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Friedwald-Alternative: Familienbaum bietet Platz für Generationen

Obernkirchen / Erste Einwohner suchen Baum oder Standort aus Friedwald-Alternative: Familienbaum bietet Platz für Generationen

Wie wär`s mit einem Familienbaum? Der soll jedoch nicht im eigenen Garten stehen, sondern auf dem Friedhof. Man kann sich dort schon zu Lebzeiten versammeln, aber letztlich ist er als Ruhestätte für mehrere Generationen einer Familie gedacht.

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Solche überwucherten Gräber, die offensichtlich niemand mehr pflegt, wird es künftig kaum noch geben. Hier bringt Volker Rethmeier zusätzlich noch ein Warnschild an. Es weist darauf hin, dass das Grabmal umstürzen kann.

Quelle: sig

Obernkirchen (sig). Es hat sich vieles geändert im und am Leben der Menschen. Inzwischen reicht der Wandel auch in die Zeit danach hinein. Ein Besuch des Obernkirchener Friedhofs macht das überdeutlich. Eine Grabstätte nach der anderen wird eingeebnet. Die alten Einfassungen, Grabsteine und bepflanzten Erdhügel verschwinden. Immer größere freie Flächen dehnen sich aus. Der Friedhof wird namenloser, verliert an Historie und wird immer mehr zu einer Parklandschaft.
Diesen Wandel ermöglicht haben die vielen Obernkirchener, die sich nach ihrem Ableben verbrennen ließen, in erster Linie, um den Angehörigen die Grabpflege zu ersparen. „Wir bestatten heute bis zu 80 Prozent Urnen, und diese Entwicklung setzt sich fort“, berichtet Volker Rethmeier, der sich seit Jahren verantwortlich um die Pflege des Friedhofes kümmert. Rethmeier: „Im Jahre 1991 hatten wir nur noch 29 freie Grabstätten. Da konnte man fast von einer Vollbelegung sprechen, jetzt wäre Platz für Tausende. Seit 1931 sind hier 10059 Menschen beerdigt worden, also mehr als Obernkirchen heute Einwohner hat.“ So mancher der heute Lebenden hat schon die Überlegung angestellt, in einem Friedwald die letzte Ruhe zu finden, zum Beispiel am Rande von Bückeburg.
Künftig besteht keine Notwendigkeit mehr, dorthin auszuweichen, denn auf dem Friedhof der Bergstadt kann man jetzt einen Familienbaum pflanzen lassen. Unter seiner Krone können gleich mehrere Generationen Platz finden - in einem ausreichend großen Urnenfeld. Üblicherweise wird einer Urne eine Ruhezeit von 20 Jahren eingeräumt, unter dem Familienbaum könnte sie verfünffacht werden.
Es gibt bereits die ersten Einwohner der Bergstadt, die sich einen solchen Baum und den Standort dazu ausgesucht haben. Angeboten werden unter anderem Roteichen, Tulpen- und Blutahornbäume sowie Goldakazien. Geschmackvoll gestaltete Schilder werden auf die künftigen Familienruhestätten hinweisen.
Um das Laub, um den Baumschnitt und um den Rasen brauchen sich die Familien zeit ihres Lebens und auch danach nicht zu kümmern. Dieser Aufwand ist mit dem Erwerb des Familienbaumes abgegolten. Volker Rethmeier ist sich sicher: „Ein Wald entsteht hier nicht, eine schöne Parkanlage schon. Aber natürlich bleibt diese Bestattungsart nur ein zusätzliches Angebot.“
Das Pflanzen des ersten Familienbaums nahmen Beate Venckus vom „Schönen Garten“ und Andreas Vogt vom Bestattungsinstitut Nerge-Vogt aus Vehlen zum Anlass, um dem Friedhof neue Gießkannen zu spenden.

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