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Elternrat: Drei Lehrer fehlen

Personalmangel an der Grundschule in Obernkirchen Elternrat: Drei Lehrer fehlen

Was ist an der Grundschule los? Diese Frage stellt sich, wenn man die Stellungnahmen vergleicht, die von unterschiedlichen Stellen zur dortigen Personalsituation und Unterrichtsversorgung abgegeben worden sind.

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Wie viele Lehrkräfte an der Grundschule Obernkirchen fehlen, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen.

Quelle: wk

OBERNKIRCHEN. Zur Erinnerung: Vor ein paar Tagen hatten die SN darüber berichtet, dass nach Informationen aus der Elternschaft an der Grundschule seit Schuljahresbeginn ein Lehrermangel herrscht, der negative Auswirkungen auf den Schulbetrieb hat. Klassen würden mitunter – etwa im Fach Musik – gemeinsam unterrichtet, und mehrere Arbeitsgemeinschaften seien gestrichen worden, hieß es. Drei Eltern sollen ihre Kinder wegen des Problems sogar von dieser Schule ab- und an einer anderen Grundschule angemeldet haben.

Auf Anfrage dieser Zeitung relativierten die Schulleitung und die Pressestelle der Landesschulbehörde die Situation: So erklärte die Konrektorin der Grundschule, dass nur eine Lehramtsstelle ausgeschrieben sei, diese aber noch nicht habe besetzt werden können. Außerdem seien zwei Lehrkräfte ausgefallen, für die man aber eine Vertretungslehrerin vermittelt bekommen habe, „sodass die große Not erst mal beseitigt ist“. Nicht in unterschiedlichen Fächern, sondern allein im Fach Musik würden derzeit mehrere (drei 3.) Klassen gemeinsam unterrichtet. Und die Nachmittags-AGs „bleiben wie gehabt“.

Start „mit einigen Schwierigkeiten“

Die Landesschulbehörde teilte ebenfalls mit, dass es lediglich eine noch nicht besetzte Planstelle gebe. Außerdem werde weiterhin die Möglichkeit geprüft, dort weitere Vertretungskräfte einzusetzen.

Sowohl von der Schulleitung als auch von der Landesschulbehörde war jedoch nicht zu erfahren, wie viele Lehrer überhaupt an der Grundschule tätig sind und wie viele es gemäß Stellenplan sein sollten. Die Konrektorin verwies diesbezüglich unter anderem auf eine ihr obliegende Schweigepflicht, während die Landesschulbehörde („Es gibt genügend Lehrer, um die Pflichtstunden zu erteilen“) eine noch laufende Bedarfsermittlung und ein noch nicht abgeschlossenes Stellenbesetzungsverfahren als Hinderungsgründe nannte.

Ein dieser Zeitung inzwischen vorliegender an die Eltern der Grundschüler gerichteter „Informationsbrief“ des Schulelternrats vom 11. August zeichnet indes folgendes Bild zur Situation an der Obernkirchener Grundschule: Das neue Schuljahr habe „mit einigen Schwierigkeiten“ angefangen, heißt es darin. Zum Ende des vergangenen Schuljahres seien „drei Lehrkräfte in ihren wohlverdienten Ruhestand gegangen“, wobei diese Stellen „mit zwei neuen Lehrern nachbesetzt“ werden sollten. Jedoch hätten die neuen Pädagogen ihren Dienst zum Schuljahresbeginn nicht an der Grundschule in Obernkirchen angetreten, sondern in anderen Schulen in Niedersachsen. Zudem seien zwei weitere Lehrer aus Krankheitsgründen „für einen längeren Zeitraum“ ausgefallen.

Lediglich „eine Lehrkraft, die sich in der Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen befindet“, habe die Landesschulbehörde „für einen vorübergehenden Zeitraum“ als Ersatz gestellt. Das somit noch bestehende personelle „Defizit von drei Lehrern“ müsse somit seitens der restlichen Lehrerschaft der Grundschule Obernkirchen kompensiert werden.

„Das ist ein Ding der Unmöglichkeit"

Als Folge davon seien die Stunden im Musikunterricht „klassenübergreifend zusammengelegt“ worden und „Bereiche wie AGs erst mal für das erste Schulhalbjahr auf Eis gelegt“ worden.

„Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass diese Stellen nicht besetzt sind“, kommentiert CDU-Ratsfrau Beate Krantz, die Situation an der Grundschule. Wie wolle man die Schüler unter diesen Umständen denn fördern? Und wie solle die Inklusion funktionieren? Dass die verbliebenen Lehrkräfte versuchen, den dortigen Lehrermangel aufzufangen, gehe jedenfalls „nur eine bestimmte Zeit“. Ergo müsse das Land das bestehende Personalproblem „dringend“ lösen.

Die Situation an der Grundschule sei ein großes Gesprächsthema in der Stadt, wobei manche Eltern erbost seien, dass wegen des Lehrermangels an dieser Schule „so viel ausfällt“, berichtet CDU-Fraktionschef Horst Sassenberg. Für ihn sei dies eine verständliche Reaktion seitens der Eltern, denn dass drei Lehrkräfte in den Ruhestand wechseln würden, habe die Landesschulbehörde doch nicht erst seit einem Jahr gewusst.

SPD-Ratsfrau Kirsten Battaglia sieht das Ganze indes lockerer: Dass es an einer Schule wegen fehlender Lehrer „Ausfälle“ gibt, die kompensiert werden müssen, habe es früher auch schon gegeben, betont sie und ergänzt: „Dass man da gleich sein Kind von der Schule nimmt, finde ich schon krass.“ wk

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