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Es muss sich was bewegen

Einrichtung eines I-Punkts Es muss sich was bewegen

Es muss sich unbedingt etwas in Deutschland bewegen, betont Helga Kiefert. Und sie selbst möchte mit dem Sozialverband Obernkirchen ein Teil dieser Bewegung sein.

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Helga Kiefert will mit dem„I-Punkt“ eine Anlaufstelle für Hilfesuchende gründen.

Quelle: rnk

Obernkirchen. „Denn die Uhr tickt, und zwar für Jung und Alt.“

Anlass des Gespräches sind die neuen und weiter entwickelten Angebote, die der SoVD-Ortsverband nach seiner Sommerpause anbietet. Doch bevor Kiefert diese vorstellt, möchte sie einen Punkt der öffentlichen Wahrnehmung korrigieren: „Die Bürger meinen in der Regel, dass die Angebote des Ortsverbandes ausschließlich für Mitglieder bestimmt sind, aber nach unserer Satzung ist das überhaupt nicht der Fall. Alle Angebote können auch ohne Mitgliedschaft wahrgenommen werden.“

Es gibt eine Ausnahme, erklärt die Schatzmeisterin: „Eine rechtsverbindliche Beratung und Vertretung vor Gericht ist nicht bei Mitgliedern gestattet.“ Dafür habe der Kreisverband seine Mitarbeiter, der Ortsverband könne lediglich beraten, wo die Hilfesuchenden Unterstützung bekommen können.

Für Menschen, die Hilfe suchen, wird der Ortsverband in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband in Obernkirchen einen sogenannten I-Punkt einrichten, eine „Man-kann-ja-mal-fragen-Stelle“, formuliert es Kiefert, eine Stelle, die hilft, den richtigen Weg zur Lösung sozialer Probleme zu finden.

Für alle Bürger gedacht

Dieser I-Punkt ist für alle Bürger gedacht: „Kaum ein Mensch kann die Sozialgesetzgebung erfassen. Wir wollen den Menschen mit dieser Einrichtung helfen, bei persönlichen Problemen, den richtigen Weg zum Erfolg zu finden.“ Der I-Punkt wird an der Rintelner Straße 40 eingerichtet, dort wohnt der Vorsitzende Robert Rammelsberg. Im Erdgeschoss gibt es einen großen Raum, den der Sozialverband nutzt.

Der zweite Punkt, der den Verband in der Sommerpause beschäftigt hat, ist die Neuausrichtung des Senioren-Computer-Clubs (SCC Obernkirchen) für alle Interessierten. Dieser Club soll Betroffenen helfen, die immer schneller wachsende digitale Welt zu erfassen. „Viele Menschen können nicht Schritt halten mit dieser Entwicklung“, erklärt Kiefert, aber der Begriff „Senior“ sei vielleicht etwas irritierend: „Die seit 2005 entwickelten Lehrgänge haben sich nur an diese Zielgruppe gewandt. Heute wenden wir uns an Senioren und an Menschen mit Einschränkungen.“ Denn die Uhr für unsere Gesellschaft ticke, sagt sie: „Die Altersschere läuft schon seit Jahren auseinander. Viele Mitmenschen ignorieren das und meinen, nicht betroffen zu sein.“

So werde nach Auffassung von Experten das Smartphone auch für Senioren tägliches „Pflichtobjekt“ werden. Soll heißen: „Sie müssen sich damit beschäftigen. Das geht natürlich besonders gut mit Gleichgesinnten.“ Denn wer sich den neuen medialen Angeboten nicht stelle, laufe Gefahr, zu vereinsamen, sagt Kiefert.

Computer, Handy, E-Book, Überweisung mit dem Smartphone, das alles könne auch im Alter gelernt werden. Wenn man wisse, wie bei elektrischen Buch Schriftgröße und -art ausgewählt und damit individuell angepasst werden könne, sei man auch in der Lage, das Medium bestens zu nutzen, sagt sie und spricht von „kleinen Schritten, die helfen, damit die Menschen wieder am sozialen Leben teilnehmen können“. Denn in die Kurse der Volkshochschule würden ältere Menschen oft nicht gern gehen, weil dort so viele Junge sind, sie würden sich unwohl fühlen.

Kurse sollen im Oktober starten

Im Oktober sollen die Kurse starten. „Wir sind am Rödeln“, sagt sie und lacht: Der Raum werde neu gestaltet, Stühle und Tische habe die Sparkasse gespendet, neue Leitungen werden eingebaut, damit Internet genutzt werden kann. Sponsoren für Beamer, Drucker und Whiteboard sucht sie noch. Aber der Auftrag sei klar definiert: „Wir führen die Menschen ans Smartphone ran“, so Kiefert.

„Diese Arbeit wollen wir in Netzwerken organisieren. Je größer das Netzwerk, umso einfacher ist die Umsetzung. Für die Computerfreunde sind wir schon in einer Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring.“

Neu aufgelegt wird ein Seniorenfrühstück, und es soll im Erfolgsfall zu einer regulären Einrichtung werden. „Wir wirken mit diesem Angebot gegen die Vereinsamung und gegen das Gefühl, im Alter abgehängt zu werden“, erklärt sie. Gleichzeitig erfahre man dort neueste Informationen über die soziale Gesetzgebung. Es sei als unterstützende Veranstaltung für das Älterwerden gedacht. Die Premiere findet am 15. Oktober ab 10 Uhr im Sonnenbrink-Restaurant statt. Es gibt ein Büffet, die Kosten liegen bei zehn Euro. Jeder kann kommen, aber Nichtmitglieder sollten sich zuvor bei ihr anmelden: Telefon (05751) 9936822.

Der Spielenachmittag wird weiter angeboten. Er findet jeden zweiten Dienstag im Monat ab 15 Uhr bei Robert Rammelsberg statt.

„Wir werden auch in Zukunft gesellschaftliche Angebote unterschiedlicher Art machen, die nicht nur der Pflege der Beziehungen dienen“, sagt Kiefert: „In erster Linie wollen wir auf unsere Arbeit aufmerksam machen, Information zu den bekannten Themen geben und natürlich auch Mitglieder werben.“

Für ganz wichtig halte der Vorstand zudem die Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung: Altersarmut und Menschen in finanzieller Not hätten oft mit physischer und psychischer Krankheit zu tun. „Hier wollen wir helfen.“

Es gebe auch noch andere Ideen, insbesondere mit Blick auf junge und alte Altersgruppen: „Hier muss sich in Deutschland unbedingt etwas bewegen.“ Sie sei ja selbst betroffen und gehöre zu einer Alterskategorie, in der sich schon einige abgehängt fühlen würden: „Und hier beginnt meine Zusammenarbeit mit Gleichdenkenden.“ rnk

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