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Dino-Denkmal zum Anfassen

Obernkirchen Dino-Denkmal zum Anfassen

Die Bergstadt wird voraussichtlich noch in diesem Jahr um eine kleine, aber feine Attraktion reicher sein.

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Die Stadt will den Spuren, die Dinosaurier im Bereich des Bückebergs hinterlassen haben, mit einer Fährtenplatte ein Denkmal setzen.

Quelle: tw

Obernkirchen. Das Stadtparlament hat kürzlich beschlossen, die Fläche an der Kirchmauer der katholischen Kirche St. Josef entlang der Heyestraße für das Aufstellen einer Dino-Fährtenplatte herzurichten. Die Ratsleute fällten die Entscheidung nach kurzer Diskussion einstimmig.

 Bei der Fährtenplatte soll es sich um ein Exemplar „zum Erleben“ handeln – oder, wie es in dem Entwurf der Projektentwicklungs- und Planungs-GmbH „aad Vision 21“ heißt: „zum Erklimmen, Betoben, (Be-)sitzen, Verweilen und Sinnieren“.

 Konkret soll die Fährtenplatte auf einem schrägen Erdhügel zu liegen kommen, der in der Mitte des etwa 53Quadratmeter großen, halbkreisförmigen Platzes liegen wird; der Platz soll eine wassergebundene Decke erhalten und von einer Umrandung aus Sandsteinpflaster begrenzt werden. Zwei Bänke aus Holz/Flachstahl sollen zum Verweilen einladen.

 Beleuchtet werden soll die Fährtenplatte mittels einer LED-Leiste, die mit einem Stahlblech an deren Kante montiert wird; das dabei entstehende Streiflicht soll ein Wechselspiel von Licht und Schatten erzeugen und die Dinospuren auf diese Weise deutlich herausstellen.

 Förderbescheid  über 7000 Euro

 Die Stadt will sich das Ganze bis zu 20000 Euro kosten lassen. „Inzwischen haben wir den Förderbescheid des Landes Niedersachsen erhalten, bekommen um die 7000 Euro“, freute sich Oliver Schäfer jetzt auf Nachfrage der Redaktion. Wie berichtet, hatte der Bürgermeister den Stadtentwicklern im Juli mitgeteilt, dass es noch Mittel für die Leader-Region Schaumburg gibt; angesichts der knappen Stadtfinanzen hatte Schäfer den Obernkirchener Ratsleuten empfohlen, sich für das Projekt „Fährtenplatte“ um diese Mittel zu bewerben. Die Entlastung für die Stadt könne „6000 bis 7000 Euro“ betragen.

 Derweil bleibt für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Frage, ob es zu der Fährtenplatte auch noch eine Infotafel geben soll. „Außerdem“, so Dr. Christina Louise Steinmann, „möchten wir wissen, welche der vielen Fährten aus den Sandsteinbrüchen ausgestellt werden. Wird die beabsichtigte Dino-Skulptur zu diesen Fährten passen?“

 Ja, sagt der Rathauschef. Wie er berichtet, zeichnet die Paläontologin Dr. Annette Richter für den Text einer solchen Infotafel verantwortlich. Sie habe im Übrigen auch die Fährtenplatte für den Platz ausgewählt. „Die Schönste“, sagt Schäfer, „kommt ins Museum, die Zweitschönste zeigen wir an der Kirche.“ Im einen wie im anderen Fall sei der sogenannte Hühnerhof jedoch nicht angetastet worden. „Dessen Trittsiegel sind alle im Steinbruch verblieben“, so der Bürgermeister. Was schließlich die Skulptur betrifft, hoffe die Stadt, über den Verkehrs- und Verschönerungsverein eine Stele zu bekommen; ob es sich dabei um eine Echse handelt, wie diejenige, von der die auf dem Platz ausgestellten Trittsiegel stammen, lasse sich nicht sagen.

 Zur Erinnerung: Der Fund von wissenschaftlich einmaligen Trittsiegeln im Bereich der Obernkirchener Sandsteinbrüche auf dem Bückeburg in den Jahren 2007 und 2008 hatte Überlegungen ausgelöst, die Bergstadt mit den etwa 140 Millionen Jahre alten Dino-Spuren aus der Unterkreide zu bewerben. Zwischenzeitliche Überlegungen eine Dinosaurier-Skulptur aufzustellen, waren aus Kostengründen verworfen worden. Trotzdem war aber die Möglichkeit verfolgt worden, eine Fährtenplatte zu platzieren.

 Kirchenmauer favorisiert

 Zu diesem Zweck hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Repräsentanten des Rates und der am Stadtmarketing beteiligten Vereine gebildet. Sie besichtigte verschiedene Plätze rund um die Innenstadt unter den Gesichtspunkten Erreichbarkeit, Sichtbarkeit, Lärm und Bezug des Aufstellungsortes zu den Sandsteinbrüchen. Der Standort an der Mauer der katholischen Kirche war als bester favorisiert worden. Die Stadtentwickler unter Regie von Manfred Eßmann (SPD) hatten sich anschließend ebenfalls mit den Standorten befasst und die Auffassung der Arbeitsgruppe übernommen.

 Sie hatten für einen Entwurf diese beiden Vorgaben gemacht: Zum einen sollte die Gestaltung des Platzes Elemente und Materialien des neu angelegten Rondells im La-Flèche-Park aufnehmen. Zum anderen sollten sich die Kosten ebenfalls an denen des Rondells orientieren. Der jetzige Beschluss des Stadtrates beinhaltet alle diese Vorgaben.

Von Thomas Wünsche

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