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Ein falscher Schnitt ruiniert alles

Kursus Holzskulpturen in Obernkirchen Ein falscher Schnitt ruiniert alles

Beim Holzschnitzen gilt im Grunde das Gleiche wie bei der Steinbildhauerei: Alles, was nicht zu der Skulptur gehört, die man aus dem Material herausarbeiten will, muss weg.

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Vom Profi lernen: Karl-Heinz Knigge (rechts) erklärt „Schritt für Schritt“, wie sie Schnitte mit der Carving-Motorsäge setzen müssen.

Quelle: pr.

Obernkirchen. Und was bei der Steinbildhauerei Metallhammer und Meißel sind, sind beim Holzschnitzen im XXL-Format halt Holzhammer und Stechbeitel. Wobei in beiden Fällen mitunter auch schwereres Gerät zum Einsatz kommt: Pressluftmeißel zum Abtragen überflüssigen Gesteins respektive Motorsägen zur groben Formgebung des hölzernen Rohlings, bevor der Holzschnitzer mit den kleineren Werkzeugen an die Feinarbeiten geht.

So jedenfalls läuft es üblicherweise ab. Eine besondere Spezies von Holzschnitzern, zu der auch Karl-Heinz Knigge aus Obernwöhren gehört, hat mit den manuellen Werkzeugen allerdings nichts am Hut. Sie verwenden die Motorsäge daher nicht nur fürs Grobe, sondern auch für die Detailarbeiten bis hin zum Feinschliff.

Doch so einfach ist die Sache freilich nicht. Es braucht sehr viel Übung, um etwa eine Adler- oder Eichhörnchenfigur aus einem gut einen Meter langen und rund 40 Zentimeter dicken Eichenstammabschnitt herauszuarbeiten. Allein schon, weil ein falscher Schnitt mit der Motorsäge ausreicht, um das Werk zu ruinieren. Und weil nach Fertigstellung der Skulptur ja auch die Proportionen, die Körperhaltung und der Blick des dargestellten Tieres authentisch aussehen sollen.

Für Einsteiger, die die Kunst des Schnitzens mit der Motorsäge vom Profi lernen möchten, bietet Knigge, der sich diesem Kunsthandwerk bereits seit vielen Jahren widmet und dabei ein beachtliches Können beweist, Workshops an. Darin vermittelt der Forstwirtschaftsmeister den Teilnehmern, was man beim Schnitzen mit der Motorsäge beachten muss und wie man dabei vorgeht. Regelmäßiger Veranstaltungsort ist das Betriebsgelände des Holzbauunternehmens Mlodzian in Obernkirchen.

Und das Erste, was er seinen Workshop-Teilnehmern dort einbläut, ist das Thema Sicherheit: „Eine persönliche Schutzausstattung ist ein absolutes Muss.“ Dazu gehören mindestens eine Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhe, eine Schutzbrille, ein Gehörschutz und Handschuhe. Sinnvoll sei aber auch eine Schnittschutzjacke.

Was die technische Ausstattung betrifft, benötigt man indes eine spezielle Carving-Motorsäge, die nicht mehr als 3000 Gramm wiegen sollte. Denn mit schweren Geräten könne man nicht filigran arbeiten, so der Experte. Anders formuliert: „Mit einem Fünf-Kilogramm-Moped, wie man es zum Brennholz-Machen verwendet, bekommt man es nicht hin.“

Um noch mehr ins Detail zu gehen: Zum Schnitzen empfiehlt er eine Motorsäge, die mit einer Carving-Schiene, einem 1/4-Zoll-Ritzel und einer 1/4-Zoll-Kette ausgerüstet ist, sodass diese im vorderen Bereich des Sägeschwertes einen Radius von nur 18 Millimetern aufweist.

 Beim Gestalten einer Adlerfigur beispielsweise, wie sie bei Knigges jüngstem Workshop Thema war, erklärt der Profi den Teilnehmern zudem „Schritt für Schritt“, wie diese Skulptur aus dem Holzklotz herauszuarbeiten ist.

 Angefangen mit dem Kopf, der „das Schwierigste“ am Schnitzen solch einer imposanten Figur ist. Wenn die Motorsäge falsch angesetzt wird, kann die Spitze des Schnabels wegfliegen, sodass die Adlerfigur kaputt ist, bevor man richtig losgelegt hat. Überdies muss der Kopf so gestaltet werden, dass der Ausdruck des Tieres stimmt. Hat man diesen Teil der mehrstündigen Schnitzarbeit aber geschafft, ist der Rest dann deutlich leichter zu meistern, verspricht der Workshopleiter.

Bevor er ans Gestalten des „Federkleides“ geht, widmet sich Workshop-Teilnehmer Andreas Jähnke erst mal dem Feinschliff im Bereich der hölzernen Warte, auf der sein „Adler“ thront.

wk

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