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„Frauen gehen, Autos bleiben“

US Cars & Petticoats „Frauen gehen, Autos bleiben“

Blitzender Chrom, alte Schätzchen und jede Menge handgemachter Musik: Bei der dritten Auflage von „US Cars & Petticoats“ hat alles gepasst. Das Publikum nutzte die Gelegenheit zum Flanieren und echte Fans hatten viel Gelegenheit zum Fachsimpeln. Ausrichter war Gastronom Oliver Hering (Pfeffer & Salz).

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OBERNKIRCHEN. Fans des „American Way of Life“ und Besucher aus Schaumburg, aber auch Nordrhein-Westfalen und Hannover lockte das Event mit einer Kombination aus US-Cars und Motorradtreffen auf den Bornemannsplatz. Kaum hatten sich die chromblitzenden Oldtimer, PS-strotzenden Muscle-Cars und mächtigen Pick-Ups postiert, kamen die Zuschauer, zum Beispiel Familie Kuhlmann aus Stadthagen. Vater Jürgen und Sohn Ben sind große US-Car-Fans, beide sammeln sie Modelle und schrauben an Bens Cart herum. Einen Oldtimer hat die Familie zwar noch nicht, dafür aber einen „Youngtimer“, einen Ford Taunus. Es seien eben ganz besondere Autos, die es heute so nicht mehr geben würde, sagt Jürgen Kuhlmann. „Die hatten noch Charakter, hatten noch ein Gesicht.“ Moderne Fahrzeuge seien vergleichsweise langweilig. Sohn Ben sieht das genauso. Nur eine Ausnahme lässt er gelten: moderne Sportwagen von Lamborghini oder Ferrari. So ein Auto zu besitzen wäre auch okay, meint Ben großzügig. Aktuell spart er auf einen „308 GTS“, die „Magnum-Schleuder“ „oder eine alte Corvette“.

Frauen sind auch gelockt

 Auch Frauen lockte die Veranstaltung: „Ich finde diese Fahrzeuge auch toll“, sagt Melanie Grothe, die gerade einen alten „Chevy“ bestaunt. Zu Hause hat sie einen Käfer stehen, den sie in mehrjähriger Schraub-Arbeit ganz neu aufgebaut hat. Spaß habe das nicht immer gemacht, „ich hatte oft kaputte Hände – lange Fingernägel sind für so eine Arbeit nicht so gut.“ Warum sie sich nicht einfach einen frisch restaurierten Käfer gekauft hat? Grote lacht: „Ich schraube eben gerne, außerdem habe ich so eine ganz andere Beziehung zu meinem Käfer, als wenn ich ihn von der Stange kaufen würde.“

 Dass die „Schrauber“ im Grunde die Vorläufer der aktuell grassierenden „Do it yourself“-Bewegung sind, meint Marc Henninghausen, der einen Ford Taunus, Baujahr 1971, sein eigen nennt. Zweieinhalb Jahre lang hat der Mindener sein Coupé restauriert. „Der Taunus war schon immer mein Traumwagen, mit dem fahre ich, so oft es geht“, sagt er. Von den aktuellen Modellen hält Henninghausen nur wenig. Die hätten keine Ecken und keine Kanten, seien nur noch auf Zweckmäßigkeit ausgerichtet. „Mit dem Taunus verbinde ich Fahrspaß und einen ganzen Lebensstil“, sagt der Rock-Fan.

Rost ist ein Thema

 Ein Lebensstil, das ist das Fahrzeug auch für Marcel Schäfer aus dem Raum Schaumburg. Der „Teddyboy“ hat einen Käfer 1303, Baujahr 1973, an dem er ständig herumschraubt. „An diesen Autos muss eigentlich immer was gemacht werden“, erläutert der gelernte KFZ-Mechaniker. Rost sei ein Thema, genauso wie die Bremsanlagen. Mit den heutigen Autos kann Schäfer nicht viel anfangen, die seien Schrott, sagt er, Technik und Design schlecht. „Man kann nicht mehr daran herumschrauben, etwas selbst reparieren – das ist eigentlich eine echte Frechheit.“ Ansonsten gilt auch für ihn: Seinen Käfer wird er nicht mehr weggeben, egal was passiert. „Frauen gehen, Autos bleiben“, lautet sein Motto. Mit dem Käfer will Schäfer alt werden.  mig

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