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Ein weich gespülter Wahlkampf, dem die Themen fehlen

Obernkirchen / Wahl Ein weich gespülter Wahlkampf, dem die Themen fehlen

Auch direkt vor Ort läuft es nicht sonderlich gut: Das Team Gelldorf hat eingeladen, um sich und die Ziele für die nächsten fünf Jahre im Ortsrat vorzustellen, gerade einmal zehn Ortsbürger sind der Einladung gefolgt.

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Schön, wenn jemand kommt und zuhört: Ute Stahlhut kann mit ihren Bewerbern vom Team Gelldorf die Besucher problemlos mit Handschlag begrüßen. © rnk

Obernkirchen (rnk). Ortsbürgermeister Andreas Hofmann stellt die Mitbewerber vor und erklärt die Ziele: Vor allem der Hochwasserschutz im Dorfkern soll endlich umgesetzt werden. Und der Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses dürfe angesichts der finanziellen Lage der Stadt Obernkirchen auch nicht als selbstverständlich eingestuft werden: Die Kosten für freiwillige kommunale Leistungen könnten schnell abgebaut werden.

Aber immerhin: Man kommt ins Gespräch, bei Bier und Suppe in einem Wahlkampf in der Bergstadt, der in diesen Tagen, da er auf Hochtouren im Endspurt laufen sollte, eher weich gespült daher. Es fehlen die großen Themen, die polarisierenden Ideen, es scheint, als wenn der Wahlkampf eher alibimäßig abläuft: Er ist lahm. Wer nach den Ursachen fragt, erhält immer den gleichen Hinweis: Das liege an der finanziellen Lage der Stadt – ohne Geld sei wenig zu gestalten, ohne Gestaltungsmöglichkeiten gebe es wenig zu diskutieren.

Vor allem die SPD hält sich zurück und wirbt wie schon zu Urgroßväterzeiten: ein großes Plakat mit kleinen Köpfen, kaum erkennbar an den Straßen, sowie Flyer und Stände. Die Homepage ist neu gestaltet, aber bei den Inhalten gibt es wenig, was die anderen Fraktionen nicht sofort mittragen könnten.

Auch WIR belässt es bei Schlagworten auf der Homepage, die über WIR für Schaumburg erreichbar ist. Und vielleicht kann man hier das Tempo des Wahlkampfes 2011 am besten auf den Punkt bringen: Wer auf den Flyer-Button klickt, erhält den Flyer von der letzten Wahl, aber Konrad Bögel steht wohl nicht vor einem politischen Comeback.

Auch die Grünen halten sich vornehm zurück und sind vielleicht die einzige Gruppierung, die sich das auch leisten kann: Nur keinen Fehler machen und auf den bundesweiten grünen Rückenwind hoffen – das muss nicht die schlechteste Strategie sein. Im Internet sind sie vorbildlich aufgestellt: Ihre Seite wird seit Jahren fortgeschrieben. Dafür ist der Flyer knapp: Es sind wohl weniger als 200 Worte.
Den stärksten Wahlkampf-Auftritt liefert die CDU ab, die sich von Martin Schulze-Elvert eine Werbestrategie auf den christdemokratischen Leib schneidern ließ, die ein Politiker wohl als „vollumfänglich“ beschreiben würde. Verzichtet wird auf die Plakate, aber dafür sind sie bei Facebook, es gibt Flyer mit den Kreistagkandidaten, Broschüre mit den Stadtratskandidaten und dem umfangreichen Wahlprogramm.

Eine nette Geste ist der Rückblick-Flyer („Wir haben Wort gehalten“), jeder Ortsteil hat von Schulze-Elvert eine Idee oder fertige Flyer für die Ortsratskandidaten mit Ideen und Zielen für die Ortsräte erhalten. Sie werden Stück für Stück durch die Kandidaten verteilt. Das hat einen Vorteil: Es gibt viele Kontakte direkt an der Haustür im jeweiligen Wahlbereich. Auch den Internet-Auftritt hat Schulze-Elvert komplett neu gestalten lassen. Generell werde aber in Obernkirchen einer der fairsten und saubersten Wahlkämpfe des Landkreises geführt, meint Schulze-Elvert.

Jetzt muss nur noch der Wähler darüber entscheiden, wer in welcher Zusammensetzung in Rat und Ortsräten für die kommenden fünf Jahre die Geschicke der Stadt Obernkirchen lenken wird. Gestern hat sich noch einmal der Bürgermeister zu Wort gemeldet: Wahlen sind bekanntlich die Grundlagen der Demokratie, sagt Oliver Schäfer und bittet in einem Aufruf: „Gehen Sie zur Wahl und stärken Sie die kommunale Selbstverwaltung und demokratische Basis unseres Gemeinwesens. Ermuntern Sie auch Ihre Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen, bei der Wahl über die künftige Entwicklung unserer Stadt mit abzustimmen.

Auch die Bürger aus den EU-Mitgliedsstaaten haben das Recht, an der Kommunalwahl teilzunehmen. Nutzen Sie diese Chance der demokratischen Mitwirkung und der aktiven Teilhabe am politischen Leben unserer Stadt. Niemand sollte sich diese Mitentscheidung aus der Hand nehmen lassen.“

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