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Obernkirchen Stadt Das große Buhlen um die Schüler
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00:27 14.06.2015
Dörte Korn (links) und Karoline Tietjen
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Obernkirchen/Rinteln

Der Landkreis Schaumburg hat in Niedersachsen die größte Dichte an Gesamtschulen. Gleich fünf IGS gibt es in Schaumburg, erst vor Kurzem ist in Rinteln eine Oberschule zur IGS umgewidmet worden. Damit ist auch das Einzugsgebiet der Schule in Obernkirchen kleiner geworden – aktuell besteht es aus der Gemeinde Auetal, der Samtgemeinde Eilsen und der Stadt Obernkirchen. Rinteln, das im vergangenen Jahr 30 Schüler nach Obernkirchen schickte, gehört seit 2014/15 nicht mehr dazu. Für die Schüler kann das nur von Vorteil sein: Für das kommende Schuljahr kann die IGS 145 Schüler aufnehmen – einen Losentscheid wird es aller Voraussicht nach nicht geben.

Bei Eltern ist die IGS Obernkirchen weiter sehr gefragt. Die Gründe, warum sie sich für die IGS interessieren, sind ähnlich. „Ich denke, dass meine Tochter hier umfassend gefördert werden kann“, sagt Marie Gerber, deren andere Tochter auf ein Gymnasium geht. „Man legt hier offenbar viel Wert auf Sozialkompetenzen“, sagt Gerber und nennt als Beispiel das Paten-System, bei dem ein älterer Schüler einen jüngeren betreut. Mindestens genauso wichtig ist ihr, dass die Entwicklung „lange offen gehalten wird, denn nach der 4. Klasse kann man noch nicht sagen, wohin die Reise geht.“ Das gelte auch für ihre Tochter, die sich in den ersten drei Klassen der Grundschule leicht habe ablenken lassen, was sich in ihrer Empfehlung niedergeschlagen habe. „Dabei beginnt sich das gerade zu ändern“, hat Gerber beobachtet.

Das sieht auch Dörte Korn so. Eine Aufteilung nach der 4. Klasse sei viel zu früh, sagt die Schulleiterin – in der IGS Obernkirchen werde die schulische Entwicklung deshalb möglichst lange offen gehalten.

„Manchmal führen die Lebensumstände dazu, dass die Kinder nicht gut lernen und schlechte Noten bekommen“, erläutert Korn das Problem. Wenn sich die Umstände dann erneut änderten, „kann sich das ganz schnell wieder umdrehen“. Ein weiteres Stichwort sei die Pubertät: Eine Schule müsse berücksichtigen, dass sich in dieser Zeit die Gehirnstrukturen stark veränderten. Ziel müsse es deshalb sein, Kinder aufzufangen, „und sie nicht schon in frühen Jahren in die äußere Differenz zu schicken“. Für Korn gilt: „Jedes Kind muss man individuell fördern und fordern, das Ziel muss immer sein, dass es den bestmöglichen Abschluss machen kann.“

Fördern und Fordern ist nur ein Bestandteil des Konzepts an der IGS. Ein anderer ist der gemeinsame Unterricht von Schülern mit verschiedenen Empfehlungen von Klasse 5 bis 8. Weil der Unterricht auf verschiedenen Anspruchsebenen erfolge, sei er für niemanden zu langweilig oder zu komplex, sagt die didaktische Leiterin, Karoline Tietjen.

Ein wichtiges Ziel sieht die Pädagogin darin, die Schüler an ein selbstständiges Arbeiten heranzuführen, etwa durch Lernpläne und Checklisten. „Die Kinder müssen einen Wochenplan erfüllen und können je nachdem, welche Schwerpunkte sie haben, aus verschiedenen Leistungsniveaus auswählen“, sagt Tietjen. Hausaufgaben im landläufigen Sinne gebe es daher nicht mehr.

Und die Eltern? Wie erhalten die einen Überblick über die Leistungen ihres Kindes? Zum einen über ein Schülerheft, über das der Lehrer mit den Eltern in Kontakt bleibt. Zum anderen über eine Leistungsbewertung, die aus mehreren Teilen besteht – einem ausführlichen allgemeinen Teil, individuellen fachspezifischen Bemerkungen zu den einzelnen Fächern und einem Zeugnisteil mit Noten. Die Noten werden allerdings erst seit Kurzem vergeben, „nach einer langen Diskussion“, wie Korn ausführt.

Zum Hintergrund: Die IGS Obernkirchen kann bis zu 145 Schüler aufnehmen, Einzugsgebiet ist die Gemeinde Auetal, die Samtgemeinde Eilsen und die Stadt Obernkirchen. Bei mehr als 145 Anmeldungen entscheidet ein qualifiziertes Losverfahren nach Leistungstöpfen. Anmeldezeitraum: vom 17. bis 19. Juni. mig

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