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Diese Tiere haben Würde

Obernkirchen Diese Tiere haben Würde

Mit ihrem „Erntedankfest der Rassegeflügelzucht“ haben die Obernkirchener Rassegeflügelzüchter den Reigen der alljährlichen drei großen Tierausstellungen in der Liethhalle eröffnet.

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Milena Struckmann siegt mit einer ihrer Zwerg-Wyandotten schwarz.

Quelle: jp

Obernkirchen. Bei der 29. Schaumburger Rassegeflügelschau, verbunden mit der 64. Kreisverbandsschau des Kreisverbands Schaumburg und erstmals auch der Werbeschau des Rassetaubenclubs Weserbergland, brachen alle Ehrengäste eine dicke Lanze für das Hobby der Aussteller : „Was Sie tun, ist enorm wichtig, um Kindern zu zeigen, was für Tierarten es in der Natur und in der Landwirtschaft gibt“, meinte Schirmherr und Bürgermeister Oliver Schäfer.

 Rassegeflügelzüchter seien besonders interessiert an einer artgerechten und gesunden Haltung ihrer Tiere und bildeten daher das Gegenteil zu den immer wieder in den Medien berichteten Skandalen über katastrophale Zustände bei der Massentierhaltung in der Lebensmittelindustrie. „Ihre Schwierigkeiten liegen eher im Kleinen.“ Diese Schwierigkeiten, die der Bürgermeister nicht konkret ansprach, sind jedoch auch den Rassegeflügelzüchtern gut bekannt: Neben der Schrumpfung und der Überalterung der Vereine gibt es hierzulande immer häufiger Probleme mit Nachbarn wegen angeblicher Lärmbelästigung durch krähende Hähne, die nicht selten vor Gericht enden.

 „Ihre Art der Geflügelhaltung ist der Gegenentwurf zur industriellen Käfighaltung“, erklärte der Landtagsabgeordnete Karsten Becker. Veranstaltungen wie die Rassegeflügelschau zeigten im Gegensatz zur gewerblichen Massentierhaltung, dass Tiere Würde und Schönheit besäßen. Dies sei umso wichtiger in einer Zeit, in der durch die Industrialisierung der Lebensmittelproduktion die Entfernung zum Herkunftsort von Nahrungsmitteln immer größer werde.

 Die Gründe für die schwierige Nachwuchssituation sah der Landtagsabgeordnete in der Verdichtung der Arbeitszeit und den veränderten Unterrichtszeiten an Schulen: „Immer weniger Menschen haben noch die Zeit, sich diesem Hobby mit Ernsthaftigkeit zu widmen.“ Auch der stellvertretende Landrat Horst Sassenberg und der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann machten sich in ihren Grußworten zu entschiedenen Befürwortern der Rassegeflügelzucht.

 Mit 468 Gänsen, Hühnern, Enten, Puten und Tauben ist die Zahl der ausgestellten Tiere gegenüber den Vorjahren erstmalig wieder deutlich gestiegen: Ein Hoffnungsschimmer in Zeiten, die für Anhänger eines Hobbys wie der Rassegeflügelzucht alles andere als einfach sind, und sicherlich auch ein gutes Omen für das kommende Jahr. Dann steht der Obernkirchener Liethhalle nämlich Großes bevor: Erstmals werden die Rassegeflügelzüchter dann gemeinsam mit dem viel mitgliederstärkeren Kreisverband Hannover ausstellen. „Die haben wesentlich mehr Züchter, aber nicht so gute Ausstellungsmöglichkeiten wie wir mit der Liethhalle“, erklärte der Kreisvorsitzende Wilhelm Struckmann die Kooperation. Eine, die dann wieder dabei sein wird, ist Jungzüchterin Milena Struckmann: Die Enkelin des Kreisvorsitzenden errang mit ihren Zwerg-Wyandotten schwarz erneut die Vereinsmeisterschaft der Jugend. jp

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