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Der bekannte unbekannte Nachbar

Treff im Stift Der bekannte unbekannte Nachbar

Werner Hobein kann sich bestens erinnern: Wolfgang Petritsch als Referenten zu gewinnen, das war „eine echte Nummer“.

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Susanne Wöbbeking (von links), Werner Hobein und Sybille Schlusche haben das neue Programm zusammengestellt.

Quelle: wk

OBERNKIRCHEN. Der Historiker und ehemalige Botschafter ist zwar längst im Ruhestand, aber immer noch ein nahezu ausgebuchter Redner, denn er war ein enger Mitarbeiter von Bruno Kreisky, dem sozialistischen Regierungschef, der Österreich zwischen 1970 bis 1983 prägte wie kein anderer Politiker. Petritsch wird Kreiskys Lebenweg kritisch würdigen: vom frühen politische Engagement über Gefängnis und Flucht vor den Nazis bis hin zur Kanzlerschaft.

Österreich also heißt das Thema, das „Treff im Stift“ in den nächsten Monaten auf die Vortrags-Agenda setzen wird. Das Programm haben Susanne Wöbbeking, Werner Hobein und Sybille Schlusche zusammengestellt. Einige Veranstaltungen werden im Folgenden kurz umrissen.

Nachbarn noch überschaubar

Der Historiker Hilmar Sack wirft am 10. Januar die Frage auf, welche Rolle die Schlacht um Königgrätz 1866 spielte, ob sie wirklich den langen Kampf zwischen den beiden Großmächten Preußen und Österreich um die Führungsmacht in Deutschland entschied. Preußen setzte sich mit dem Sieg als Führungsmacht durch, die Schlacht gilt als Wegbereiter für die Deutsche Reichsgründung fünf Jahre später.

Österreich habe als Thema wirklich nahegelegen, sagt Hobein. Denn auch wenn Europa in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich angewachsen ist, so ist die Zahl der Nachbarn für Deutschland dennoch überschaubar. Italien und die Schweiz werden in den nächsten Jahren als nahegelegene Nachbarn ebenfalls Thema der Vortragsreihe werden.

Der „Treff im Stift“ wird auch einen Rintelner thematisch abhandeln: Franz Freiherr von Dingelstedt ist einer der berühmtesten Schaumburger und Wahl-Österreicher, ein kritischer Literat, der im Umfeld Heinrich Heines mit spitzer Feder gegen den Obrigkeitsstaat anschrieb und später doch die Kultur der Revolution vorzog. Über Dingelstedt wird am 7. Februar Stefan Meyer sprechen. Der Historiker ist Leiter des Rintelner Museums Eulenburg und gleichsam Nachlassverwalter des Mannes, der durch ein Lied im Gedächtnis weiterlebt.

Buntes Programm geplant

Natürlich ist auch Obernkirchens Kirchenmusikerin Regina Ackmann im Programm vertreten, am 26. November wird sie ab 18 Uhr an der Orgel der Stiftskirche Werke österreichischer Komponisten spielen.

Drei Referenten fallen in einem erneut hochkarätigen Programm auf: Julya Rabinovich ist Autorin, Künstlerin, Kolumnistin und Simultan-Übersetzerin, sie wird am 15. November über humanitäre Tradition und jetzige Flüchtlingspolitik sprechen und einen Tag später in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei eine Lesung aus zweien ihrer Bücher anbieten. Zwischen beiden Terminen gibt es noch eine Lesung in Verbindung mit dem Schulzentrum, sie wird für zehnte Klassen aus ihrem Buch „Dazwischen: Ich“ lesen, in dem ein Flüchtlingsmädchen zwischen Tradition und Aufbruch steht. „Es ist eine Referentin“, sagt Hobein, „die nicht nur zuschaut, sondern auch handelt.“

Gleich zweimal ist am Mittwoch, 4. April, der Fotograf und Reisejournalist Rudolf Treiblmeier bei Multivisionshows zu sehen und zu hören: Ab 18 Uhr stellt er Österreich und seine Vielfalt vor, zwei Stunden später Oberösterreich und damit eine Landschaft, die touristisch noch zu entdecken ist.

Bericht über die gelebte Nachbarschaft

Um den Tourismus wird es auch im letzten Vortrag der Reihe gehen, denn Magister Johannes Kostenzer ist Biologe und arbeitet bei der Umweltanwaltschaft Tirol. Er berichtet über den Wintersport in den Bergen als Spagat zwischen Natur und Wirtschaft. Kostenzer will Auswirkungen und Tendenzen aufzeigen. „Was für den Deutschen der Diesel ist, das ist für den Österreicher der Skisport“, so Hobein.

Zwei Änderungen gibt es bei „Treff im Stift“: Alle Veranstaltungen beginnen künftig eine halbe Stunde früher, um 19.30 Uhr, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei der Auftaktveranstaltung am 30. August sollte eigentlich der österreichische Botschafter Nikolaus Marschik über die gelebte gute Nachbarschaft sprechen. Er ist aber abberufen worden und wird sein Land künftig in Brüssel bei der EU vertreten. Für ihn springt der Gesandte der Botschaft, Andreas Somogyi, ein.

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