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Dröhnende Bässe: Autoscooter Gefahr für Kirchenfenster?

Obernkirchen / Nutzungsfrage Dröhnende Bässe: Autoscooter Gefahr für Kirchenfenster?

Kann der Kirchplatz weiter für Jahrmärkte genutzt werden, oder muss man sich künftig auf den Marktplatz und ein Stück des Bornemannplatzes beschränken? Diese Frage harrt noch der endgültigen Lösung. Der Ratsausschuss für Ordnungs- und Feuerwehrwesen, der zugleich auch für die Märkte zuständig ist, wird sich mit diesem Thema in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause befassen.

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Der Kirchenvorstand befürchtet, dass die aufwendig gestalteten Fenster der Stiftskirche durch die Bässe der Fahrgeschäfte Schaden nehmen. © jaj

Obernkirchen (sig). Damit es kein Missverständnis gibt: Die evangelische Kirchengemeinde will das Marktgeschehen keineswegs vom Platz vor der Stiftskirche verbannen. Sie hat nur die Sorge, dass allzu kräftig aufgedrehte Lautsprechermusik die Fenster des Gotteshauses erzittern lässt. Und die sind im Rahmen einer 500.000 Euro teuren Investition erst im Jahr 2008 aufwendig restauriert worden.

Diese Maßnahme war notwendig, weil die im 19. Jahrhundert eingebauten Fenster mit ihren wertvollen Glasmalereien in dem langen Zeitraum erheblich gelitten hatten – nicht zuletzt durch Umwelteinflüsse. Jetzt erstrahlen sie im neuen Glanz und sind Wind und Regen gewachsen. Die Farben haben eine größere Leuchtkraft, die zu mehr Helligkeit im Kirchenraum beiträgt.

Experten befürchten aber, dass die Gefahr jetzt aus einer anderen Richtung droht: Laute Basstöne, zum Beispiel eines Autoscooters, könnten die Scheiben zum Klirren und Scheppern bringen. Die Schallwellen könnten Vibrationen auslösen, die Blei, Glas und Kitt in Bewegung versetzen. Die Folge wären feine Haarrisse, die auf Dauer Wind und Wasser nicht mehr trotzen können.

Die Mitglieder des Kirchenvorstands haben bereits Erfahrungen in diese Richtung gemacht: Wer in der Sakristei während der Beschallung durch die Lautsprecheranlage eines Autoscooters die Hand auf die Scheiben legt, könne genau spüren, wie sich das Glas unter dem Schalldruck nach innen wölbt.

Pastor Herbert Schwiegk meint dazu: „Angesichts dieser Erfahrungen wäre es besser, auf dem Kirchplatz Buden und Stände zu errichten. Das wäre auch atmosphärisch für diesen Bereich kein Nachteil. Es geht uns einfach darum, den Lärmpegel zu reduzieren. Darüber müssen noch Gespräche mit den Beteiligten geführt werden.“

Im Kirchenvorstand kann man sich aber durchaus vorstellen, dass es auch ausreichen würde, die Lautstärke der Übertragungsanlagen zu vermindern. Dagegen stehen die Vorstellungen der Schausteller, durch möglichst laute Musik und Ansagen auf sich aufmerksam zu machen.

Der Kirchenvorstand fühlt sich verantwortlich für einen guten baulichen Zustand der Stiftskirche, die immerhin das älteste Gebäude der Bergstadt ist. Den Aufwand von einer halben Million Euro für die Sanierung der Kirchenfenster könne man schließlich nur einmal in 100 Jahren realisieren, wurde von kirchlicher Seite betont.

Bürgermeister Oliver Schäfer geht davon aus, dass man bei der nächsten Ausschusssitzung, zu der auch Vertreter der Kirche eingeladen werden, einen tragfähigen Kompromiss finden kann. Große Fahrgeschäfte auf den Neumarktplatz zu verlegen, dürfte bei den Einwohnern wegen der zusätzlichen Verkehrsprobleme nicht auf Gegenliebe stoßen. Und der Marktplatz biete, so das Stadtoberhaupt, nicht ausreichend Platz für so große Fahrgeschäfte wie den Autoscooter.

Der nächste Barbarossa-Markt, der vom 7. bis zum 10. Oktober stattfinden soll, sei auf jeden Fall nicht gefährdet, betont auf Anfrage.

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