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Einbrecher schwärzt Komplizen an

Letzte Chance Einbrecher schwärzt Komplizen an

Schulabschluss, Ausbildung, Job – nichts davon hat ein Obernkirchener. In seinem Leben hat der 21-Jährige nicht viel auf die Reihe bekommen.

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Quelle: Symbolfoto

Obernkirchen/Bückeburg. Er ist wiederholt vorbestraft, hoch verschuldet, nimmt seit dem 14. Lebensjahr Drogen.

Eine letzte Chance bekommt der Arbeitslose noch, muss aber strenge Auflagen erfüllen. Wegen eines Einbruchs und zweier Diebstähle hat das Jugendschöffengericht in Bückeburg gegen den Wiederholungstäter jetzt zwar eine Jugendstrafe von 16 Monaten verhängt, die Vollstreckung jedoch zur Bewährung ausgesetzt. Verbunden ist die Entscheidung mit 150 Sozialstunden. Außerdem muss sich der junge Mann einer stationären Alkohol- und Drogentherapie unterziehen.

„Sie verstoßen immer wieder gegen die Eigentumsordnung“, erinnerte Richter Dirk von Behren den Angeklagten an dessen Vorstrafen und attestierte ihm schädliche Neigungen, die Voraussetzung für eine Jugendstrafe. Eingebrochen waren der Obernkirchener und ein Komplize in einen Getränkemarkt an der Eilsener Straße. Beute: 14 Flaschen Schnaps.

In zwei weiteren Fällen hatte der Langfinger Wohnungsnachbarn bestohlen, die im selben Haus in Obernkirchen lebten. Einbrechen musste er dazu nicht, die Tür war nicht verschlossen. Mitgehen ließ er einmal 120 Euro Bargeld und einen Ring, dann drei Flaschen mit Spirituosen. Den Ring versetzte er bei einem Goldankäufer, um sich von dem Geld Alkohol und Drogen kaufen zu können. Auch in diesen beiden Fällen soll der 21-Jährige einen Komplizen gehabt haben.

Im Prozess legte er ein umfassendes Geständnis ab und nannte den Namen des mutmaßlichen Mittäters, gegen den nun ermittelt werden soll. „Er wird demnächst Post bekommen“, kündigte Richter von Behren an. Die Hauptschuld nahm aber der 21-Jährige auf sich: „Ich war die treibende Kraft.“ Demnächst steht der Obernkirchener wohl erneut vor Gericht – als Zeuge im Prozess gegen seinen Bekannten.

Der Schuldenberg, auf dem der 21-Jährige sitzt, soll auch daher kommen, dass er spielt und hemmungslos Ware im Internet bestellt, ohne die Rechnungen bezahlen zu können. Daher schickt das Gericht den Angeklagten zur Schuldnerberatung, wo er sich über eine Privatinsolvenz informieren soll.

Hinter ihm liegt eine klassische Heimkarriere. Vier Heime hat er zwischen 13 und 17 Jahren von innen gesehen. Im Knast war er ebenfalls schon. „Wir sollten an ihn glauben“, zerstreut Verteidiger Stephan Schuster eigene Bedenken. Nach einem Rechtsgespräch hatte das Gericht Schusters Mandanten im Gegenzug für ein Geständnis Bewährung zugesichert.  ly

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