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Erfolgsmodell auf zwei Säulen

Jedermann-Abteilung Erfolgsmodell auf zwei Säulen

Es begann in den Sommermonaten vor 41 Jahren: Unter der Leitung von Peter Ass trainierten in Obernkirchen Sportler für das Deutsche Sportabzeichen. Und fragten sich nach dem Ende der Saison: Was machen wir nun? Denn regelmäßig Sport treiben, das wollten alle, auch in den Wintermonaten.

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Die „Jedermänner“ 1988 auf der Insel Norderney, natürlich im sportlichen Outfit.

Quelle: pr

Obernkirchen. Also wurde ein Drittel der Sporthalle belegt, einmal in der Woche trafen sich die Sportler ab 20.30 Uhr, und eine Name war schnell gefunden: „Jedermann“ nannte sich die neue Abteilung. Der Name war mit Bedacht gewählt, erklärt Hermann Beck: „Es sollte wirklich jeder mitmachen können.“

Vier Jahrzehnte gibt es in diesen Tagen die Jedermann-Abteilung im MTV Obernkirchen. Ob sie die viert- und fünftälteste Sparte im Verein ist, wissen weder Beck noch Ass so genau, Feldhandball und natürlich die Turnsparte sind älter, Fußball auch. Das Ziel der „Jedermänner“ hat sich in den zurückliegenden 40 Jahre nicht geändert: Breitensport sollte betrieben werden, Gymnastik, Lauf- und Konditionstraining, Hockey, Basketball, Fußball und natürlich die Sportabzeichen-Disziplinen. Zudem sollte die Geselligkeit gepflegt werden. „Und das ist uns in all den Jahren gut gelungen“, meint Ass – und dies habe seine Gründe: Jeder, der mitmachen würde, sei gleich viel wert, außerdem würde nicht über Politik und Religion gesprochen.

„Der Sport und die Geselligkeit“, betont Beck, „das waren und sind noch heute die beiden tragenden Säulen.“

Viele Nachfolge-Modelle

Das Beispiel der Obernkirchener „Jedermänner“ machte schnell Schule. Nachfolge-Modelle gab es bald in Bückeburg, Rolfshagen, Rodenberg und Stadthagen. Und was lag näher, als sich bei Turnieren mit anderen Jedermann-Gruppen sportlich beim Hockey, Fußball oder Handball zu messen? Die Abteilung im MTV wuchs, in den achtziger Jahren wurde bereits die ganze Turnhalle genutzt.

Das Sportabzeichen war der Anlass zur Gründung der Abteilung, es wurde und wird bis heute erfolgreich durchgeführt. Im Sommer treffen sich die Teilnehmer mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr im Stadion, anschließend ist bis 20 Uhr Sport für jedermann. Im Winterhalbjahr tobt sich die Gruppe dienstags von 17.30 bis 19 Uhr in der Grundschulhalle aus.

„Das Sportabzeichen“, erzählt Beck, „spielt heute noch immer eine zentrale Rolle.“ Mancher Teilnehmer müsse „vernünftig aufgebaut werden“, bis er das Abzeichen ablegen könne, so Ass. Andere könnten sich verbessern: „Warum nicht regelmäßig trainieren und dann auf der Sprintstrecke halbe Sekunde schneller sein?“, nennt Ass ein Beispiel. Zudem könne man über das Sportabzeichen die Menschen wieder an die Vereine heranführen. „Sie müssen ja nicht zu uns kommen.“ Wichtig sei nur die körperliche Betätigung: Einfach mitmachen und weitermachen. „Viele, die 15 Jahre keinen Sport ausgeübt haben, möchten ab dem 50. Lebensjahr gerne wieder etwas machen“, sagt Ass, da sei das Sportabzeichen das ideale Angebot.

Zwei Sportler des Jahres

Aber zurück zu den „Jedermännern“. Natürlich wurden in vier Jahrzehnten auch sportliche Erfolge eingesammelt, bei Hockey-, Fußball- und Basketballturnieren sowie bei Hallenleichtathletiksportfesten. Mit Eugen Kruska und Ass wurden sogar zwei „Jedermänner“ zu Sportlern des Jahres der Stadt Obernkirchen gewählt.

Der vielleicht überraschendste Erfolg gelang 1986. Beim Jubiläum der Reservistenkameradschaft Obernkirchen siegten die „Jedermänner“ Kruska, Ass, Wolfgang Claus und Manfred Fitzner beim Orientierungsmarsch mit diversen Stationen, wie etwa Flossbau und einem Seilsteg. Denn rein sportlich gesehen, blieben die Männer allerdings seit 40 Jahren unter sich, Frauen sind bis heute nicht zugelassen.

Und in einem weiteren Punkt gibt es eine beachtliche Kontinuität: Ass ist seit 1977 bis heute ihr Übungsleiter. rnk

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