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Eiskalte Hilfe für Michelle

Obernkirchen Eiskalte Hilfe für Michelle

Für den guten Zweck wird das Freibad am Sonntagnachmittag eigens geöffnet: Daniela Künneke, Inhaberin des E-Centers Obernkirchen, ihr Mann André und sechs Auszubildende stellen sich am Beckenrand auf und schütten sich jeweils einen Eimer Eiswasser über den Kopf – es ist für den guten Zweck, es ist für Michelle Myska.

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So geht‘s: Eiswasser über den Kopf schütten, drei Nomierungen aussprechen und das Video dann ins Netz stellen: Der E-Center-Nachwuchs will mit dem Inhaberehepaar auf ein trauriges Schicksal aufmerksam machen – und helfen.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Das Prinzip hinter der Aktion: Handykamera an, ein kurzes Statement abgeben, dann folgt schon die eiskalte Dusche aus einem Eimer. Entweder kippt man sich das Wasser einfach selbst über den Kopf oder man engagiert jemanden, der das mit süffisanter Schadenfreude gerne übernimmt. Anschließend nominiert man noch drei Kandidaten. Wer von ihnen dann nicht nass werden möchte, muss spenden.

 Die Idee bei der Ice Bucket Challenge ist, dass man sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schüttet und so – für einige Sekunden – auch ein Mal das Gefühl der Lähmung im Körper spürt, das ein Erkrankter sein Leben lang ertragen muss. So wie Michelle Myska aus Lüdersfeld, deren Leben sich von einem Tag auf den anderen tragisch änderte. Die heute 19-Jährige war eine aktive, sportbegeisterte Jugendliche – bis zum 25. Oktober 2011. Sie klagt über Kopfschmerzen, legt sich zu Bett – und ist, als ihr Vater sie ansprechen will, verkrampft und hat die Augen verdreht. In der Medizinischen Hochschule folgen Koma und Gehirnoperation, Michelle Myska hat eine seltene Virusinfektion, erst fünf Monate später in der Reha, wacht das Mädchen wieder auf – und ist vom ersten Halswirbel an gelähmt und sitzt künftig im Rollstuhl. Die Mutter gibt ihren Beruf auf, es fehlt an Geld. Allein das Spezialfahrzeug für Michelle kostet nach Angaben des Vaters wegen der Umbauarbeiten etwa 72000 Euro.

 Die Auszubildenden des E-Centers in Obernkirchen wollen mit einen Video auf der Facebook-Seite ihres Arbeitgebers für Spenden werben – und daher die Ice-Bucket Challenge: Nominiert wurden von ihnen die die E-Center in Bückeburg und Bad Nenndorf sowie der Marktkauf Rinteln. Außerdem organisieren die Azubis eine Aktionswoche rund ums Thema Backen, auch hier soll der Erlös der schwerstbehinderter Lüdersfelderin zu gute kommen. „Backen auf 1000 und eine Art“ ist das Motto einer von dem Handelskonzern Edeka initiierten überregionalen Aktionswoche, an der sich auch die Auszubildenden des E-Center Künneke mit einem eigenen Projekt beteiligen. Los geht es am Mittwoch, 17. September. An diesem Tag laden die jungen Leute – so die angehende Einzelhandelskauffrau Fatima Farhat – die Kunden des Lebensmittelmarktes ein, Kuchenkreationen aus dem Hause Bahlsen zu verkosten. Verkauft werden zudem selbst gemachte Pizzabrötchen, Crêpes und „New York-Cheese-Cakes“ nebst Getränken. Darüber hinaus informieren sie mittels einer Beamer-Show, wie hierzulande früher gebacken wurde, wie heute gebacken wird und wie im Vergleich dazu in anderen Ländern gebacken wird.

 Am Donnerstag, 18. September, haben die Auszubildenden dann „Cup-Cakes“ und Fladenbrote im Angebot. Der Freitag, 19. September, indes steht im Zeichen des Backens auf libanesische, türkische und russische Art. Kredenzt werden unter anderem deftige „Lahmacun-Pizzen und verschiedene süße Backwaren. Das Backen mit modernen Fertigmischungen wird ebenfalls präsentiert.

 Für Samstag, 20. September, ist schließlich ein großer Kuchen- und Tortenverkauf geplant, für den die Auszubildenden des E-Center Künneke sowie deren Freunde und Familien selbst gemachte Kuchen und Torten beisteuern. Ein weiterer Sponsor ist die Bäckerei Schäfers. Saskia Bilo, Mitarbeiterin des E-Center Künneke und quasi „Patin“ des Obernkirchener Azubi-Projektes, erklärt, dieses Schicksal bewege sie alle so sehr, dass sie Michelle Myska auf diese Weise helfen möchten. Das sieht Inhaberin Daniela Künneke ähnlich: Wer selbst ein Kind habe, den lasse Michelle Myska und ihre Krankheit nicht ungerührt.

 Ab morgen werden von den Auszubildenden Lose verkauft, am Samstag wird um 10 Uhr der Gewinner gezogen, als ersten Preis gibt es ein Auto für ein Wochenende. Bei Oliver Schäfer soll noch angerufen werden, der Bürgermeister soll am Samstag beim Losverkauf mithelfen. Gegen 12 Uhr soll gemeinsam mit Michelle Myska eine Torte angeschnitten werden. Und im Laufe der Woche werden die Auszubildenden vor allem betriebswirtschaftlich ein Auge auf die Aktion haben: Schließlich soll der Lüdersfelderin soll viel gespendet werden, wie es nur geht.rnk, wk

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