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Die unterschätzte Schönheit

Vortrag in der Stadtbücherei in Obernkirchen Die unterschätzte Schönheit

„Sie ist eine unterschätzte Schönheit“, sagt Beate Venckus – und „sie“ ist eine Weltenbummlerin, seit 30 Millionen Jahren. „Sie“, das ist die Gartensegge (lat. Carex), soeben frisch zur „Staude des Jahres 2015“ gekürt. „Ich denke, der Bund deutscher Staudengärtner wollte sie mit der aktuellen Wahl etwa aus ihrem Nischendasein holen“, meint die Gärtnermeisterin.

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Zwei Carex-Fans: Annemarie Matthäi vom Team der ehrenamtlichen Stadtbücherei-„Eulen“ und Gärtnermeisterin Beate Venckus (rechts).

Quelle: tw

Obernkirchen. In diese gehört sie nach Dafürhalten von Venckus nicht hin. Damit die Gartensegge auch in der Bergstadt populärer wird, stellt die Mitinhaberin von „Der schöne Garten“ sie mit Sabine Vogt in den Mittelpunkt der nächsten – und ersten – „Kreativ-Lust“ dieses Jahres. Der Termin: Donnerstag, 19. März, ab 18 Uhr in der Stadtbücherei am Marktplatz. Deren Leiterin freut sich schon drauf.

 „Ich werde etwa 15 verschiedene Carex mitbringen“, sagt Venckus – wintergrüne, immergrüne und solche, die in ihrer Wurzel überwintern. Dabei wird die Fachfrau fürs Grüne die Gartensegge auch gleich auf ihre explizite Eignung fürs Schaumburger Land abklopfen, das für nicht wenige Pflanzen als schwierig gilt; denn dort wächst wegen des schweren Bodens – ohne „Nachhilfe“ – nicht alles. Nicht alles, wohl aber die weiß gestreifte Japan-Segge, die sich besonders für die Bepflanzung von Flächen eignet und eine von geschätzt etwa 1000 Carex-Arten ist, von denen die meisten aus Nordamerika und Ostasien stammen. „Zu den zahlreichen Vorzügen der Seggen gehören ihr malerischer Wuchs, ihre Langlebigkeit und ihre Fähigkeit, sich anzupassen“, weiß Venckus.

 Tatsächlich sind Seggen ausgesprochen robust. Wer eine zum Schaumburger Standort passende Art gewählt hat, braucht sich um die Pflege keine größeren Sorgen zu machen. „Wo Seggen unter Gehölzen wachsen, reicht es meist schon, das im Herbst herabfallende Laub liegen zu lassen, sodass es sich in wertvollen Humus verwandeln kann“, sagt die Gärtnermeisterin. Alternativ verteilt man im Frühjahr etwas Kompost zwischen den Pflanzen.

 Trotz ihrer vielen Vorzüge ist die Segge in Privatgärten bis heute eher selten anzutreffen. „Wenn überhaupt, dann findet man diese Staude noch am ehesten im öffentlichen Raum und dort meistens in Kübeln“, erzählt die Obernkirchener Fachfrau. Die Carex-Präsentation ist die mittlerweile dritte, die Venckus im Rahmen einer „Kreativ-Lust“ bestreitet.

 Jede Gartensegge ist für sich ein kleines Kunstwerk. Die dreireihig angeordneten Blätter wachsen elegant, neigen sich zu einem Bogen. Sie bilden dichte Horste, dank derer sie als Einzelpflanze im Topf ebenso attraktiv aussehen wie am Beetrand oder in der Rabatte. Und das, obwohl die Zwerge unter den Seggen nur fünf bis zehn Zentimeter hoch werden, etwa die Haarstielige Segge. Selbst die gerne als „Riesen-Segge“ bezeichnete Hänge-Segge, die mit ihren bis zu 120 Zentimeter hohen Blütenständen als eine der größten Carex-Arten gilt, ist im Gräserreich von ihrer Größe her eher Mittelmaß.

 Die Stadtbücherei am Marktplatz bietet für Gartenfans und Pflanzenfreunde, die Carex & Co. am Donnerstag, 19. März, ab 18 Uhr erleben wollen, bis zu 30 Plätze und freien Eintritt. Damit niemand stehen muss, bitten die ehrenamtlichen „Eulen“ um Anmeldung unter Telefon (05724) 39558 oder via E-Mail an buecherei@obernkirchen.de. tw

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