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Ehrenamtliche unterrichten Flüchtlingen

Obernkirchen Ehrenamtliche unterrichten Flüchtlingen

Eine Voraussetzung dafür, dass die Integration von Flüchtlingen gelingt, ist, dass diese die deutsche Sprache beherrschen. In der Bergstadt haben sich daher mehrere Ehrenamtliche zusammengefunden, um einen alternativen Deutsch-Unterricht im an der Beekerstraße 6 gelegenen Jugendzentrum anzubieten.

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Der pensionierte Lehrer Gerhard Radke (rechts) engagiert sich mit anderen Ehrenamtlichen für die Flüchtlinge.

Quelle: wk

Obernkirchen. Ein Projekt, für das dessen Initiatorin, Helle Hespe, den Kreisverband Schaumburg der Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Träger gewonnen hat, der unter anderem die benötigten Lernmaterialien finanziert und für eine versicherungsrechtliche Absicherung der rund ein Dutzend ehrenamtlichen Lehrkräfte sorgt. Dabei setzt sich die inzwischen auf mehr als zwölf regelmäßige Teilnehmer angewachsene Schülerschaft aus erwachsenen Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft zusammen – darunter Menschen aus Syrien, dem Irak und aus Russland.

„Das hier ist ein absoluter Anfängerkurs für Leute, die überhaupt keine Deutsch-Kenntnisse haben“, erklärt Hespe. Dabei stünde hinsichtlich des zu vermittelnden Wortschatzes im Wesentlichen die sprachliche Bewältigung von Alltagssituationen im Fokus, sodass die Teilnehmer eben beim Einkaufen, Arztbesuch oder Behördengang von ihren neu erworbenen Sprachkenntnissen profitieren können. „Und es wird geübt, bis es ihnen aus den Ohren qualmt.“

Ergänzend weist Hespe darauf hin, dass es für diesen auf zirka 20 Doppelstunden ausgelegten Deutsch-Kursus auch noch von anderen Stellen Unterstützung gibt. So habe man etwa vom Bündnis für Familie in Obernkirchen eine Geldspende sowie von der Grundschule am Kammweg ausgemusterte Lernmaterialien erhalten. Darüber hinaus stelle die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bei Bedarf einen Raum im Gemeindezentrum Rote Schule als Schulungsraum zur Verfügung, wenn das Jugendzentrum wegen anderweitiger Veranstaltungen belegt sein sollte.

Die Bereitschaft zu helfen sei angesichts der aktuellen Flüchtlingsproblematik erfreulicherweise „sehr ausgeprägt“, während in den neunziger Jahren zur Zeit des Jugoslawien-Krieges leider eine gänzlich andere Haltung innerhalb der Bevölkerung vorgeherrscht habe, resümiert Heidemarie Hanauske, die Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes. Lobende Worte hat sie in diesem Zusammenhang zudem für das Engagement des Landkreises Schaumburg, der angesichts der von diesem für die jetzigen Flüchtlinge erbrachten Leistungen geradezu eine „Vorbildfunktion“ für andere Regionen inne habe.

Dass Flüchtlinge allerdings keinen Anspruch auf einen Deutsch-Kursus haben, solange deren Asylverfahren noch läuft oder wenn deren Asylantrag abgelehnt worden ist und sie auf die anstehende Ausreise warten, ist laut Norbert Rose, der bei der Stadt Rinteln für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig ist, „sehr unglücklich“. Denn auch diese Menschen müssten sich hierzulande ja in den Alltagssituationen verständigen können. „Außerdem ist es auch schön, wenn man sich mit den Nachbarn unterhalten kann.“ wk

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