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Obernkirchen Stadt Diese Auflage wird eine Zäsur
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Diese Auflage wird eine Zäsur
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09:30 27.04.2018
Quelle: rnk
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OBERNKIRCHEN

Zwei Wochen lang wird auf dem Kirchplatz im großen Open-Air-Atelier Kunst geschaffen, ehe die Künstler traditionell am 12. August auf der Treppe des Museums verabschiedet werden.

Es ist ein Symposium, das wohl eine Zäsur werden wird, denn im Vorstand des Trägervereins IOBS stehen Veränderungen an. Altgediente und ebenso verdiente Mitglieder werden nach dieser Symposiums-Auflage wohl ihre Posten niederlegen, damit eine notwendige Verjüngung eingeleitet werden kann.

Es ist das erste Symposium nach dem Wechsel der Eigentümer des Steinbruchs. Damit fällt erst einmal die emotionale Bindung weg, die Steinbruchbetreiber und Symposium seit fast drei Jahrzehnten verbunden hat. Das wird auch wirtschaftliche Folgen haben: Die Zeiten, in denen das Unternehmen zu 100 Prozent alle benötigten Steine zum Nulltarif dem IOBS überließ, sind (vorerst) vorbei.

Weitere Sponsoren gesucht

Allgemeiner Tenor auf der Sitzung des IOBS-Teams in dieser Woche: Man wird versuchen, die jetzigen Firmenverantwortlichen mit ins berühmte Boot zu nehmen und sie davon zu überzeugen, welchen Stellenwert diese Kunstaktion für die Bergstadt gewonnen hat. Immerhin werden sich die jetzigen Steinbruchbetreiber an diesem Symposium bereits als Sponsoren mitbeteiligen.

Außerdem wird versucht werden, den Landkreis und auch das Niedersächsische Kultusministerium für das Symposium zu gewinnen, weil eine zusätzliche finanzielle Absicherung nicht schaden kann, da zu Beginn erst einmal Kosten auflaufen: für die Anreise der Künstler, für das Handgeld, für Kost und Logis. Finanziell gesehen hängt der Erfolg für den Trägerverein natürlich vom Verkauf der Skulpturen ab: Der Trägerverein des IOBS erhält einen Anteil von 20 Prozent. Bei der letzten Auflage wurden auf diesem Weg rund 12600 Euro eingenommen. Läuft es diesmal ähnlich, könnte der jetzige Vorstand an die Nachfolger eine solide Kasse übergeben, und die zwölfte Auflage des KunstSpektakels wäre gesichert.

Ab Dienstag, 31. Juli, wird wieder ein viertägiger Kinderworkshop stattfinden. Und die „Lange Nacht der Steine“ mit Illuminationen wird es in der Mitte des Symposiums geben: Am Freitag, 3. August, werden die Steine an- und ausgeleuchtet, dazu gibt es Häppchen und Schlückchen; Kunst und Kultur mit allen Sinnen.

Neun Teilnehmer

Die neun Teilnehmer kommen vorwiegend aus Deutschland. Thomas Boos, Norbert Jäger, Bernhard Männel, Hella Meyer-Alber und Rolf Steiner wurden eingeladen; Raja Tarig aus Pakistan, Hou Lien-Chin aus Taiwan, Antonella Tiozzo aus Italien und Remeika Valius aus Litauen haben längere Anfahrtswege.

Wer sich vorab ein bisschen darüber informieren möchte, wie die Künstler so aufgestellt sind: Hella Meyer-Alber hat unter „steinkunstholz“ eine Internetseite eingerichtet, Rolf Steiner stellt sich unter „bildhauerwerkstatt“ vor, einen Blick wert ist auch seine eher ungewöhnliche Vita.

Vor dem Startschuss werden die Skulpturen auf dem Kirchplatz gesäubert. „Das eine oder andere Kunstwerk wird zudem umziehen“, erklärte Bürgermeister Oliver Schäfer auf der Sitzung. Man habe auch schon einige schöne Plätze in Obernkirchen im Auge.

Dass der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne dem Symposium einen Besuch abstattet, hält Schäfer für mögllich: Tonne wohne in Nienburg, allzuweit sei das ja nicht von der Bergstadt entfernt. Soll wohl heißen: Mal sehen, was sich machen lässt. rnk

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