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Die sind nicht ausgestorben

Naju-Mini-Gruppe erkundet die Natur Die sind nicht ausgestorben

Der Junge, vielleicht fünf Jahre alt, nimmt seinen Kescher und fegt damit zwei-, dreimal durch den Tümpel. Das Ergebnis entspricht nicht unbedingt seinen Erwartungen, denn das Netz ist leer. Also zieht er eine Bilanz: „Die sind ausgestorben.“

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Man kann sie berühren, denn eklig ist die Gelbbauchunke ganz bestimmt nicht, und jedes Tier ist so einzigartig wie der Mensch.

Quelle: rnk

LIEKWEGEN/OBERNKIRCHEN. Kindermund tut Wahrheit kund, heißt es im Volksmund, aber hier würde er irren, denn im Steinbruch Liekwegen sind weit über 800 Gelbbauchunken beheimatet, das hat das letzte Monitoring des Naturschutzbundes (Nabu) ergeben, und es können auch 200 mehr sein, erklärt Ilona Jentschke vom Rintelner Nabu, so ganz genau wisse man es nicht. Ein Dutzend Kinder im Alter von „Ich-kann-schon-laufen“ bis hin zu „Nach-dem-Sommer-komm-ich-in-die-Schule“ hören ihr zu.

Es sind die Minis des Nabu. Denn die Rintelner Naturschutzjugend, die Naju, beginnt eigentlich erst ab dem sechsten Lebensjahr. Da aber durchaus die Nachfrage bestand, auch jüngere Kinder die Natur entdecken zu lassen, wurde die Naju-Mini-Gruppe für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr gegründet. In regelmäßigen Abständen erkunden die Minis die Natur im Landkreis.

Genau betrachtet, ist der Steinbruch Liekwegen, der zu 90 Prozent auf Obernkirchener Gebiet liegt, die Heimat der Kreuzkröte. Mehr als 100 Kleinstgewässer von wenigen Quadratmetern wurden für sie als Laichgewässer angelegt, zudem wurden Entbuschungen durchgeführt, um auch die Landlebensräume für sie zu verbessern. Und Laubfrosch, Moorfrosch, die Wechselkröte und der Kleine Wasserfrosch profitieren ebenfalls von diesen Maßnahmen. Sie alle gehören in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten und stehen auch auf europäischer Ebene unter strengem Schutz.

 Die Neugier ist ansteckend

Drei Sorraia-Pferde sorgen mit Fraß und Tritt dafür, dass die Gewässer nicht zuwachsen und beschattete Räume gar nicht erst aufkommen. Aber weil sich Kreuzkröten deutlich schwerer finden lassen als Gelbbauchunken, steht der Lurch natürlich im Mittelpunkt des Ausflugs.

Im Steinbruch ist die Neugier der Kinder auf alles, was so kreucht und fleucht, schnell ansteckend. Auch immer mehr Mütter werfen erst einen Blick auf die eingefangenen Bewohner der Tümpel und anschließend einen Blick ins Bestimmungsbuch: Fadenmolch? Oder doch ein Bergmolch? Den Kindern ist es egal, aber sie können die Tiere ganz nah besichtigen und vorsichtig berühren – das baut jede Menge potenzielle Ängste ab. Im vergangenen Monat ging es übrigens zu den Schnecken –mit ähnlichen Ergebnissen: Wer etwas über das Umfeld und das Leben der Tiere erfährt, kommt gar nicht erst auf die Idee, sie ekelig zu finden.

 Jedes Tier ist einzigartig

Ilona Jentschke hat mittlerweile eine Gelbbauchunke gefangen, die Kinder untersuchen sie von allen Seiten, und als der Nabu-Expertin eine zweite Unke in den Kescher gerät, können die Naturforscher auch sehen, dass die Unterseiten der beiden Tiere völlig unterschiedlich gefärbt sind, „jedes Tier ist so einzigartig wie Ihr selbst“, sagt Jentschke.

Vorsichtig werden die Tiere dort in das Gewässer zurückgesetzt, wo sie entnommen wurden, und die Jungen und Mädchen waschen sich die Hände im Tümpelwasser, weil sie gerade gelernt haben, dass die Unken zur Verteidigung ein Sekret abgeben, das zu Rötungen führen kann.

Alle Kinder bis sechs Jahre sind in Begleitung Erwachsener eingeladen, sich den Naju-Minis anzuschließen. Infos über die nächste Exkursion können per Email an ino@naju-rinteln.de oder unter Telefon (05751) 5237 angefordert werden. rnk

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