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Obernkirchen Stadt Das Leiden lindern
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Das Leiden lindern
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09:07 17.05.2018
„Wir wollen ganz viele Menschen schulen, um das Sterben wieder nach Hause zu verlagern“: Anja Meyer (links) und Barbara Weißbrich bieten „Letzte Hilfe“-Kurse an. Quelle: rnk
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Obernkirchen

Was sich alle wünschen, ist dies: Nach einem langen, glücklichen und rechtschaffenem Leben stirbt man daheim, im Kreise der Familie. Das bleibt jedoch in den meisten Fällen ein frommer Wunsch. Etwa 64 Prozent der Sterbenden, erklärt Barbara Weißbrich und bezieht sich dabei auf eine Zahl des Magazins Spiegel, würden im Krankenhaus oder in einer stationären Pflegeeinrichtung sterben. Daher bieten Weißbrich und Anja Meyer jetzt Kurse an, die sich „Letzte Hilfe“ nennen. Ihr Inhalt: Wie helfe ich Menschen, die sterben? Und was kann ich selber bereits im Vorfeld für mich regeln.

Der Kurs dauert drei Stunden, ist kostenlos, und bei der Premiere werden zunächst interessierte Bewohner der betreuten Wohnanlagen vom Sonnenhof und ehrenamtliche Hospizbegleiter vom ambulanten Hospizdienst Sonnenhof für Obernkirchen, Auetal und Umgebung geschult.

Wie geht man mit sterbenden Menschen um? Die Antwort, die Meyer und Weißbrich geben, klingt einfach: Man sollte sie stärken und ihnen zeigen, dass sie auf diesem Weg nicht alleine sind. Ebenso wichtig seien ein natürlicher, würdevoller Umgang mit dem Sterbenden und die Akzeptanz der Selbstbestimmung bis zuletzt.

Vier Module in 180 Minuten

Eher zufällig hat Weißbrich von der „Letzten Hilfe“ gehört, dem Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende, und das Projekt hat sie sofort begeistert: So wie es eine erste Hilfe gibt, so sollte es auch eine letzte Hilfe geben, und Meyer sieht es so: Die Chance, jemandem beim Sterben zu helfen, sei deutlich höher als die, jemanden zu reanimieren. Beide haben sich daher zu „Letzte Hilfe“-Kursleiterinnen ausbilden lassen und geben ihr Wissen nun an interessierte Bürger weiter, wobei es Kursregeln zur Durchführung gibt. Eine Präsentation mit 54 Folien, 180 Minuten, vier Module: Sterben als ein Teil des Lebens; Vorsorgen und entscheiden; Leiden lindern und, viertens, Abschied nehmen.

Das Konzept dazu stammt von den Palliativwissenschaftlern Georg Bollig und Andreas Heller und etabliert sich mithilfe von Kooperationspartnern aus kirchlichen und anderen Bereichen mehr und mehr. Wer einen „Letzte Hilfe“-Kurs gibt, braucht selbst bestimmte berufliche Qualifikationen und muss sich grundsätzlich an das von den Wissenschaftlern entwickelte Schema halten. Vermittelt werden Basiswissen und Orientierung sowie einfache Handgriffe. Den Teilnehmern soll ein Grundwissen an die Hand gegeben werden, sie sollen ermutigt werden, sich Sterbenden zuzuwenden, denn Zuwendung sei das, was alle am Ende des Lebens am meisten brauchen würden.

"Sterben nach Hause verlagern"

Meyer formuliert das recht ehrgeizige Ziel der Kurse so: „Wir wollen ganz viele Menschen schulen, um das Sterben wieder nach Hause zu verlagern.“ Dorthin, wo man gelebt hat; dorthin, wo man geliebt hat und geliebt wurde. Das Wissen um die letzte Hilfe und das Umsorgen von schwerkranken und sterbenden Menschen soll wieder werden, was es einmal war: Allgemeinwissen.

Der nächste Kurs findet am 16. August von 14.30 bis 18 Uhr statt. Anmeldungen nehmen Barbara Weißbrich und Anja Meyer als Koordinatorinnen für den Hospizdienst entgegen unter Telefon (0 57 24) 96 11 44 und per E-Mail an hospizdienst@sonnenhof-obernkirchen.de. Der Kurs ist kostenlos. rnk

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