „Alle Präsentationen des Ehepaares Claus sind durchweg gut besucht worden – das wird bei dieser nicht anders sein“, sagt der Banker. „Für uns“, schmunzelt Gotthardt, „sind diese Ausstellungen längst so etwas wie ein Dauerauftrag“.

 Mit dem Sägen von Schwibbögen hat Claus nach der Grenzöffnung begonnen; das ist inzwischen 25 Jahre her. In seiner aktuellen Schau am Marktplatz zeigt der Obernkirchener acht verschiedene Bögen, die zu Preisen ab 30 Euro zu haben sind. Schwibbögen symbolisierten ursprünglich den Himmelsbogen. Der erste Bekannte stammt aus dem Jahr 1740. Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter waren Ausdruck der Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht, das sie in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen; zum Arbeitsbeginn am frühen Morgen war es noch dunkel, und nach dem Ende der Schicht am Abend war die Sonne bereits untergegangen.

 Ergänzt werden die Schwibbögen in der Sparkasse um Pyramiden, Arrangements für Kerzen und Baumschmuck.

 „Besonders die Pyramiden, bei denen die ,Rotor’-Blätter von einem Elektromotor angetrieben werden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit“, so der Kunsthandwerker. Das sei in Obernkirchen nicht anders als im Erzgebirge. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Erfolgt der ,Antrieb’ durch einen Motor statt durch Kerzen, muss man nicht ständig aufpassen, dass die Blätter nicht ankokeln“, weiß Rosemarie Claus. Außerdem eigneten sich Kerzen als Antrieb heutzutage kaum noch. „Die meisten Stuben sind überheizt; da entsteht dann kaum noch die Thermik, die nötig ist, um die ,Rotorblätter’ in Bewegung zu setzen“, weiß die Bergstädterin.

Gut: Wolfgang Claus verwendet für den Antrieb der Pyramiden ausschließlich Elektromotoren aus deutscher Fertigung: „Die“, sagt der Kunsthandwerker, „sind zwar etwas teurer als ihre chinesischen Pendants, laufen dafür aber flüsterleise.“ Zu haben sind die besagten Motor-Pyramiden zu Preisen ab 200 Euro; wer’s manchmal lieber klassisch mag, kann den Motor auch ausschalten – und statt dessen nach alter Art die Kerzen für den Antrieb sorgen lassen. Auch gut: Alle Pyramiden, die Wolfgang Claus fertigt, lassen sich zum platzsparenden Einlagern nach dem Fest etagenweise zerlegen.

 Die Größte, die er bislang konstruiert – und verkauft – hat, misst übrigens sage und schreibe 2,50 Meter. Ein Besucher hatte ein kleineres Exemplar weiland in der Sparkasse gesehen – und das Größere in Auftrag gegeben.

 Zu sehen ist die aktuelle Ausstellung in der Sparkasse der Bergstadt noch bis Ende des Jahres. Alternativ können Interessierte die Laubsägearbeiten auch auf dem Obernkirchener Adventsmarkt in Augenschein nehmen. tw

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