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„Das können wir uns gerade noch erlauben“

Obernkirchen / Bergamtstraße „Das können wir uns gerade noch erlauben“

Lange haben die Bürgervertreter darum gerungen, jetzt sind sie sich einig: Die abgängige Bergamtstraße in Obernkirchen soll mit einem Kostenaufwand von – nur – 145000 Euro saniert werden.

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Mehr Risse als Decke: die Bergamtstraße im Bereich des Rondells.

Quelle: tw

Obernkirchen. Das ist die Summe, für die es lediglich eine Sanierung der Deckschicht gibt; der Gehweg südlich des Rondells soll nicht mit gemacht werden. Empfohlen haben eben das die Stadtentwickler, die sich unter Leitung von Manfred Eßmann (SPD) im Sitzungsaal des Rathauses getroffen haben. Einstimmig übrigens.

 „Das ist das, was wir uns gerade so eben noch erlauben können“, wertet Wilhelm Mevert (SPD). Es komme dem ursprünglichen Ansatz, 65000 Euro für das Rondell und 45000 Euro für die Straße und damit insgesamt 105000 Euro auszugeben, nahe. „Wir müssen den Nutzwert der Bergamtstraße beachten“, meint Martin Schulze-Elvert. Der Fraktionschef der Christdemokraten: „Es handelt sich bei ihr um eine Sackstraße mit Wendehammer.“ Seitdem die im vorderen Teil gelegene Post geschlossen wurde, müsse die Parktangente nur noch Anliegerverkehr und die Fahrten von Besuchern des Haues „Bergfrieden“ verkraften. „Dass wir angesichts dessen die kostengünstigste Sanierungsvariante wählen, ist okay“, so Schulze-Elvert. Zumal es Jahre gegeben habe, da hätten die Bürgervertreter eine Gesamtsumme von nur 135000 Euro für alle Straßen in Obernkirchen bewilligt. Besagte 105000 respektive 145000 Euro lockerzumachen. Selbst das sei nur deswegen möglich, weil die Bergamtstraße von ihrem Charakter her auch eine fußläufige Querung zum Stadtzentrum ist.

 Zuvor hatte „Kirchner“-Ingenieur Ralf Ottermann die „Abgeordneten“ auf den aktuellen Stand gebracht; denn beim ersten Treffen Anfang April war einiges offen geblieben. Zum einen die Frage, ob dringender Handlungsbedarf am Kanalsystem besteht. „Dieser Bedarf besteht nicht“, so Ottermann jetzt. Das Kanalsystem könne zusammen mit dem Ausbau der Bergamtstraße erneuert werden. Zum anderen gab es die damals ungeklärte Frage, ob eine Abstimmung mit den Versorgungsträgern erfolgt sei. „Ja“, so der Fachmann. Nach Aussage der Stadtwerke Schaumburg-Lippe würden Gas und Wasser erneuert, wenn die Straße ausgebaut wird.

 Stichwort Ausbauvarianten: Die Erste sah damals einen bituminösen Vollausbau der Bergamtstraße zum Preis von 333000 Euro respektive mit Pflaster für 360000 Euro vor. Dabei hätte der Boden in beiden Fällen bis in 65 Zentimeter Tiefe ausgekoffert werden müssen. Ein Teilausbau mit Pflasterung im Bereich des Rondells zum Preis von 336000 Euro und einer Auskofferung von nur 29 Zentimetern war die zweite Variante; auch diese hätte noch ins Wurzelwerk der Kastanien eingegriffen. Die Dritte sah einen 290000 Euro teuren bituminösen Teilausbau bei einer Auskofferung von ebenfalls 29 Zentimetern vor. Allerdings: „Variante zwei und drei sind inzwischen nicht mehr regelgerecht, weil nicht tragfähig“, erinnert Ottermann.

 Das ist der Grund, warum der Ingenieur die vierte und sogenannte „Mevert“-Variante noch einmal in den Blick genommen und durchgerechnet hat. „Dabei“, so Ottermann, „nehmen wir nur die oberste Erdschicht bis in eine Tiefe von 14 Zentimetern weg, damit wir eine neue bituminöse Tragschicht auftragen können.“ Pflastern gehe bei dieser geringen Tiefe nicht, der Bereich, der tiefer als die 14 Zentimeter liege, interessiere allerdings auch nicht weiter. Preis dieser Variante: 165000 Euro.

 Allerdings hatten die Politiker beim April-Treffen auch die Notwendigkeit angesprochen, den Gehweg im Südbereich des Rondells zu erneuern. Spare man diesen nun ein, betrügen die Kosten nur noch 145000 Euro, so der Fachmann. tw

 Zur Erinnerung: Bereits Anfang April hatte sich Mevert für eine bloße Sanierung der Deckschicht ausgesprochen. Bei der seien die Probleme für die angrenzenden Kastanien noch am geringsten. Außerdem sei es die Variante, „die wir uns als Stadt ohne Straßenausbaubeitragssatzung vielleicht noch gerade so eben leisten können“. Denn die Parktangente sei nicht die einzige kaputte Straße in der Bergstadt.Eine Nulllösung, wie sie der Christdemokrat Dirk Rodenbeck als Variante fünf ins Gespräch gebracht hatte, hatte Mevert dagegen abgelehnt: „Das ginge nur, wenn die Bergamtstraße der hinterletzte Feldweg wäre.“ Eine Straße, die im Zentrum liegt und von Senioren und Stiftstouristen begangen wird, brauche jedoch eine „gewisse Qualität“. Eben die soll die Bergamtstraße nun wieder bekommen.

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