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Exfreundin geschlagen und bedroht

Obernkirchen /Bückeburg / Haft für Wiederholungstäter Exfreundin geschlagen und bedroht

Bulliger Typ, breite Schultern, dicke Muskeln, etwas außer Form vielleicht: Der Mann auf der Anklagebank ist eine imposante Erscheinung, ein Hüne von Gestalt. „Ich habe eine Schlagkraft von 230 Kilo im linken Arm“, erklärt er dem Richter. Wer würde das bezweifeln?

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Obernkirchen / Bückeburg (ly). Vor dem Bückeburger Amtsgericht steht der 41-Jährige jedoch nicht wegen eines Kampfes Mann gegen Mann. Vielmehr soll er seine Lebensgefährtin in der gemeinsamen Obernkirchener Wohnung zweimal an einem Tag mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Später, nach der Trennung, soll er das Opfer zudem am Telefon bedroht haben: „Wenn Du mir demnächst über den Weg läufst, töte ich Dich.“

Richter Dr. Dirk von Behren hält beides für erwiesen. Verurteilt hat das Gericht den Angeklagten daher wegen Körperverletzung und Bedrohung zu zehn Monaten Haft - ohne Bewährung. Ursprünglich hatte Staatsanwalt Wilfried Stahlhut dem Arbeitslosen außerdem vorgeworfen, den Sohn (14) seiner Lebensgefährtin mit der Faust geschlagen und die körperlich eingeschränkte Frau beleidigt zu haben, unter anderem als „Nutte“. Dieser Teil des Verfahrens wurde jedoch während der Verhandlung eingestellt. Über die jetzt verhängte Strafe hinaus droht dem Delinquenten nun der Widerruf einer offenen Bewährung. Das wären weitere fünf Monate Gefängnis. Gegen das jüngste Urteil ist allerdings noch Berufung möglich.

Siebenmal ist der 41-Jährige allein wegen Körperverletzung oder Bedrohung vorbestraft, insgesamt stehen 16 Einträge in seinem Register, Knasterfahrung bringt er mit. Vor allem diese Vorstrafen wirkten sich im Prozess negativ aus. „Zugunsten des Angeklagten kann ich gar nichts werten“, stellte der Richter fest. Zu Beginn hatte von Behren dem Schläger noch eine „goldene Brücke“ gebaut: Im Gegenzug für ein Geständnis, das Mutter und Sohn die Aussage ersparen sollte, hätte der Täter die Chance auf Bewährung gehabt.

Erst im Juli hatte ihn ein anderes Gericht rechtskräftig wegen Körperverletzung verurteilt. Eine der Bewährungsauflagen: keinen Alkohol mehr, weil der 41-Jährige betrunken zu Gewalttaten neigt. Direkt nach der Sitzung hatte er jedoch nichts Besseres zu tun, als sich auf dem Heimweg volllaufen zu lassen.
Am selben Tag verpasste der Obernkirchener seiner Lebensgefährtin die Ohrfeigen. „Krasser“, so Richter von Behren, „kann man eine Bewährung nicht mit Füßen treten.“ Nach dem Übergriff hatte sich die Frau an eine Nachbarin gewandt, für das Gericht eine wichtige Zeugin. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe bis zuletzt.
Erstaunlich offen für einen Mann, der keinen Tropfen trinken darf, sprach er dagegen über seinen Alkoholkonsum. Wenn der 41-Jährige am Computer sitzt, trinke er gern ein Tetra Pak Wein. Einmal ergab ein Test 1,9 Promille. Als Maxie Böllert-Staunau, die Anwältin der Frau, nach harten Sachen fragte, räumte der Angeklagte ein, auch mal „ein Schnäpschen“ zu trinken. Gemeint war eine ganze Flasche.

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