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Der Rhythmus Afrikas

Trommeln lernen Der Rhythmus Afrikas

„Es ist der Beweis dafür, dass Fortbildungen für Lehrer manchmal doch was bringen“, sagt Wolfgang Schimke – und muss selber schmunzeln. „Es“, das ist ein Trommel-Seminar, das der damalige Pädagoge und heutige Oberstudienrat a.D. vor 25 Jahren besucht hat. Seitdem baut Schimke selber Trommeln, schlägt als Mitglied einer Stadthäger Gruppe voller Spielfreude auf Congas, Kpanlogos, Cajon und Bongos ein.

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Wolfgang Schimke (rechts) demonstriert’s auf der Museumstreppe: Trommeln macht Freude. Ramazan Tahiri kommt spontan dazu – und lässt sich gerne anstecken.tw

Obernkirchen.  Seine Faszination für die Urlaute Afrikas will der 72-Jährige am Donnerstag, 21. Mai, mit den Obernkirchenern teilen. Dann können sie mit Schimke von 18 bis 19.30 Uhr trommeln lernen und am Ende gemeinsam eine einfache Form des Kpanlogo, einem Rhythmus aus Ghana, spielen. Das dafür im Wortsinn nötige „Handwerkzeug“ bringt der Schaumburger mit, sodass sichergestellt ist, dass jeder Teilnehmer eine Trommel hat.

 „Wir sind ja immer auf der Suche nach etwas Neuem, das wir den Bürgern im Rahmen der Reihe KreativLust bislang noch nicht angeboten haben“, sagt Susanne Vogt. Die Leiterin der Stadtbücherei: „Da kamen wir auf das Thema Trommeln – und zwei unserer ,Eulen’ nannten auch gleich einen Namen dazu.“ Es war derjenige des 2007 pensionierten Berufsschullehrers, der inzwischen deutschlandweit in Sachen Bongobau auf Achse ist und dabei vor allem Schulen und Freizeiteinrichtungen ansteuert.

 Diplom-Ingenieur Schimke hat früher viel mit benachteiligten Jugendlichen gearbeitet und weiß: „Trommelbau und trommeln bringt viel für das Mathematikverständnis und die Kommunikation.“ Soll am Ende Hörenswertes dabei herauskommen, muss man sich dem Partner verständigen und auf dessen Rhythmus achten.

 Im zurückliegenden Vierteljahrhundert hat Schimke Trommeln in dreistelliger Zahl gefertigt, meist einfache Bausatz-Bongos aus Holz und in Kastenform. „Im Schaumburger Land habe ich dabei bislang mit dem Wilhelm-Busch-Gymnasium und der Sonderschule Stadthagen sowie den Grundschulen Beckedorf und Bad Nenndorf kooperiert; letztere verfügt seitdem über einen kompletten Klassensatz an Bongos“, erzählt der Trommelbauer. In der Grundschule der Bergstadt waren die Bongos aus Holz dagegen noch kein Thema – aber auch der „Kammweg“ kann ja noch kommen.

 Seine Workshops eignen sich für Kinder ab einem Alter von neun Jahren. Sie schaffen es in der Regel ohne Mühe, die Bausätze in Gruppen von acht bis zwölf Teilnehmern binnen sechs Stunden zu schleifen, zu leimen und zusammenzusetzen; ein abschließender Schutzanstrich wird dann später aufgebracht. „Das Ganze ist für die Kinder auch deswegen gut, weil es in den Grundschulen das Fach Werken heute leider kaum noch gibt“, so Schimke. Er bringt die Bausätze – sie kosten insgesamt etwa 20 Euro – und das Werkzeug selbst mit, ein eigener Werkraum ist somit nicht nötig.

 Besonders schön: Das Geld, was der Schaumburger einnimmt, spendet er einer Favela-Schule im brasilianischen Sao Paulo; „Favela“ stammt aus dem Portugiesischen und bezeichnet ein Elends- oder Armenviertel.

 Wer auf den Geschmack gekommen ist: In der Alten Polizei in Stadthagen und in der Kulisse in Rinteln trifft sich regelmäßig eine Trommelgruppe. Darüber hinaus gibt das siebenköpfige Ensemble „Urknall“ am Sonnabend, 27. Juni, ein Open-Air-Konzert am Jagdschloss Baum. Urknall-Konzerte sind ein Erlebnis, weil das Wesentliche der afrikanischen Musik dabei zum Ausdruck kommt: Lebensenergie und die große Bandbreite der Musik, die so sonst kaum zu finden ist. Dazu zählen kraftvolle Trommelrhythmen aus Westafrika: Djembe-Rhythmen aus Guinea und Kpanlogo-Rhythmen aus Ghana. Ganz nach Schimkes Geschmack.

 Um den Trommelabend besser planen zu können, bittet Schminke um Anmeldungen. Diese werden von der Stadtbücherei Obernkirchen unter der Telefonnummer (05724) 39558 entgegen genommen. Die Zahl der Teilnehmer ist auf zwölf beschränkt. tw

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