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Obernkirchen Stadt Der Spaß wird ihr fehlen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Der Spaß wird ihr fehlen
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09:41 22.06.2018
Quelle: rnk
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Obernkirchen

Gleich am Anfang hat ein Orientierungsmarsch gestanden. Und auf diesem klappte nicht viel. Also, erzählt Schaper, habe sie sich hingesetzt und mit den Kindern diskutiert: „Was war gut, was war doof? Jeder durfte seine Meinung sagen, der Sechsjährige ebenso wie der Neunjährige.“ Und Schaper hat ihnen zugehört, auf Augenhöhe, denn jeder müsse als Individuum wahrgenommen und behandelt werden. Gemeinsam wurden dann Regeln aufgestellt – und auf dem nächsten Marsch gab es nichts zu bemängeln.

Als Bettina Schaper aus Vehlen ihrem Ehemann Heiko das Jawort gab, wusste sie schon, dass sie in eine Feuerwehrfamilie einheiratet. Schwiegervater Rolf war Stadtbandmeister und Heiko Schaper Leiter der Jugendwehr. Der spätere Gatte habe ihr zu verstehen gegeben, dass sie sein Hobby akzeptieren müsse, erinnert sich Schaper. Sie hat das Hobby gern akzeptiert, sagt sie, und ist hier und dort eingesprungen, wenn eine helfende Hand fehlte.

Es war vor einem Jahrzehnt eine Zeit der Veränderung in den Wehren, die mit einem Namen verbunden ist: Frank Lohmann. Der Landes- und Kreisfeuerwehrwart drängte die Wehren zur Gründung von Kinderwehren, denn in die Jugendfeuerwehren konnte erst ab zehn Jahren eingetreten werden; im harten Werben um den Nachwuchs ein erheblicher Nachteil. Bei den Kinderwehren dagegen konnten die Kids schon mit sechs Jahren mitmischen. Im Oktober 2008 zog also eine Feuerwehrabordnung werbend durch die Grundschule. Am ersten Treffen nahmen fast 30 Kinder teil, und als die Kinderwehr Ende Februar 2009 gegründet wurde, fehlte noch eine Leiterin. Gefragt wurde Schaper.

Eine Erfolgsgeschichte

Zwar gehörte sie nicht zu den Aktiven der Wehr, aber das ist für das Amt auch gar nicht nötig. Wichtig ist, dass eine Leiterin auf die Kinder eingeht, dass sie mit ihnen umgehen und Wissen vermitteln kann. „Das ist nicht viel mehr als Brandschutzerziehung gewesen.“ Sie musste erklären, wie man sich im Brandfall verhält, was der Notruf 112 ist und wie man Erste Hilfe leistet. Dazu kommen Wasserspiele sowie das Bauen, Anzünden und Löschen von Brandhäusern.

Die Geschichte der „Löschzwerge“ ist eine Erfolgsstory. „Selbst wenn es nur sechs Mitglieder in einem Jahr waren, dann waren es Kinder, die regelmäßig und diszipliniert teilgenommen haben“, lobt Schaper, „und das ist allemal besser als 30 Kinder, die ab und an mal vorbeischauen.“ Eine gewisse Fluktuation liege in der Natur der Sache: Zwar können die Mitglieder bis zum zwölften Lebensjahr bleiben, aber ab zehn dürfen sie schon zu den Großen wechseln.

Was ihr als Jugendleiterin am besten gefallen habe, sei der Spaß, „und der wird mir auch am meisten fehlen“. Das dreijährige Töchterchen Emma hat ihr die Entscheidung abgenommen, denn bei zwei Kindern müsse ein Elternteil daheim bleiben. Aber ihre ältere Tochter Lisa-Marie ist mittlerweile selbst in der Jugendwehr, und auch Schaper bleibt der Wehr erhalten: Sie ist Mitglied des Fachbereiches Kinderfeuerwehr der Kreisjugendfeuerwehr. rnk

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