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Freifunk fürs Freibad

Obernkirchen Freifunk fürs Freibad

Freies WLAN in der gesamten Innenstadt? Obernkirchen hat, was viele andere Städte nicht haben. Überall gibt es Möglichkeiten, online zu gehen – die Initiative „Freifunk“ hat in weniger als zwei Jahren aus vielen Knoten ein großes Netz gesponnen.

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Hier an der Roten Schule ist der WLAN-Empfang mit am besten: Vom Dach der Stiftskirche strahlt ein Router weit in die Innenstadt.

Quelle: mig

Obernkirchen. Es gibt nicht viele Dinge, die Obernkirchen anderen Städten voraus hat. Die City – wird zunehmend leerer. Gastronomie, Cafés und Kneipen? Werden auch weniger. Dass die Bergstadt nicht nur Schlafstadt ist, zeigt sich, wenn man beim Gang durch die Innenstadt aufs Handy schaut. Denn wo sonst eher Ruhe herrscht – hier tut sich was. Der Lautsprecher piept, die Balken schnellen in die Höhe. Auf dem Display meldet sich ein freies WLAN-Netz – „Freifunk Obernkirchen erfordert eine Aktion“.

 Freies WLAN in der Kernstadt? Ist das wirklich so was Besonderes? Na ja, vielleicht nicht in Hannover oder in Hamburg, in Schaumburg schon. In Bückeburg oder Stadthagen gibt es – abgesehen von kleinen Oasen – keinen freien Zugang zum Netz.

 Ganz anders in Obernkirchen: Dort setzt sich die Initiative „Freifunk“, nicht nur für den freien Zugang ein, sondern treibt diesen auch aktiv voran. 28 Router, 34 Knoten – große Zahlen für eine so kleine Stadt. Was ihn zum Freifunk gebracht hat, beschreibt Horst Siegmann so: „Ich habe vor einiger Zeit in Frankfurt gewohnt und dort freies WLAN genutzt. Als ich hierher gezogen bin, hab ich mir gedacht: Warum gibt’s das hier nicht – da will ich was machen.“ Gesagt, getan: Vor zwei Jahren stellte Siegmann den ersten Router auf – an der Hermann-Löns-Straße, in der Nähe seiner Wohnung. Nach und nach kamen weitere Mitstreiter hinzu.

 Heute ist ein großer Teil der Innenstadt gut abgedeckt, „nur an der unteren Langen Straße würde ich mir weitere Router wünschen“, sagt Siegmann. Gleiches gelte für das Gebiet hinter der Rosen-Apotheke.

 Viel vorgenommen haben sich die Freifunker 2016: Dann ist die Aufstellung von Routern im Sonnenbrinkbad geplant. Wenn alles klappt, soll schon mit Beginn der neuen Saison alles funktionieren. Die meisten Zugriffe hat das Netz in der Innenstadt. „Darunter werden viele Ortsfremde sein. Wir haben auch von Bauarbeitern gehört, die am Klinikum tätig sind und abends den Freifunk nutzen.“ Viele dieser Arbeiter lebten im Ausland: „Die müssten sonst hohe Gebühren zahlen.“

 Wer beim Aufbau des nichtkommerziellen Netzes mitmachen will, braucht nicht viel. Ein Router und eine spezielle Software sind Pflicht. Wer beim Aufspielen Hilfe braucht, dem steht das Freifunk-Team zur Seite. Aus den Knoten bildet sich das Netz. Der Nutzer wird von einem Knoten zum anderen weitergereicht, ohne dass er sich neu einwählen muss. Menschen, die das Freifunk-Netz unterstützen wollen, haben zwei Möglichkeiten: Aufstellen eines Routers ohne Internetanbindung:

 Dann findet die Kommunikation zum Netz über andere Freifunk-Router statt. Zum Betrieb ist daher lediglich ein Stromanschluss erforderlich. Vorteil dieser Methode: strikte Trennung zwischen Freifunk- und dem eigenen Netz; Nachteil: Mit steigender Anzahl Knoten wird das Netz langsamer. Aufstellen eines Routers mit Internetanbindung:

 Man steigert die Geschwindigkeit der Funknetze und sorgt zusätzlich für eine Stabilisierung der Netzzugänge. Vorteile dieser Methode: direkter Zugriff auf das Internet ohne große Umwege über andere Router; Stärkung des gesamten Freifunk-Netzes durch Lastverteilung auf den Internetzugängen. Nachteil: Es muss ein Internetanschluss da sein. mig

 Angst vor Hackern und Unruhestiftern muss man nicht haben. „Die Geschwindigkeiten sind zu niedrig, als dass wir es mit Urheberrechtsverletzungen zu tun hätten“, sagt Siegmann. „Wer Mist bauen will, geht nicht übers Freifunk-Netz.“ Mit der „Störerhaftung“ haben die Knoten ohnehin nichts zu tun – deutsche Freifunker leiten alle Daten über Holland oder Schweden, also Länder, in denen deutsche Gesetze nicht gelten. Siegmann würde sich trotzdem mehr Klarheit in der Gesetzgebung wünschen. „Es müsste deutlich werden, dass der, der Netze freigibt, nicht haftbar gemacht werden kann“, sagt der Gründer der Gruppe „Freifunk Obernkirchen“. Mehr tun müsse der deutsche Staat auch in Sachen WLAN-Ausbau. „Man sollte ein nichtkommerzielles Netz ausbauen und Gruppen, die das schon tun, in ihrer Arbeit unterstützen.“ mig

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