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„Es warten Überraschungen“ in der Geschichte

Premiere des Obernkirchen-Films „Es warten Überraschungen“ in der Geschichte

Bei seiner jüngsten öffentlichen Premiere in der Liethhalle hat er etliche „Ahs“ und „Ohs“ ausgelöst; in Kürze kann er das auch auf den heimischen Fernsehschirmen tun: „Er“ – das ist der Obernkirchen-Film, der vermutlich irgendwann Mitte der fünfziger Jahre gedreht worden ist.

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Prof. Dr. Karl Heinz Schneider vertieft sich in die Geschichte Obernkirchens.

Obernkirchen. Sybille Schlusche hatte den etwa eineinhalbstündigen Schwarzweiß-Streifen bei der Feier der Fleckenrechte an die Wand projiziert. Jetzt brennt ihn die Leiterin des Museums für Bergbau und Stadtgeschichte für die Bürger auf DVD.

Vorbestellungen für die DVD, die es zum Preis von fünf Euro gibt, können ab sofort im Museum oder der Info-Galerie aufgegeben werden. Die Ausgabe soll dann beim La-Fleche-Parkfest am 26. April erfolgen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der DVD wird die Arbeit des Museums unterstützt.

Allerdings birgt der leider mit nervtötender Panflötenmusik unterlegte Film einige Rätsel: „So ist in einer Sequenz über das Stift Agnes von Dincklage zu sehen“, weiß die Museumsleiterin. Doch die einstige Leiterin der Landfrauenschule hatte bereits 1949 ihren Abschied genommen. Des Rätsels Lösung könnte sein, dass der Film eine Zusammenschau aus unterschiedlichen Obernkirchen-Jahren ist.

Die DVD ist nur die eine gute Nachricht. Die andere: Das Museum soll eine eigene App für Smartphones erhalten, in die später auch die Bergstadt als Ganzes mit einbezogen werden soll; darum kümmern will sich ein Ex-Student von Prof. Dr. Karl Heinz Schneider. Der Historiker der Leibniz-Universität Hannover hatte die beiden Festvorträge zum Stadtrechte- und Fleckenjubiläum gehalten.

Der frühere Krainhäger will in Obernkirchen das umsetzen, was er selbst seine „Lieblingsidee“ nennt: das „tönende Museum“. Das Ganze ist noch kaum spruchreif, nur so viel: Der Historiker möchte die Museumsexponate zum Sprechen bringen. Dafür hat Schlusche im Internet bereits ganze Geräuschdatenbanken gesichtet.

Derweil nimmt auch die zum La-Fleche-Parkfest geplante Wanderausstellung Gestalt an: Schneiders Studenten werden in den nächsten Wochen die Textvorschläge für die insgesamt neun etwa 80 mal 100 Zentimeter großen Tafeln einreichen. Themenschwerpunkte der maximal 500 Wörter sowie Bilder und Grafiken umfassenden Texte werden die Industrie- und Kulturgeschichte der Bergstadt sein. Zu den Ersten, welche die Tafeln zusehen bekommen, gehören die Mitglieder der Arbeitsgruppe Stadtjubiläum, wenn sie sich am Dienstag, 17. März, um 18 Uhr zum dann dritten Mal im Rathaus treffen.

„Für die Ausstellung“, sagt Schneider, „haben wir unter anderem die Adressbücher ausgewertet; damit können wir zum Beispiel sagen, welche Handwerker in welchen Straßenzügen gewohnt haben.“ Eine lose Vortragsreihe Schneiders zu ausgewählten stadtgeschichtlichen Themen soll die Schau begleiten; darüber hinaus plant ein Student auch einen Internetblog zur Obernkirchener Stadtgeschichte.

Denn klar ist für den Historiker allemal: „Es lohnt sich, das Thema Geschichte in Obernkirchen zu vertiefen. Es warten Überraschungen.“ So sollen Studenten zum einen die Kirchenbücher systematisch auswerten und sich zum anderen im Detail auch mit dem Stift beschäftigen. tw

Am Ergiebigsten für die Obernkirchen-Recherche ist ein Stück- und Lagerbuch aus dem Jahre 1783. Spannend: Während zu dieser Zeit in der Bergstadt noch wenigstens zwei Schafherden mit jeweils über 250 Tieren belegt sind, nimmt die Zahl der Schafe ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr ab. Grund ist der Siegeszug der Baumwolle, der das althergebrachte Spinnen von Schafwolle zu einer Nischenbeschäftigung machte.

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