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Obernkirchen Stadt Europa muss zusammenrücken
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Europa muss zusammenrücken
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19:55 24.08.2018
Statt auf die EU zu schimpfen, sollten sich die Bürger die Vorteile bewusst machen, die sie durch die EU haben, appelliert der ehemalige ZDF-Korrespondent Udo van Kampen. Quelle: wk
Obernkrichen

Vor rund 300 Zuhörern schlug der Experte, der mehr als 40 Jahre lang als Korrespondent für den Fernsehsender ZDF tätig gewesen ist und unter anderem die ZDF-Studios in Brüssel und New York geleitet hat, einen Bogen vom amtierenden US-Präsidenten Donald Trump bis hin zur Flüchtlingskrise.

Seit Trump US-Präsident ist, habe Europa gemerkt, dass es mehr zusammenrücken muss, sagte van Kampen. Denn da „Trump macht, was er will“, sei die jahrzehntelange Zeit des verlässlichen transatlantischen Bündnisses mit den USA vorbei. Die EU müsse sich daher auf ihre eigenen Kräfte besinnen – in der Wirtschafts- ebenso wie in der Sicherheitspolitik.

„500 Millionen Europäer, das ist ein Block“, betonte der Referent. Aber nur, wenn „die eigene Position stark“ sei und ein EU-Präsident für ein geeintes Europa sprechen könne, habe dies auch entsprechendes Gewicht. Anders formuliert: „Wenn die Europäer zusammenstehen, können sie auch gegen diesen Präsidenten (Trump) etwas erreichen.“

„Kleines Nationalstaatsdenken“ seitens der EU-Mitgliedsstaaten würde indes dazu führen, dass Europa in der Zukunft keine große Bedeutung mehr haben und zum „Spielball“ der Großmächte USA, Russland und China werden würde, prognostizierte van Kampen. Sympathien zeigte er daher für die Idee des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der von einer „Neugründung der EU“ mit einer gemeinsamen Armee und einem gemeinsamen Haushalt spreche. Zwar würde „uns“ dies Geld kosten, „aber unsere Sicherheit und unser Wohlstand müssen uns auch etwas wert sein“, so der Journalist.

Staaten auf eigene Vorteile bedacht

Ein Problem ist laut van Kampen nämlich, dass die EU mittlerweile 27 Mitgliedsstaaten in Brüssel am Verhandlungstisch sitzen hat, die jeweils auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind. Und in solch einem Kreis einvernehmliche Beschlüsse auszuhandeln, sei „illusorisch“. Deshalb gebe es „keine Alternative“ zu Macrons Idee, einige EU-Mitgliedsstaaten (unter anderem Frankreich und Deutschland) voranschreiten und eine Art „Kerneuropa“ gründen zu lassen, „anstatt immer auf den Letzten zu warten“. So wie bislang könne man jedenfalls nicht weitermachen, stellte der Referent klar.

Und das Thema Flüchtlinge/Migration? „Es gibt in der Flüchtlingspolitik keine Einigkeit in Europa“ – da habe sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel geirrt, sagte van Kampen. Doch auch hier müsse man zusammenrücken und die Außengrenzen der EU gemeinsam sichern, um so den Binnenmarkt zu schützen. Ermöglicht werden müsse aber eine geregelte Zuwanderung von Migranten.

Vor diesem Vortrag hatten Anja Bracht (Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg) und Alexander Zuschlag (Bankstellenleiter Obernkirchen/Kirchhorsten) über das Geldinstitut informiert. So berichteten sie, dass die Volksbank in deren Geschäftsstellennetz investiert (Neubau der Geschäftsstelle Kirchhorsten) und dass sie örtliche Vereine, Kindergärten und etwa Schulen mit insgesamt mehreren Tausend Euro pro Jahr unterstützt. Dabei liege das Hauptaugenmerk auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Exemplarisch verwies Zuschlag auf die Bewerbungstrainings, die die Volksbank in Schaumburg an Schulen durchführt.

Von Michael Werk