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Der Kirchenschlaf ist ausgefallen

Obernkirchen/ „Heaven’s Sake“ Der Kirchenschlaf ist ausgefallen

Kirche ist langweilig? Nicht in Obernkirchen. Da heizte dieser Tage „Heaven’s Sake“ 31 Vor-Konfirmanden mit fetzigen „Coldplay“-Songs und Gitarren-Soli ein.

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Die zukünftigen Konfirmanden mit den Pastoren Wilhelm Meinberg und Herbert Schwiegk.

Quelle: mig

Obernkirchen. Hätten die sich einen Gottesdienst wünschen dürfen, vielleicht hätte er genauso ausgesehen. Unangestrengt, bunt, nah dran an der Lebenswirklichkeit junger Menschen. Und: später als sonst. „Wir kommen damit dem größeren Schlafbedürfnis von Jugendlichen entgegen“, begründete Pastor Herbert Schwiegk den Beginn um 11 Uhr schmunzelnd.

 Gut so, denn der sonst übliche Kirchenschlaf musste an diesem Morgen ausfallen. Dafür war, was sich im Altarraum bot, zu spannend. Da waren die „Reiseleiter“, die mit Schirm durch die Reihen schlenderten und den Ablauf des „Come Togethers“ schilderten. Oder der Pastor, der im Gehen und nicht von der Kanzel herab predigte. Und die großartige Kirchenband, die den zukünftigen „Konfis“ einheizte. Kurz: Das war ein spannendes Event ohne „Gähn-Faktor“.

 Was Schwiegk auf die „Konfi“-Zeit gemünzt sagte, gilt auch für den Gottesdienst: „Lasst uns auf eine Abenteuerreise dudurch unsere Gemeinde gehen.“ Er hoffe, dass die späteren Konfirmanden keine „Touristen“ würden, die nur an Weihnachten oder Ostern in die Kirche kämen. „Und dass ihr später nicht einfach die Tür zuzieht und denkt: Die sehn mich nie wieder.“ Kirche sei sowohl für die Älteren als auch für die Jüngeren da. Und: „Im Unterricht gibt es keine dummen Fragen.“

 Die Kirchenband und ihre Interpretation des „Coldplay“-Songs „Fix it“ setzte den Schlusspunkt unter einen kurzweiligen, interessanten Gottesdienst. „Das war cool“, meint der zwölfjährige Fynn begeistert. Er habe nicht gedacht, dass solche Musik gespielt werde.

 Worauf sich Fynn in seiner „Konfi“-Zeit freut? „Auf die Fahrt und die Geschenke, die wir von den Verwandten kriegen“, antwortet der IGS-Schüler wie aus der Pistole geschossen. Das Geld will er aufs Konto legen und damit den Führerschein bezahlen.

 In diesem Jahr hat die Kirchengemeinde 31 Vorkonfirmanden in zwei Gruppen – etwas weniger als 2012. Schwiegk sieht den immer dichter werdenden Terminkalender der Jugendlichen als ein Problem. Die Ganztagsschule lasse den Kindern kaum noch Zeit. „Es ist schon zu viel, wenn wir ihnen zwei Sätze als Hausaufgabe aufgeben.“ Die Kirche hat auf diese neuen Anforderungen reagiert und den Unterricht auf zwei Tage aufgeteilt. Kinder, die auswärts in die Schule müssten, kämen in die Sonnabendgruppe, so Schwiegk. Für die Zukunft regt er eine engere Abstimmung mit den Schulen an.

 Verändert hat sich in den aber nicht nur das Zeitbudget der (Vor-)Konfirmanden. Augenfällig, so Schwiegk, sei ein früheres Einsetzen der Pubertät. „Vor 30 Jahren sind Kinder zum Unterricht gekommen – heute kommen manchmal schon junge Frauen, die sich schminken.“ mig

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