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„Eure Namen sind im Himmel geschrieben“

Obernkirchen „Eure Namen sind im Himmel geschrieben“

Es gibt im Leben nichts Schlimmeres, als den Verlust des eigenen Kindes ertragen zu müssen. Für viele Eltern, denen dieses traurige Schicksal zuteilgeworden ist, ist der Besuch des Friedhofes, auf dem ihr Kind beigesetzt wurde, ein besonderer Ort der Erinnerung.

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Anhand einer Skizze zeigt Doris Essmann, wie die für die Erinnerungsstätte der Sternenkinder geplante „Hände“-Skulptur aus Sandstein aussehen soll.

Quelle: wk

Obernkirchen. Dort haben sie eine Anlaufstelle, um in Gedanken mit Kind zu sprechen und ihm durch die Gestaltung des Grabes und dessen Pflege ein schönes Gedenken zu bewahren.

Für Eltern von sogenannten Sternenkindern – also von Kindern, die mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt gestorben sind – gab es solch eine Möglichkeit der Trauerbewältigung bis vor einigen Jahren indes noch nicht. Statt dessen kümmerte sich das jeweilige Krankenhaus um den „Verbleib“ dieser rechtlich als Fehlgeburten eingestuften toten Kinder.

Inzwischen hat in der Gesellschaft ein Umdenken eingesetzt, um auch Eltern von „Sternenkindern“ eine würdige Bestattung ihrer verstorbenen Kinder zu ermöglichen. Entsprechend wurde seitens der Bundesregierung 2013 die gesetzliche Voraussetzung geschaffen, Sternenkinder auf Friedhöfen beisetzen zu lassen.

In der Folge ist in der Bergstadt auf Initiative der Obernkirchenerin Doris Essmann, die sich schon seit Langem als ehrenamtliche Trauerbegleiterin engagiert, die Arbeitsgruppe „Sternenkinder“ gegründet worden. Diese Gruppe hat ein Konzept ausgearbeitet, um Eltern von Sternenkindern auf dem an der Rintelner Straße gelegenen städtischen Friedhof einen „angemessenen Platz“ zum Trauern anzubieten.

Geeinigt hat man sich schließlich darauf, dass auf dem Friedhof in etwa 50 Metern Entfernung vom Haupteingang, rechts von der Kapelle, eine als Urnenfeld konzipierte Begräbnisfläche für Sternenkinder angelegt wird, berichtet Bürgermeister Oliver Schäfer. Gekennzeichnet werde diese, mit zwei großen aus Sandstein gefertigten Stelen, wobei eine dieser Stelen etwas kleiner als die andere ist. Denn auf die kleinere, etwa 1,70 Meter hohe Stele soll ein fünfzackiger, ebenfalls aus Sandstein gefertigter Stern aufgesetzt werden. Hinzu kommt der Schriftzug „Fern bei den Sternen und doch ganz nah in den Herzen“.

Neben diesen beiden Stelen soll eine weitere, knapp einen Meter hohe Skulptur aus Sandstein platziert werden, die zwei aneinander gehaltene Hände zeigt, deren Handflächen schalenartig nach oben geöffnet sind. In die „Hände“ können die Trauernden für ihr dort beigesetztes Sternenkind ein kleines Steinchen legen, in das der Name eingraviert ist.

Auf dem Sockel der Skulptur werden die aus dem biblischen Lukas-Evangelium stammenden Worte „Eure Namen sind im Himmel geschrieben“ zu lesen sein. Erstellt werden die beiden Stelen und die Skulptur von dem in Obernkirchen ansässigen Unternehmen Natursteinbetrieb Meier.

Ab Anfang nächsten Jahres sollen auf der neuen Begräbnisfläche des städtischen Friedhofes je nach Bedarf pro Schaumburger Krankenhaus und Jahr ein bis zwei Urnen beigesetzt werden, in denen die Asche mehrerer Sternenkinder enthalten sein wird, ergänzt Volker Rethmeier, der Mitarbeiter des Friedhofes. Markiert werden die in der Erde vergrabenen Urnen mit einem an der Stelle liegenden sandsteinernen Stern mit eingearbeiteter Jahreszahl. Für Eltern, die eine individuelle Bestattung wünschen, sei man noch dabei, „eine Lösung herbeizuführen“, sagt Schäfer.

Die offizielle Einweihung der neuen „Sternenkinder“-Begräbnisfläche ist für Sonnabend, 21. November, 15 Uhr, geplant. Eingeladen sind alle, die sich über dieses Thema informieren möchten. wk

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