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„Entweder jetzt oder gar nicht“

Pärchen auf Weltreise „Entweder jetzt oder gar nicht“

Einmal die weite Welt sehen – nicht nur für zwei, drei Wochen während des Urlaubes, sondern richtig, intensiv, ein Jahr lang. Viele Menschen haben diesen großen Traum, erfüllen ihn sich aber nie. Gründe dafür gibt es ja genug: der Beruf, die Familie, das Geld und nicht zuletzt fehlender Mut. Nadine Bornemann und ihr Lebensgefährte Marco Könemann indes haben sich derlei Einwände nicht zu eigen gemacht und sind aus ihrem Alltag ausgestiegen, um ferne Länder zu entdecken.

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Vor einer Statue des nahe Hua Hin gelegenen Wat-Huay-Mongkol-Tempels, die den von vielen Thailändern verehrten Mönch Luang Phor Thuad zeigt, haben Nadine Bornemann und Marco Könemann dieses Selfie gemacht.

Quelle: pr.

Obernkirchen. So hat sich die 29-jährige Erzieherin mit Zustimmung ihres Arbeitgebers, der Stadt Minden, ein Jahr unbezahlten Sonderurlaub genommen, während Könemann seinen Job als Kfz-Mechatroniker sogar gekündigt hat. Überdies haben die beiden ihre gemeinsame Wohnung, die sie in der Weserstadt bewohnt hatten, aufgelöst und ihren Hausrat einschließlich Fernseher bis auf einige wenige Gegenstände verkauft. Zudem hat der 34-Jährige sein Auto veräußert, um auch dieses Geld in die Finanzierung ihres Reiseabenteuers zu stecken.

Reisegepäck in zwei Rucksäcken

Sie selbst habe nur ihr jetzt benötigtes Reisegepäck und – verpackt in drei eingelagerte Umzugskartons – einige Winterklamotten sowie ein paar persönliche Dinge behalten, berichtet die gebürtige Bückeburgerin, die rund 25 Jahre in Obernkirchen gelebt hatte, bevor sie nach Minden gezogen war. Ihr Reisegepäck führt sie dagegen – ebenso wie ihr Partner – in einem großen Trekkingrucksack und einem kleinen Tagesrucksack mit sich.

Während des per Videotelefonie über das Internet mit unserer Zeitung geführten Gesprächs sitzen die beiden Globetrotter übrigens in einem aus Überseecontainern gebauten Hotel im thailändischen Chumphon. Zwar wartet das „Retro Box Hotel“ mit einem Swimmingpool auf, die Ausstattung der „sehr ordentlichen“ Zimmer indes ist eher funktional. Doch mehr brauchen Bornemann und Könemann nicht, zumal sie auch nur ein begrenztes Budget zur Verfügung haben:

Exakt 29 Euro haben Sie pro Tag eingeplant – für zwei Personen, verrät die 29-Jährige. Was das Geld ausgeben betrifft, müsse man sich also „ein bisschen zügeln“, damit das Jahresbudget nicht vorzeitig erschöpft ist. Zum Vergleich: Eine Übernachtung in einem günstigen Hotel in Thailand (zwei Personen) mindert die Reisekasse im Schnitt um rund acht Euro. Und zwei Mittagessen an einer der vielen Straßenküchen kosten weniger als einen Euro, ergänzt Könemann. „Das Essen hier ist sehr gut, da können wir uns nicht beklagen.“

Für eine bereits unternommene Zugfahrt von Bangkok, der Hauptstadt des Landes, in die mehr als 200 Kilometer entfernte Stadt Hua Hin hatten sie allerdings stolze 22 Euro pro Person berappen müssen. Dafür aber sei die Zugfahrt schön gewesen – und die Menschen, mit denen sie in Thailand bislang zu tun gehabt haben, seien überaus freundlich.

Thailand erkunden in 30 Tagen

Apropos: Um Thailand kennenzulernen, haben die beiden Abenteuerreisenden laut ihrem Visum insgesamt 30 Tage Zeit, wobei sie ihren Aufenthalt aber um weitere 30 Tage verlängern können. Anschließend wollen sie Bali, Kambodscha, Vietnam, Laos sowie gegebenenfalls Südamerika und – wenn das Geld reicht – „als Knaller zum Abschluss“ Australien erkunden.

Auf die Idee mit der Weltreise waren sie 2014 während eines zweiwöchigen Urlaubes in Mexiko gekommen, sagt Bornemann. Dort nämlich hatten sie mehrere „Backpacker“ (Rucksackreisende) kennengelernt, durch deren Erzählungen sie Lust bekommen hatten, auch mal für längere Zeit auszusteigen und die Welt zu bereisen. Eineinhalb Jahre Vorbereitung hatten sie dann in die Realisierung ihres Traumes gesteckt. Und geimpft gegen Gelbfieber, Japanische Enzephalitis und Tollwut sowie ausgestattet mit Kamera und Laptop sind sie schließlich am 7. Dezember vom Flughafen Köln aus nach Bangkok geflogen.

Das eine oder andere Mal seien ihnen im Vorfeld zwar auch leichte Zweifel gekommen, ob denn alles wie geplant klappen würde, räumt Könemann ein. Doch dann hätten sie sich gesagt: „Entweder jetzt oder gar nicht.“ Wobei es letztlich auch nicht allzu schwer gewesen sei, sich von allem zu trennen.

Im November kommenden Jahres wollen die beiden wieder nach Deutschland zurückkehren, denn am 1. Dezember 2017 muss Bornemann wieder pünktlich bei der Arbeit sein. Was sie bis dahin erleben, erzählen die „Backpacker“ auf ihrem Reiseblog auf zwei-auf-achse.com.wk

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