Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Fahrlässige Tötung – und kein Totschlag?

Obernkirchen/Bückeburg / Prozess Fahrlässige Tötung – und kein Totschlag?

Angeklagt ist ein früherer Altenpfleger im Seniorenzentrum „Sonnenhof“ des Totschlags. Falls es zum Schuldspruch kommt, wäre auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung denkbar.

Voriger Artikel
Grüne stimmen gegen Haushalt und fordern Umdenken
Nächster Artikel
Neue Frauenbeauftragte im natürlichen Habitat?

Deutlich früher als geplant könnte der Prozess zu Ende gehen. Am Montag wird ein Rechtsmediziner zur Todesursache aussagen.

Quelle: tol

Obernkirchen/Bückeburg (ly). Einen entsprechenden Hinweis hat die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus gestern gegeben. Auf fahrlässige Tötung stehen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Das Gefängnis bliebe dem nicht vorbestraften Obernkirchener (36) in einem solchen Fall vermutlich erspart.

 Zunächst aber muss die Todesursache der 91 Jahre alten Seniorin geklärt werden, die am Mittag des 2. September auf mysteriöse Weise gestorben ist. Am kommenden Montag will das Bückeburger Schwurgericht dazu als Gutachter einen Rechtsmediziner vernehmen. Weil die alte Dame bereits hochbetagt und zudem in einem schlechten Gesundheitszustand war, könnte sie auch eines natürlichen Todes gestorben sein.

 Ein Polizist hat die „Auffinde-Situation wie bei natürlichen Todesfällen im Altenheim“ empfunden. „Bei der äußeren Leichenschau habe ich keine Indizien gefunden, die auf einen Erstickungstod hindeuten“, so der Beamte gestern. Dass die 91-Jährige einen Müllbeutel auf dem Gesicht hatte, während der Altenpfleger im Zimmer war, gilt als sicher.

 Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig geht davon aus, dass der Obernkirchener die wehrlose Frau vorsätzlich getötet hat. Der Angeklagte versichert, den Beutel aus Zerstreutheit neben den Kopf gelegt zu haben und nicht in den Mülleimer, bevor er sich anderen Arbeiten zuwandte. Erst als der Pflegedienstleiter den Raum betrat, will er bemerkt haben, dass die Tüte zwischenzeitlich auf dem Gesicht lag. Ein Wettergutachter schließt nicht aus, dass ein Windstoß den Müllbeutel erfasst hat, während Fenster und Terrassentür auf Kipp standen. Einer rechtsmedizinischen Expertise zufolge lässt sich außerdem nicht durch DNA-Spuren belegen, dass die Tüte über das Gesicht der Frau gestülpt worden ist. Noch am ersten Sitzungstag hatte das Gericht den seit September inhaftierten Angeklagten daraufhin auf freien Fuß gesetzt.

 Gestern wurde bekannt, dass die Polizei auf der Suche nach einem Motiv sämtliche Konten des 36-Jährigen überprüft hat. Ergebnis: „Keine auffälligen Zahlungseingänge.“ Dazu passt, dass sich auf den Konten der Seniorin keine Ausgänge feststellen ließen, die aus dem Rahmen gefallen wären.

 Vielleicht geht der Prozess nun früher zu Ende als geplant. Bereits am Mittwoch will Richterin Brüninghaus plädieren lassen. Ursprünglich sollte sich die Hauptverhandlung bis Mitte April hinziehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg