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Drei gezielte Schläge – dann geht’s los

Obernkirchen Drei gezielte Schläge – dann geht’s los

„Hauuuuuuruuuck...!“ Der große Moment ist gekommen: Mit vereinten Kräften haben einige „Starkbierfreunde“ soeben das 200-Liter-Fass mit frisch gebrautem „Raptor“, das jetzt zur Feier des Tages aufgemacht werden soll, auf die Bühne der Obernkirchener Liethhalle gewuchtet.

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Ein wenig nervös ist Maik Beermann (links) schon, als er an das Fass tritt, um den Holzhammer sausen zu lassen. Aber allzu viel des dunkelbraunen Bieres spritzt beim Einschlagen des Zapfhahnes nicht in den Saal. Nicht zuletzt zur Erleichterung von Christian Anke (rechts), dem Chef der Starkbierfreunde.

Quelle: wk

Obernkirchen. Die ehrenvolle Aufgabe, den Zapfhahn mit einem großen Holzhammer einzuschlagen, kommt dem als Promi eingeladenen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann zu. Die spannende Frage ist allerdings, ob das dem CDU-Mann gelingen – oder ob er eine unfreiwillige Bierdusche nehmen wird. Vorsorglich bekommt er jedenfalls eine Schürze umgehängt, die ihm zumindest ein bisschen Schutz vor dem schäumenden Gesöff bieten soll.

 Er sei stolz, beim ersten in der Bergstadt gefeierten Starkbierfest das Fass anstechen zu dürfen, verrät Beermann der Festgesellschaft – um diese Prozedur denn auch gleich unter den Augen der mehr als 450 Veranstaltungsteilnehmer mit Erfolg in die Tat umzusetzen: Gerade mal drei gezielte, kräftige Schläge benötigt er, dann sitzt der Zapfhahn bombenfest auf dem Fass. Zur Gaudi der Zuschauer ist dies freilich nicht gänzlich ohne Spritzerei vonstatten gegangen, der durchaus möglich gewesene massive „Dammbruch“ indes ist dem in Wendenborstel (Kreis Nienburg) lebenden Politiker zum Glück erspart geblieben.

 „Wer Deutschland liebt und Einigkeit, der trinkt auch mal ’ne Kleinigkeit“, prostet Beermann, ein Glas frisch gezapftes „Raptor in die Höhe haltend, lautstark in den Saal der Liethhalle. Und nachdem er das von der Vehlener Hausbrauerei Meier extra für dieses Fest kreierte Gebräu mit Christian Anke, dem Chef der das Event ausrichtenden Starkbierfreunde Obernkirchen, dessen Vize Michael Süper und eben dem Braumeister Holger Meier verkostet hatte, stellt er anerkennend fest: „Süffig und süßlich – ein richtig gutes, leckeres Starkbier. Das ist Euch echt hervorragend gelungen.“

 Derweil wird der mit mehr als sechs Volumenprozent Alkohol aufwartende, dunkelbraune Gerstensaft an die übrige Festgesellschaft ausgeschenkt. Und das von Roman Reckling dirigierte Blasorchester des TSV Krainhagen, das bereits vor dem Fassanstich zwei Stunden für die musikalische Unterhaltung gesorgt hat, bläst wieder, was das Zeug hält.

 Ein guter Zeitpunkt, um einfach mal stichprobenartig beim Partyvolk nachzufragen, was dies denn zu dem Starkbierfest zu sagen hat. Zumal auch schon der von der Schank- und Speisewirtschaft „Pfeffer&Salz“ kredenzte Imbiss (kleine Schweinshaxen mit Sauerkraut) verzehrt worden ist und der Stimmenimitator Christian Korten (Bad Münder) seine unter anderem „Reiner Calmund“, „Udo Lindenberg“ sowie „Dieter Hallervorden“ in den Mund gelegten Kalauer zum Besten gegeben hat. Später am Abend wird das Blasorchester übrigens durch den DJ Karsten Kiesow abgelöst, der den Tanzwilligen mit fetzigen Partyhits einheizen wird.

 „Das Fest ist prima – eine super Sache: Ich habe nichts auszusetzen“, sagt Jürgen Milde aus Meerbeck. Nicht ohne zu erwähnen, dass das Essen, obwohl ja nur als Imbiss gedacht, die Musik und die gesamte Organisation der Veranstaltung „hundertprozentig“ seien. Das „Raptor“-Starkbier der Hausbrauerei Meier (ausgeschenkt wird außerdem Bier der Schaumburger Privat-Brauerei) bewertet er so: „Das ist sehr süffig – man trinkt es einfach so weg, und wenn man den Alkohol merkt, ist es zu spät. Man muss also aufpassen!“

 Lobende Worte gibt es auch von anderen Gästen der Obernkirchener Premierenparty zu hören: „Wir sind ganz begeistert, das Fest ist echt gelungen“, schwärmt Jine Mattuschek aus Stadthagen. Allein das Licht könnte in ihrer Ecke des Saales etwas gedämpfter sein, aber das sei „Klagen auf einem ganz hohen Niveau“.

 Und wie kam der als Show-Act engagierte Stimmenimitator an? „Angela Merkel muss er zwar noch ein bisschen üben, aber der Rest war schon ziemlich gut“, meint Jessica Rückert, die sich für das nächste Jahr eine weitere Ausgabe des Starkbierfestes wünscht. Apropos: Wie Christian Anke gleich zum Auftakt der Veranstaltung erklärt hat, wollen die – erst im Mai 2014 als Verein an den Start gegangenen – Starkbierfreunde zukünftig jedes Jahr ein „Starkbierfest“ in der Bergstadt auf die Beine stellen. Dieser Wunsch der 24-jährigen Obernkirchenerin wird demnach also in Erfüllung gehen.

 Ach ja, noch ein Korten’scher Witz zum Abschluss gefällig? Bitte sehr, hier ist er: Ein schon sehr lange verheiratetes älteres Ehepaar liegt abends zusammen im Bett. Fragt sie: „Sag mal, denkst Du auch, was ich gerade denke?“ Antwortet er: „Ja, mach mir eins mit Schinken!“ wk

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