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Obernkirchen Stadt Ein Stück Lebensbegleitung
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Ein Stück Lebensbegleitung
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00:17 02.06.2016
Augebildete Trauerbegleiter: Barbara Weißbrich (links) und Doris Essmann. Quelle: rnk
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Obernkirchen

Das erste Treffen ist für Dienstag, 21. Juni, ab 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten des Bestattungsunternehmens Nerge in Vehlen geplant.

Weißbrich und Essmann sind ausgebildete Trauerbegleiterinnen, fast zwei Jahre hat diese Schulung gedauert. „264 Stunden“, sagt Weißbrich, mit Abschlussarbeit („Humor als Ressource in der Trauerbegleitung“) und Zertifikat.

Die Ausbildung war ein logischer Schritt, denn sie bildet einen weiteren Angebotsbaustein der Hospizgruppe Obernkirchen/Auetal, die im vergangene Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte und sich im Oktober in Ambulanter Hospizdienst Sonnenhof für Obernkirchen, Auetal und Umgebung umbenannte.

Ein Anfang und ein Ende

Die Namensänderung markierte einen wichtigen Moment in der Geschichte der Hospizgruppe: Damit verbunden war die Möglichkeit einer Festanstellung einer Koordinatorin, dafür gab es Fördergelder, und Weißbrich wurde die Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes. „Es war eine Chance“, sagt sie heute rückblickend.

Die Trauergruppe habe einen Anfang und ein Ende, betonten Weißbrich und Essmann. Daher werden man sich alle drei Wochen acht Abende lang treffen. Die Trauerbegleitung ist ein regelmäßiges Angebot in einer Gruppe von sechs bis acht Menschen. Sie ist kostenlos, unabhängig von Kultur und Religion. Die Idee der Zusammenarbeit mit dem Bestattungsunternehmen sei während der Trauerbegleiter-Ausbildung gewachsen, sagt Weißbrich, denn sie berge mehrere Vorteile: Das Unternehmen verfügt über einen großen und nicht einsehbaren Parkplatz und vor allem einen ruhigen Raum. Im Sonnenhof sei es schwierig gewesen, passende Räumlichkeiten zu finden. Zweimal im Jahr soll der Trauerkreis angeboten werden.

Erste Schritte zurück ins Leben

„Wir sind als Trauerbegleiterinnen keine Therapeuten, wir sind Lebensbegleiter“, erklären beide. Es ist ein Punkt, der ihnen wichtig ist. Sie möchten Trauernden Perspektiven eröffnen, damit sie einen ersten Schritt ins Leben zurück gehen könnten und sich nicht mehr so hilflos fühlen würden, erklären Essmann und Weißbrich. Und zwischen dem Trauerfall und dem Beitritt zur Trauergruppe sollte Zeit vergangen sein, sagen sie. Ein halbes Jahr halten beide für angemessen, weil man sich erst von den Verstorbenen lösen und seine Gedanken ordnen müsse. Aber natürlich stünden sie für alle, die ein Gespräch suchen würden, bereits vorher zur Verfügung, um Wege aufzuzeigen. „Hilfe können wir vorab geben“, sagt Essmann.

Generell sieht sich der Hospizdienst gut aufgestellt: Momentan engagieren sich 19 Ehrenamtliche im Bereich der Sterbebegleitung. Dazu läuft zurzeit ein Befähigungskurs im Hospizdienst, an dem neun Ehrenamtliche teilnehmen, und dreimal wird pro Jahr ein „Offener Hospiztreff“ angeboten. Der nächste offene Hospiztreff ist am Dienstag, 14. Juni, von 9 bis 11 Uhr im Clubraum des Seniorenzentrums Sonnenhof. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen gibt es bei Barbara Weißbrich, Telefon (05724) 961144, und Doris Essmann, Telefon (05724) 98467.rnk

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