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Feierliche Verabschiedung von Wilhelm Meinberg

„Pastor mit Gitarre“ ist Ruheständler Feierliche Verabschiedung von Wilhelm Meinberg

Das beeindruckende Bild der mit Hunderten Besuchern praktisch bis auf den letzten Platz gefüllten Stiftskirche in Obernkirchen, das sich ihm anlässlich seiner feierlichen Verabschiedung aus dem kirchlichen Dienst geboten hat, wird Wilhelm Meinberg wohl noch lange in schöner Erinnerung bleiben.

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Bei der sich an den Gottesdienst anschließenden Feier im Gemeindezentrum bedankt sich Wilhelm Meinberg (rechts) für die große Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde.

Quelle: wk

Obernkirchen (wk). Zeigte schon allein dies, dass er in den vergangenen zwölf Jahren, in denen er in der Bergstadt die zweite Pfarrstelle der evangelisch-lutherischen St.-Marien-Kirchengemeinde bekleidet hat, die Herzen vieler Menschen erreicht und auch sonst vieles richtig gemacht haben muss. Bestätigung fand diese Einschätzung in den ihm gewidmeten, wertschätzenden Ansprachen, die während dieses Gottesdienstes und später bei der kleinen, geselligen Feier im Gemeindezentrum Rote Schule zu hören waren.

 So hob der Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, Andreas Kühne-Glaser, hervor, dass Meinberg nicht zuletzt wegen dessen „immer offener, ermutigender und zugewandter Art“ seinerzeit genau „den richtigen Beruf“ gewählt habe. Dies auch deswegen, weil diesem „wichtig war, dass Kirche und Glauben etwas Frohmachendes und Einladendes sind“. Dabei habe Meinberg das Pastorenamt stets „mit Leidenschaft und Hingabe gelebt“ – selbst dann, wenn der „Boden karg und schwer“ gewesen sei. Überdies sei es dem durchaus auch kritischen Geistlichen gelungen, Brücken zu Menschen zu schlagen, die der Kirche an sich eher fern stehen.

 „Sie haben uns viele Geschichten aus der Bibel nahegebracht, mit uns gesungen und gebetet, und ich kann Ihnen sagen: Allen Kindern und auch den Erzieherinnen hat das immer sehr viel Spaß gemacht“, würdigte Barbara Hesse, die Leiterin des kirchlichen Kindergartens, das Engagement des nun aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gewechselten Theologen. Nicht ohne noch darauf hinzuweisen, dass Meinberg für die Kindergartenkinder stets „der Pastor mit der Gitarre“ gewesen sei.

 Zuvor hatte Meinberg zum letzten Mal in offizieller Funktion von der Kanzel gesprochen und dabei eingeräumt, dass ihm der Abschied nicht leicht falle. Die ihm zuteilgewordenen anerkennenden Worte seien jedoch „ein gutes Gegengewicht zu der Wehmut“, die er empfinde. Wobei er immer noch sehr viele Ideen habe, die er gerne noch in der Gemeinde umgesetzt hätte. „Aber ich bin in der Vergangenheit immer öfter an meine körperlichen Grenzen gestoßen“, resümierte der 59-Jährige. „Und wenn man selbst nicht mehr weiß, ob man die Treppe zur Kanzel noch hoch kommt oder ob man den Weg zur Friedhofskapelle noch schafft, dann ist es wirklich an der Zeit, aufzuhören.“

 Bevor er die Kanzel verließ, richtete Meinberg allerdings noch einen großen Dank an all die Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde, die ihm beim Umsetzen seiner Ideen unterstützt haben.

 Zudem appellierte er an die Zuhörer, in einer „immer komplexer und komplizierter werdenden Welt“ eine Bereitschaft zur gegenseitigen Annahme und des miteinander Teilens an den Tag zu legen. Andernfalls würden beispielsweise hier lebende Flüchtlinge immer Fremde in unserer Gesellschaft bleiben. Und: „Die Konflikte und Kriege in der Welt lassen sich nicht militärisch lösen, sondern nur durch Dialog und Kompromisse.“

 Nach dem musikalisch vom Flötenkreis der Kirchengemeinde, den beiden jungen Instrumentalisten Antonia Frick (11, Geige) und Hannah Frick (15, Blockflöte), dem Trio Joana Weigert (Gesang), Friederike Hobein (Gitarre) und Leon Claus (Cajon) sowie nicht zuletzt der Kantorin Regina Ackmann umrahmten, rund 90-minütigen Gottesdienst ging es in der Roten Schule weiter.

 Bei Kaffee und Kuchen betonte der Vize-Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Eberhardt Hesse, unter anderem, dass Meinberg in all den Jahren „großes Interesse an der Arbeit von uns Ehrenamtlichen gezeigt“ habe. Sprich: „Du hat den Wert dieser Arbeit hoch geschätzt und uns unterstützt, wo es ging.“ Dadurch habe man die Arbeit im Kirchenvorstand nicht als Last, sondern als Lust empfunden.wk

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