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„Es geht um unser Überleben!“

Obernkirchen / Imkerverein beklagt Verlust der Blütenvielfalt „Es geht um unser Überleben!“

Der Imkerverein Obernkirchen und Umgebung macht sich Sorgen um die Zukunft der Honig- und Wildbienen, mit deren Schicksal das des Menschen verknüpft ist: „Große Teile unserer Kulturlandschaft sind in den letzten Jahrzehnten durch Nutzungsintensivierung zu einer Wüste für Blütenbesucher geworden, in der es kaum noch blütenreiche Wiesen, Säume, Wegränder und andere blühende Landschaftselemente gibt“, berichtet die Vereinsvorsitzende Gundula Piehl (Bild).

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Quelle: pr.

Obernkirchen. Denn auch im noch relativ vielfältigen Schaumburg würden Hecken, Bäume und Streuobstwiesen gerodet, Grünland immer häufiger gemäht und bisher ungenutzte Flächen zugunsten von Maisanbau umgebrochen. Zudem würden wege- und straßenbegleitende Beete beseitigt. Der Einsatz von Herbiziden („Unkrautvernichter“) trage ein Übriges zur zunehmenden Verarmung der Landschaft bei.

 „Die schleichende Abnahme der Blütenvielfalt und -menge sowie der Einsatz von Giften wird für die Gesundheit unserer Bienen und für unsere Imkereien künftig eine immer größere Bedrohung, der wir entgegen wirken müssen und können“, betont sie. Zumal ein großer Teil der Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der einheimischen Blütenpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen und andere Blütenbesucher angewiesen seien. Gründe genug also, dieses Problem zum Thema einer Infoveranstaltung in „Eggelmann’s Hofcafe“ (Gelldorf) zu machen. Dafür hat der Obernkirchener Verein einen Aktivisten vom bundesweiten „Netzwerk Blühende Landschaft“ eingeladen, der ebenfalls mit einem düsteren Szenario aufwartet: Ohne die Bestäubungsleistung der Insekten könnte die Menschheit – wissenschaftlichen Prognosen nach – nur vier Jahre überleben, erklärte Helge Jung. „Es geht also ganz konkret um unser Überleben.“ Und natürlich um das der Bienen, für die es immer schwieriger werde, von Frühjahr bis Herbst ausreichend Nahrungsreserven in Form von Honig einzulagern, mit denen die Tiere über den Winter kommen.

 Was aber kann man dagegen tun? Dazu hat der Naturschützer eine Reihe von Maßnahmen parat: Was die landwirtschaftlichen Ackerflächen betrifft, plädiert er dafür, mehrere Meter breite Randstreifen aus der intensiven Nutzung herauszunehmen, damit sich dort wieder Ackerwildkräuter wie Kornblumen und Ackerrittersporn ansiedeln. Zudem könne man dort Blütenpflanzen wie Phazelia und Buchweizen aussäen. Bei Saatgutmischungen mit Ackerwildblumen sollte man indes darauf achten, dass nur heimische Arten aus regionalem Anbau darin enthalten sind. Bei Grünland empfahl er zumindest in Teilbereichen weniger häufig und später zu mähen, damit die hier wachsenden Wiesenkräuter auch Blüten ausbilden können.

 Für den Hausgarten regte Jung dagegen an, heimische Gehölze statt fremdländischer Ziergehölze zu pflanzen – zum Beispiel eine Kornelkirsche statt einer Forsythie. Zudem seien Gewächse mit ungefüllten Blüten solchen mit gefüllten Blüten vorzuziehen, da Letztgenannte für Pollen sammelnde Insekten wertlos seien. In Gemüsegärten sollten nach dem Vorbild alter Bauerngärten Mischkulturen aus einer Vielzahl an Kräutern und Sommerblumen Einzug halten. Gute Nahrungsspender für Bienen seien ferner alle im Frühjahr Kätzchen tragenden Gehölzarten wie Weiden, im Sommer etwa Borretsch, Ringelblume und Salbei, im Herbst Fetthenne und Aster.

 Auch auf öffentlichen Grünflächen könnten die Kommunen mit dem „Mut, es wachsen zu lassen, anstatt kaputt zu pflegen“, der Natur mehr Raum lassen. Zudem könne die Ansiedelung einer vielfältigen Blütenpflanzenflora durch Ausbringen von Saatgut und Wildstaudenpflanzungen forciert werden. wk

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