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Das ist der Aktionsplan

Lärmschutz in Obernkirchen Das ist der Aktionsplan

Soll der aktuelle Aktionsplan der Stadt Obernkirchen zum Lärmschutz (wir berichteten) über das bisherige Untersuchungsgebiet hinaus um weitere Straßenzüge erweitert werden? Allen voran um die Kreisstraßen? Das würde die Stadt etwa 10000 Euro kosten.

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Auf dem Oval aus Neumarktstraße (Foto) und Heyestraße soll nach dem Willen der Politiker nachts Tempo 30 gelten.

Quelle: tw

Obernkirchen. Doch wie sich jetzt im Bauausschuss zeigte, der unter Regie von Manfred Eßmann (SPD) tagte, will das weder das Rathaus, noch wollen es die Bürgervertreter. Einhelliger Tenor: Über das vom Gesetzgeber Geforderte hinaus, soll sich die finanziell klamme Bergstadt – freiwillig – nicht weiter engagieren.

 Das bisherige Untersuchungsgebiet des Lärmschutzaktionsplans umfasst zum einen Teile der L442, beginnend ab Eilsener Straße/Rathenaustraße bis hin zum Ortsausgang Richtung Sülbeck, zum anderen die B65 im Bereich Gelldorf (Hauptstraße). Heinz Mazur, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der PGT Umwelt und Verkehr GmbH mit Sitz in Hannover, hatte in diesem Zusammenhang bereits Anfang Dezember 2014 angeregt, die vorhandenen Messwerte überprüfen zu lassen; sie gelten als fehlerhaft.

 Der Essmann-Ausschuss und das Rathaus haben sich nun unisono dafür ausgesprochen, diese Messwerte zu korrigieren und das Untersuchungsgebiet an der L442 um den Bereich der Rintelner Straße zu erweitern. „Das“, meint Bürgermeister Oliver Schäfer, „kostet die Stadt vergleichsweise wenig.“

 Was darüber hinaus kommen soll, das sind beidseitige Schutzstreifen für Radfahrer an der L442 im Bereich der Rintelner Straße. Diese vergleichsweise breite Straße verführe nämlich zum Rasen und Rasen macht Lärm. Darüber hinaus soll es Schutzstreifen auch auf der L442 (Sülbecker Weg) stadtauswärts Richtung Nienstädt geben. Die Kosten für diese Schutzstreifen sollen sich nach ersten Schätzungen in einem „mittleren vierstelligen Bereich“ bewegen. Die Baumaßnahme selbst ist Sache des Landes. Dadurch, dass die Schutzstreifen Bestandteil des Aktionsplanes werden sollen, bekommt das Obernkirchner Begehren in Hannover aber ein viel größeres Gewicht.

 „Die SPD-Fraktion hat bei ihrer jüngsten Klausurtagung lange über den Lärmschutzaktionsplan gesprochen“, berichtet Thomas Mittmann. Der Sozialdemokrat: „Wir teilen die Ansicht des Bürgermeisters: Freiwillig sollten wir uns nichts weiter aufbürden.“ Allerdings will die SPD aus Lärmschutzgründen in den Nachtstunden im Bereich des Ovals aus Neumarktstraße/Heyestraße Tempo 30. Ab der Rewe-/Aldi-Kreuzung Richtung Sülbeck soll es dagegen Tag und Nacht unverändert wie bisher bei Tempo 50 bleiben.

 Derweil drängt Thomas Stübke für die Grünen darauf, das Untersuchungsgebiet „zu einem späteren Zeitpunkt und in einem zweiten Schritt“ auch auf die jetzt noch verschmähten Kreisstraßen auszudehnen. Was die Rintelner Straße angeht, so soll sie nach dem Willen Stübkes „bis hoch zur Waldkante“ und damit bis einschließlich der letzten Häuser Bestandteil des Aktionsplanes gegen Lärm werden.

 Hintergrund: „Alle fünf Jahre müssen die Kommunen gemäß einer EU-Richtlinie anhand von Lärmkarten neu prüfen, ob es auf den Straßen in ihrem Bereich eine Lärmbelastung gibt“, so Mazur. Das trifft auch auf Obernkirchen zu. Problem dabei nur: Das Land hat zwar die Straßen erfasst, auf denen pro Tag 8000 und mehr Fahrzeuge rollen, aber diese Erfassung ist allerdings nicht vollständig. Anders ausgedrückt: Da das dem Lärmaktionsplan zugrunde liegende Zahlenmaterial vielfach alt ist oder auf einer falschen Grundlage erhoben wurde (Tempo 30 statt Tempo 50, Tempo 50 statt Tempo 70), ist die tatsächliche Lärmbelastung in nicht wenigen Teilen des Stadtgebiets größer als derzeit dokumentiert.

 Das führt dazu, dass der Südteil der Kernstadt gar nicht mehr erfasst wird und die Lärmkarten im Prinzip nur den Obernkirchener Bereich der B65 und die L442 bis zur Stadtmitte abdecken. Dort wird insbesondere nachts in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr an den Fassaden ein Schallpegel von bis zu 70 db(A) respektive bis zu 65 db(A) gemessen. Betroffen sind in dem genannten Zeitraum etwa 400 bis 500 Menschen. Kritisch sind indes bereits Werte ab 55 db(A). tw

 Der jetzige Entwurf des Lärmschutzaktionsplans wird nun für die Dauer von vier Wochen öffentlich ausgelegt; auch die Behörden können sich dazu äußern. Der Plan selbst soll dann bis zu den Sommerferien (Beginn: 23. Juli) in trockenen Tüchern sein.

 Auf dem Oval aus Neumarktstraße (Foto) und Heyestraße soll nach dem Willen der Politiker nachts Tempo 30 gelten.

tw

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