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Kart-Fahren ist „Schule fürs Leben“

MC Schaumburg Kart-Fahren ist „Schule fürs Leben“

Auch wenn der Kartsport hierzulande ein Nischendasein fristet: Über fehlendes Interesse kann sich der Vorstand des Motorsport-Clubs (MC) Schaumburg eigentlich nicht beklagen.

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Für den Notfall kann Friedrich-Wilhelm Hein die Karts per Fernbedienung abschalten.

Quelle: wk

Obernkirchen. Immerhin hatten sich rund zehn Kinder auf dem Gelände des Obernkirchener Holzbauunternehmens Mlodzian eingefunden, um sich dort einen Nachmittag lang im Jugendkartslalom auszuprobieren.

Hierzu hatte der dem ADAC angehörende Verein einen entsprechenden Parcours mit Pylonen angesteckt, den es möglichst fehlerfrei zu durchfahren galt. Auf die Geschwindigkeit kam es dabei zwar nicht an, gleichwohl traten die Ferienspaßkinder nach ihren ersten zaghaften Fahrversuchen mit zunehmendem Gefühl für die flachen Flitzer und wachsendem Selbstvertrauen in ihre Fahrkünste ordentlich aufs Gas. Wobei Friedrich-Wilhelm Hein, der Sportleiter des MC Schaumburg, und die anderen Aufsichtspersonen durchaus ein waches Auge auf die mit großer Begeisterung mit den Karts herumkurvenden Kinder warfen. Im Notfall hätten sie die Fahrzeuge auch mittels Fernsteuerung abschalten und damit schnell zum Stillstand bringen können. Obwohl der Spaßfaktor für die Kinder augenscheinlich hoch war, hat der Verein doch Schwierigkeiten, Nachwuchs für den Kartsport zu gewinnen: Bei Gründung der Sparte Jugendkartslalom im Jahr 2000 habe man noch ein Dutzend Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren im Verein gehabt, die diesen Sport aktiv betrieben haben, berichtet Hein. Zeitweise habe man damals sogar einen Aufnahmestopp verhängt, weil es schon zu viele waren, um vernünftig trainieren zu können.

Nachwuchs fehlt

Inzwischen aber habe man in dieser Sparte nur noch drei Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren (darunter ein Mädchen), was „für den Aufwand, den wir hier treiben“, eindeutig zu wenig sei. Immerhin stelle der Verein für das Training (samstags von 14 bis 17 Uhr auf dem Mlodzian-Gelände) und für die Wettkämpfe zwei Karts zur Verfügung, die auch entsprechend gewartet werden müssen. Und nicht zu vergessen sei das zeitliche Engagement, das er, der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schmidt sowie die anderen ehrenamtlichen Mitglieder, die die jungen Kartfahrer betreuen, leisten.

Ursächlich für den Schwund im Jugendbereich ist laut Hein zum einen, dass die früheren aktiven Fahrer dieser Disziplin entwachsen und zum Teil in höhere Wettbewerbsklassen aufgestiegen seien. Darüber hinaus macht sich auch beim MC Schaumburg bemerkbar, dass die Kinder heute oftmals bis zum Nachmittag in der Schule sind und sie somit weniger Zeit für Vereinsaktivitäten haben.

„Das Problem ist auch, dass es zu viele Freizeitangebote gibt“, ergänzt Schmidt, und betont: „Einstellen wollen wir die Sparte aber nicht.“ Vielmehr hoffe man, dass sich zum Beispiel durch solche Ferienspaßaktionen doch das eine oder andere Kind findet, dass sich für den Kartsport begeistert und in den Verein eintritt.

"Eine Schule fürs Leben"

Gute Argumente hierfür haben der Vereinsvorsitzende und der Sportleiter jedenfalls parat: „Wir bieten einen günstigen Einstieg in den Motorsport“, sagt Schmidt. So zahle ein Kind für die Mitgliedschaft im MC Schaumburg lediglich einen Beitrag in Höhe von 15 Euro pro Jahr plus einer jährlichen Pauschale in Höhe von 25 Euro für die Nutzung der Karts. Dabei stelle man den Kindern bei Bedarf auch einen Fahreranzug nebst Helm zur Verfügung.

Außerdem sei der Kartsport „eine Schule fürs Leben“, fügt Hein hinzu. Denn durch das Kartfahren würden die Kinder den Umgang mit dem Gas- und dem Bremspedal lernen und auch ein Gefühl für das Lenken der rund 5,5 PS starken Fahrzeuge bekommen, was eine gute Vorbereitung auf das spätere Autofahren sei.

Der Einstieg in den Jugendkartslalom ist laut Schmidt übrigens ab einem Alter von sechs Jahren möglich. Vorausgesetzt, das Kind ist schon so groß, dass es mit den Füßen das Gas- und das Bremspedal bedienen kann. wk

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