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„Das bleibt im Kopf“

Wettbewerb „Das bleibt im Kopf“

Rückblende: Es ist der 20. Oktober 1995 – Bundespräsident Roman Herzog zeichnet die Erstpreisträger im Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue aus.

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Mit ihrem ehemaligen Lehrer Klaus Maiwald präsentieren Kirsten Schaper (links) und Mario Mankewitz (rechts) eines der Bücher, für das sie beim seinerzeit von Maiwald geleiteten Kursus Material beigesteuert haben.

Quelle: wk

Obernkirchen/Achum (wk). Unter ihnen sieben Jungen und Mädchen des Wahlpflichtkurses Geschichte der Klasse 10 der Realschule Obernkirchen. Ein halbes Jahr hatten Sebastian Binias, Mario Cascino, Maren Klapproth, Nina Manzke, Ulf Möller, Dirk Rodenbeck und Kirsten Schaper unter der Leitung ihres Tutors Klaus Maiwald zum Thema „Ost-West-Geschichte(n) – Jugendliche fragen nach“ vor Ort geforscht.

 So interviewten die „Spurensucher“ Übersiedler aus den fünfziger und achtziger Jahren, dazu Personen, die Wirtschafts-, Kirchen-, Theater- oder Sportkontakte zur DDR pflegten. Um auch Meinungen aus der Politik aufzugreifen, schrieb die Schülergruppe 60 Briefe an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker und bat um persönliche Erinnerungen an die Eckdaten deutsch-deutscher Geschichte.

 Auf diese Weise erhielten die Schüler – so Maiwald – „detaillierte Schilderungen“ zum Aufstand in der DDR 1953, dem Mauerbau 1961 und dem Mauerfall 1989, und zwar vom seinerzeitigen Bundeskanzler Helmut Kohl sowie den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, Manfred Stolpe und Johannes Rau. Niedersachsens Kultusminister Rolf Wernstädt lud die Schüler nach Hannover ein, um seine persönlichen Erinnerungen mündlich vorzutragen.

 Aus all diesem Material ließ die Schule eine 330 Seiten umfassende Dokumentation mit dem Thema „Notizen aus der Provinz: Deutsch-deutsche Geschichten aus Obernkirchen und Umgebung“ erstellen, die dann von Maiwald als Wettbewerbsbeitrag eingereicht wurde.

 Insgesamt hatten sich 3856 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 21 Jahren am Wettbewerb beteiligt und 947 Beiträge eingereicht. Dabei zeigte sich die Jury von der Arbeit aus Obernkirchen sehr beeindruckt und verlieh ihr einen von fünf vergebenen ersten Preisen, zu dem eine dreitägige Berlin-Fahrt, ein Empfang beim Bundespräsidenten und ein Preisgeld von umgerechnet 1500 Euro gehörten.

 „Bis heute sind diese Jungen und Mädchen die einzigen Erstpreisträger im Landkreis geblieben“, resümiert Maiwald mit Blick auf diesen alljährlichen Schülerwettbewerb. Für den inzwischen pensionierten Lehrer ein guter Grund, sich nach 20 Jahren mit seinen ehemaligen Schülern zu einem Meinungsaustausch wiederzutreffen – bei Kaffee und Kuchen auf dem Achumer „Meierhof“. Die Resonanz auf die Einladung war allerdings mau: Gerade mal zwei der sieben Ex-Schüler – Kirsten Schaper aus Liekwegen und Mario Mankewitz geborene Cascino (Hamm) – waren gekommen. Gleichwohl erinnerten sich diese beiden gerne an ihr Projekt und das dann in Berlin Erlebte.

 Es habe Spaß gemacht, das Material zu sondieren und für das in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckte Buch aufzubereiten, berichtete Mankewitz. „Die Geschichte wurde so lebendig.“ Außerdem sei dieses Thema auch über die Unterrichtsstunden präsent gewesen, indem man sich in den Pausen immer wieder mit anderen Schülern darüber unterhalten habe. Der Besuch beim Bundespräsidenten sei mehr Wert gewesen als das Preisgeld.

 Der Besuch im Berliner Schloss Bellevue war auf jeden Fall beeindruckend, bestätigt Schaper. „Das bleibt im Kopf.“ Und wenn sie von ihrem eigenen Leben erzähle, dann sei dies eine Geschichte, die sie gerne erwähne. Zumal sie den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog als einen „sehr netten, menschlichen Typ“ empfunden habe und das Büfett in dessen Amtssitz „toll“ gewesen sei.

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