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Obernkirchen Stadt Ein eher schwerer Gang
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Ein eher schwerer Gang
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21:45 26.03.2015
Nachdenklich: IGS-Schüler besichtigen die Texttafeln der Hospiz-Ausstellung. Quelle: sig
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Obernkirchen

Erwartet wurden sie von Angela Stiepermann, seit Jahren aktives Mitglied der Hospizgruppe.

 „Wir befassen uns zurzeit gerade im Unterrichtsfach ‚Werte und Normen‘ mit dem Tod; da bietet sich der Besuch dieser Ausstellung an“, so Wenz. Zur Einführung gab es ein Gespräch mit Stiepermann. Diese stellte die Arbeit der Hospizgruppe vor, die sich alle vier Wochen zum Erfahrungsaustausch trifft.

 Ein Sterben in Würde zu ermöglichen – dazu wollen die Mitglieder dieser Gruppe beitragen. Dabei sei es gleichgültig, welche Zuwendung der sterbende Mensch erhalten möchte, ob er das Gespräch suche, die stützende Hand oder nur die Lippen befeuchtet haben wolle. Stiepermann: „Es gibt auch das gemeinsame Schweigen, den Blickkontakt, eben einfach nur das Gefühl des Vertrautseins und der Nähe. Wir sorgen nicht für den Körper, sondern für die Seele.“

 Man merkte den jugendlichen Zuhörern an, wie schwer es ihnen fiel, Fragen zur Arbeit der Hospizgruppe und zur Ausstellung zu formulieren. Natürlich ist dieses Thema für sie noch weit weg. Aber da gibt es ja zum Beispiel die Großeltern, die man liebt, aber deren Lebenskreis sich irgendwann schließt. Die Stunden des Abschieds rücken mit zunehmendem Alter immer näher. „Mein Opa ist gestorben, aber das habe ich nicht unmittelbar miterlebt“, erzählte ein Mädchen. Sie sei aber dabei gewesen, als ihr Hund starb, und schon das sei ihr sehr schwer gefallen. „Ich würde nicht daran zugrunde gehen, wenn ich mich der Aufgabe unterziehen müsste, einen Menschen beim Sterben zu begleiten“, sagte ein Junge.

 Immerhin: Es ist zweifellos sinnvoll, dass sich ältere Schüler im Unterricht auch mit der Endlichkeit des Seins befassen. Denn das Lebensende kann sehr schnell kommen, wie das schwere Flugzeugunglück in Frankreich beweist, bei dem auch Schüler ihr Leben verloren. sig

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